Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
748
Einzelbild herunterladen
 

748 FF. Nr. 2072.

äusserst handfertig war. Er soll mehr als hundert Schüler gehahthaben. Wenigstens nennt van Mander gegen dreissig. Darunter istaueh Franz Francken der Alte, welcher den folgenden Artikel behauptet.Er bediente sich eines ähnlichen Zeichens, so dass seine Bilder mitjenen des F. Floris verwechselt werden könnten. Die Gemälde desF. Francken datiren aber erst von 1565 an. Floris starb 1570.

Der sogenannte vlämische Rafael begegnet uns in den erstenGallerten, und auch in vielen Privatsammlungen sind Gemälde von seinerBand. Das Monogramm findet man aber häufiger auf Kupferstichen,als auf Gemälden, .loronymus Cock scheint viele Zeichnungen hei ihmbestellt zu haben", welche alle in Kupfer gestochen sind. Auf denmeisten Blättern kommt das Monogramm vor, theils mit dem Beisätze7nu., tnütnt. und luve. Sie rühren von den ersten Künstlern seinerZeit her, wie von Ant. und J. II. Wierx, Ph. Galle, P. Miricynus,V. Coornhaort, C. Bos, F. Ilulsius, Stalburch und A. Auch Gerhardde Jode hatte mehrere Blätter nach Zeichnungen des F. Floris ver-breitet. Das •Monogramm kommt aber gewöhnlich auf Blättern aus demVerlage des Hieronymus Cock vor, auf welchen meistens die Angabedes Stechers fehlt. Das erste Zeichen, welches mit dem Beisätze: IV.ET. FA. t664 auf dem Gemälde des Engelsturzes im Museum zu Ant-werpen vorkommt, entnahmen wir dem Calalogue du Musik d' Anvers,publ. par U Conseil a" Administration (1850). Abweichend ist das dritteZeichen, und dieses kommt namentlich jenem des alten Franz Franckengleich. Mau findet es mit dem Beisatze invenlor auf einem Kupfer-Stiche mit der hl. Familie im Zimmer vor dem Tische , auf welchemder Ideine Johannes liegt, und dem Jesuskinde den Finger in den Mundsteckt. Dieses Blatt stammt aus Galle's Verlag, qu. fol.

Fi floris hat auch radirt, doch nicht in Kupfer gestochen. Vonseiner Hand ist ein seltenes allegorisches Blatt auf den Sieg dos KönigsPhilipp von Spanien 1552. Es stellt die Victoria von gefesselten Skla-ven und Wallen! rophäen umgeben vor, in breiter Behandlung derNadel: Fr. Floris foc. Cock exe, gr. qu. fol. Ein flüchtig radirtes undmit dem Stichel übergangenes Blatt stellt Herkules im Kampfe mitAchelous vor: Franclici/s. Floris invantor 1550, fol. Von Floris kannnur die Radirarbeit herrühren, wenn er je an diesem seltenen BlatteThoil hat.

Papillon zählt ihn auch zu den Formschneidern, wogegen Hellereifert. Ein sehr seltenes Biatt in Helldunkel von vier Platten, in derManier des Hugo da Carpi geschnitten, stellt den David vor, wieSaul ober sein Harfenspiel in Aufregung geräth. Saul I. lieg. Ca. 16.Unten rechts: Fräcisus Florus invetor. Judor.e de Curia exeudebat. Ji'tSö,gr. qu. fol. Ein anderer Holzschnitt mit dem Namen des Künstlersstellt die Rückkehr des verlornen Sohnes vor, gr. qu. fol. Wer dieseBlätter in Holz geschnitten Dabo, können wie nicht bestimmen. Daserste hält B. Weigel, K.-K. No. 9474, für einen Originalschnitt.

2072. Franz Fridorich, Maler und Radirer aus Brandenburg, tratvJfTo ffi ~fjP um 1S50 zu Frankfurt an der Oder als Künstler auf,IT /c/V .,.lv. lmc i lieferte für die Druckerei des Dans EichhornTT. I '5 81' verschiedene Zeichnungen zum Holzschnitte. EinigeBlätter dieser Art tragen das Monogramm des Künstlers, zugleich mitjenem des Peter Dille, welches aus den Buchstaben P II F besteht.Bolzschnitte mit dem gegebenen Zeichen wurden von früheren Samm-lern und Schriftstellern dem Franz Floris zugeschrieben, da das Mono-gramm mit jenein des letzeren Aehnlichkeit hat. Ob sich von Fridorichnoch Gemälde finden, wissen wir nicht. Seine Radirungen, welche meistens