Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
783
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FH. Nr. 2144. 783

gelbem Grunde. Letzterer hält einen roth bemalten Baumstamm. Unterdiesen altdeutschen Wappenschilden steht: Anno Domini MCCCCLXXX VIII.Auf dem einen Flügel ist nach Waagen 1. c. S. 352 die Geburt Christiin der Art vorgestellt, wie die Eyck'schcn Schüler diesen Gegenstandaufgefasst haben; ungewöhnlich ist indess die Gegenwart von zweiheiligen Jungfrauen. Dieses Gemälde ist mit dem Monogramme desKünstlers bezeichnet, nach Waagen wie Brulliot I. No. 1874 doch nichtrecht genau es gibt. Das Zeichen bei Brulliot ist unserm zweitenähnlich, welchem er die Jahrzahl 1400 beifügte. Dieser Beisatz istin jedem Falle überflüssig, da auf dem Flügel mit der Geburt Christi«eine Jahrzahl vorkommt, und das Monogramm mit dem Datum aufdem anderen Flügel von dem zweiten Zeichen abweicht. Brulliot sngtauch nicht, dass das von ihm gegebene Zeichen mit der Jahrzahl 1400auf de m Gemälde mit der Familie Hcrlcin vorkomme, er könnte dahervon einem Bilde mit dem von ihm gegebenen Monogramme Kunde er-halten haben. Das erste Zeichen verdanken wir der gefälligen Mit-theilung des Herrn Dr. R. Marggraf, welcher es vor mehreren Jahrenv°r dem Originale copirtc. Es gleicht in einiger Hinsicht dem vonBrulliot gegebenen zweiten Zeichen des Künstlers , welches wir aberuie,r nicht beifügten, da uns das Facsimile ungenau zu seyn scheint.~ le genannten Schriftsteller sahen Herlein's Familiengemälde noch imfrüheren Zustande. Vor einiger Zeit wurde es von dem ConservatorEigner restaurirt, und somit erscheint das Bild wieder in der ursprüng-lichen Farbenpracht. Im Jahre 1858 nahm Herr L. Mayle, Maler undGustos in Meihingcn, Einsicht von diesem Werke, das fragliche Mono-gramm scheint aber nicht mehr deutlich hervorzutreten, da dem ge-nannten Herrn nur das Monogramm des zweiten Flügels auffiel, welches♦ C u von ^ en 0D 'g en Zeichen abweicht, indem es deutlich aus den Buch-stabon FÜR besteht, doch nicht in der Form bei Brulliot No. 1921.^er zweite Flügel stellt den im Tempel lehrenden Knaben Jesus vor.Jor ihm sind fünf Pharisäer, und Maria und Joseph kommen heran,«n einem Säulenschafte steht nach Waagen: Friz Herten Maller 1400,IT *; aruntor das aus F U 11 bestehende Monogramm dos Künstlers.Herr Mayle liest aber jetzt: fric (der Rest verwischt) | $ctic (n oder inverwischt) | mfl H Ct | dann die Jahrzahl und das Monogramm F IIII.Wach Waagen zeigt sich in den meisten Köpfen dieses Werkes beimvergleich mit den früheren Bildern bereits eine auffallende Vergröber-Un g, und in der Behandlung etwas mehr Ilandwcrksmässiges und Derbes,w enn man auch in dem Floischtone, den Farben der Gewänder, demguten Impasto noch immer den van Eyck'schcn Schüler erkennt. Indem sehr scharfbrüchigen Gefält verräth sich der überwiegende Einfluss«er oberdeutschen Schule.

Waagen 1. c. S. 353 erkannte in der St. Georgenkirche zu Nürd-J'iigen auch noch zwei andere Gemälde als Werke Herlein's. Das eineJV'uet das Epitaphium einer Frau aus der Familie Müller. Es stelltChristus am Kreuze mit Maria und Johannes , unten den Stifterm it vier Söhnen , und dio Verstorbene mit vier Töchtern vor. AmKahmen steht in gothischen Charakteren: 19> e Januarius £498. Vielbedeutender ist das zweite Bild, ein Ecce Homo an einem Epitaphiumvon 1488. Oben zeigt Pilatus den Heiland im Purpurmantel dem Volke,daneben stehen vier Henker, und unten sieht man sieben Spottjudenm H spitzen Schuhen in niederländischer Tracht. Der Stifter erscheintm it seinem Hunde. Am Rahmen steht die Jahrzahl 1400, das Epi-taphium hat aber die Jahrzahl 1400 , so dass das Bild erst späterdazu benutzt wurde. In der erwähnten Hauptkirche zu Nördlingen istauch das Epitaphium des Künstlers, doch an einem ganz obscuren Orte,