FP. Nr. 2073. 749
in Bildnissen bestehen, deuten wenigstens auf Zeichnungen von ma-lerischer Behandlung. Man kann daher annhnicn, dass er die betreffen-den Personen wenigstens nach dem Leben gezeichnet, wenn nicht gemalthabe. Heller und Andere zählen ihn auch zu den Formschiieidern,wofür kein Grund vorhanden ist. Auf den meisten Holzschnitten kommtausser einem der obigen Zeichen auch das Monogramm des P, llilleals jenes des Formschneiders vor. Wir nennen hier die Bildnisse dosJodocus Willich, des Jobann Georg l'raski, des Churfttrsten Joachim II.von Brandenburg, und jenes dos Churfürsten Johann Georg. BiesePortraite sind mit den Monogrammen des Zeichners und Formschnei-ders versehen. Die Platte zum Bildnisse des J. G. l'raski ist nochvorhanden. Sie wurde mit vielen anderen Stöcken vor einigen Jahrenin einer Rüstkammer der Universität in Crakau aufgefunden. Einanderer Holzschnitt mit doppelter Bezeichnung enthält das Wappendes Churfürstcn von Brandenburg mit allegorischen Figuren. Solltenauch Holzschnitte mit dem alleinigen Zeichen Fridorich's vorkommen,so kann man annehmen, dass diese Blätter ebenfalls von P. llille her-rühren. Beide Künstler arbeiteten für Hans Eichhorn.
Dieser Künstler hinterlioss auch radirte Blätter, welche im späterenDrucke mit dem Stichel retouchirt sind. Auf einigen kommt das Mo-gramm , auf anderen der abgekürzte Name vor, nämlich verbundenF. Fride. F. und F. fride. fe.
1) Joachim II Ohurfürst von Brandenburg 1570. Mit der Ab-breviatur, kl. fol.
2) Heinrich Julius Bischof von Halberstadt, Administrator zu Minden,Herzog zu Braunschweig und Lüneburg. Halbe Figur in einem mitsechs Wappen gezierten Ovale. In der Mitte unten das Zeichen Höhe8 Z. 11 L. Breite ß Z. 1 L.
3 — 4) Wittekind, König der alten Sachsen, Kniestück in einergothischen Nische, nach seinem, angeblich von Kaiser Carl IV. er-richteten Grabmale in Egern. Ueber der Nische steht: widkkindvsim« saxhn., links unten das Zeichen, und rechts die Jahrzahl l/jtll.H. 6 L. Br. 4 Z. 7 L.
Auf einem zweiten Blatte ist das dem Grabmale beigefügte Wappengestochen", mit der Ueberschrift: Insignia monumento addita ad capul
-------, und unten: Epitaphium in monumenti marginibus widhiundvs
REX SAXON. Ossa viri, evivs sors ncscia mortis isla locus munit etc. etc.Rechts unten steht das Monogramm über der Jahrzahl ISül. II. !) Z.4 L. Br. 4 Z. 5 L.
Im späteren, retouchirten Drucke findet man diese Blätter in demBuche: Opuscula varia de Wcsljilialia. Ejusqe doctis aliquot viris editaet notis illustrala a Joanne Goes Westphalo. Ilelmcsstadii MDCLVIll, 4.
5) Zwei alte Bischöle von Mainz, Eppestetcn und Knodcrer. Mitdem Monogramm, 8.
6) Ludolph Schradcr, Braunschweigischer Rechtsgelehrter. Mit demZeichen und der Jahrzahl 150i, 8.
Im retouchirten Zustande ist dieses Blatt der Seidcrschon Portrait-sammlung beigefügt.
7) Heinrich Paxmann, Doct. Med. Francof. Brutsbild mit Buch inOval. Mit dem Zeichen und der Jahrzahl iSSO, 8.
2073. Unbekannter Maler und Radirer, dessen Lebenszeit die bei-
F gefügte Jahrzahl bestimmt. BruUiot bringt sein Zeichen im
/^ So. Appendix I. No. 212, und sagt, dass es nach einer ihm ge-wordenen Mittheilung auf Landschaften eines niederländischen Meistersvorkomme. Sic stellen verschiedene Sceuen aus dem neuen Testamente