FBB —FBF. Nr. 1956 — 1959. 721
grössere Felsengruppe, welche mit Laub- und Nadelholz besetzt ist.Nächst dem Stromui'er liegen zwei grosse Steinblöcke, und am Gestadescheint ein Mann mit einem anderen im Boote zu sprechen. Linksunten sind die Initialen. H. 3 Z. Br. 4 Z. 1 L.
Beim ersten Anblick erinnert dieses seltene Blatt an H. Saftleven,und wenn die Zeichnung von diesem Meister ist, so hat sie der Radircrgut verstanden. Die Bäume sind aber nicht ganz gelungen. Uebrigensscheint Saftlcven's Radirung B. No. 12 zum Vorbilde gedient zu haben.
1956. Bonaventura Blsi, Maler und Radirer, geboren zu BolognaF.B.B.F. 1612, gestorben 1662. Schüler von L. Massari, und als
/ '/Th -s? Miniatore berühmt, wurde er von Fürsten und von anderen-? ^~~ italienischen Grossen beschäftiget. Huber, Handbuch fürKunstliebhaber IV. S. 21, behauptet, dass B. Bisi nach G. Reni, Vasari,Parmigiano u. A. gestochen habe, der genannte Schriftsteller nenntaber nur ein einziges Blatt, und auch wir haben nie ein anderes ge-sehen. Auf diesem Blatte stehen rechts unten die obigen Initialen,welche Frater Bonaventura Bisi Fecit zu lesen sind. Der Künstler ge-hörte nämlich dem Orden des hl. Franciscus zu Bologna an. In Mittedes fraglichen Blattes sitzt Maria fast vom Rücken gesehen und nachrechts gewandt, das göttliche Kind auf dem Schoosso haltend. Vor ihrsteht Johannes, welchem St. Elisabeth den kleinen Jesus zeigt. Linkssitzt Joseph, und liest in einem Buche. Den Hintergrund rechts bildetein grosser Vorhang, und links erhebt sich ein Gebäude. Auf demBuche , auf welches Maria den rechten Fuss setzt, steht die Jahrzahl163*. H. 11 Z. 3 L. Br. 8 Z. 6 L.
Die Zeichnung zu diesem Blatte scheint von Parmegiano zu seyn,und wenn sie von Bisi selbst herrührt, so folgte er wenigstens derRichtung desselben. Es finden sich zweierlei Abdrücke. Im ersten fehltim Unterrande die Dedication an Cassiano a Puteo, und die weitereSchrift: F. Bonav. Bisius Min. Conv. gratitud. testim. D. D.
1957. Franz Bernhard Custodis, Kunstliebhaber und Radircr,welcher 1851 in Düsseldorf starb, ist unter dem MonogrammeC F. No. 1 eingeführt. Wir haben auch seine radirten Blätter
verzeichnet, und No. 25 dasjenige beschrieben, welches das gegebeneZeichen trägt. Es bildet den Titel einer Sammlung von Blättern ver-schiedener Grösse.
1958 Francesco Beccaruzzi da Conegliano, der Schüler des Por-F R D C c,enone > arbeitete in seiner Vaterstadt und in Trevigi,i . D. u. ^i. wje wir aus Ridolfl (Vita di Paris Bordone) und Frederici[Memorie trivigiane tulle opere di disegno) wissen. In der Akademie zuVenedig ist ein treffliches Bild der Stigmatisation des heil. Franz vonseiner Hand mit den obigen Initialen bezeichnet, welche sich von selbsterklären. Der Künstler starb um 1550.
1959. Francesco Brizzi oder Brizio, Maler und Kupferstecher,FRF 8 e ^ )- zu B°l°8 na f 574 > 8 est - 1620. Schüler von Passerotti• ' und Agostino Carracci im Zeichen und Kupferstechen, griffer erst in späterer Zeit unter Anleitung des Ludovico Carracci zurPalette. Letzterer bediente sich seiner Hülfe bei der Ausschmückungder Kirche S. Michele in Bosco, wo Brizzi die landschaftlichen Partien,die Architektur und andere Beiwerke malte. In der Gallcrie zu Bo-logna sind auch drei schöne historische Bilder von Brizzi's Hand,welche ehedem in Kirchen zu sehen waren. Hier handelt es sich abernur um ein Paar radirte und gestochene Blätter. Das eine stellt dasWappen der Ursini zwischen den allegorischen Figuren des Glaubens
Monogrammistcn Bd. II. 46