Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
689
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F. Nr. 1856 — 1858. 689

1856. Heinrich Friedrich Füger, Historienmaler, geb. zu Heilbronttr* f-r' 1751, gest. zu Wien 1818, als k. k. Rath und Direktor der<J tcJ. Akademie der Künste. Ein Künstler von grossem Talente,und einer der Repräsentanten der alteren akademischen Richtung, be-hauptete er viele Jahre das Feld, und wurde als Stern erster Grösseam österreichischen Kunsthimmel gepriesen. Er steht aber auf derStufe des Rafael Mengs , auf welcher wir ihn belassen, da es sichnicht um Gemiilde, sondern um die radirten Blätter des Meisters handelt.Dieses sein Werk besteht aus 14 Blättern, deren einige mit dem Buch-staben F. bezeichnet sind. Darunter verdient jenes mit Moses und Aaronbesondere Beachtung, 4. Auch das mit F. bezeichnete Blatt, welchesJupiter und Juno oder liebe vorstellt, ist geistreich behandelt, fol.Zwei Mezzotintostiche, die Bildnisse des Grafen Iwan Tschernitscheff,und des Grafen Tcrzi, gehören zu den Seltenheiten. Sein erster Ver-such im Radiren datirt von 1767. Es ist dicss die Büste eines Greisesmit erhobenen Händen, 16. Dieses geistreiche Blatt ist selten, undnoch seltener das Blatt in Kreidemanicr, welches ebenfalls eine Büstevorstellt.

In der k. k. Kupferstichsammlung zu Wien sind drei Bände mitStichen und Lithographien nacli Gemälden und Zeichnungen Füger's.Es sind auch Originalzeichnungen, und allerlei Varianten beigefügt.Dieses Werk besass der Silberarbeiter J. E. Wttrth , der vicljährigeBewunderer des Meisters. Die Begeisterung für Fiiger und Consortenist längst verschwunden. Leider ist man aber gegen die Idealisten da-maliger Zeit nicht selten ungerecht geworden. Auch sie haben ihreVerdienste, wenn auch der Massstab unserer modernen Kunstanschauungnicht mehr für sie passt. Dass sie alles Heil in dem akademischenZunftzwang suchten , ist ihnen oft genug vorgeworfen worden. Fügerund Caucig waren höchst erbosst über die Deutschthttmler, welche inden letzten Jahren ihres Lebens auftraten, und von dem Streben dergrossen Reformatoren der neueren Kunst hatten sie keinen Begriff.

1857. Eustach Friedrich, Gcometcr und Kupferstecher von Bamberg,■) ist oben unter E F. No. 1573 eingeführt. Der Buchstabe F.

(j£ steht auf einem radirten und gestochenen Blatte mit der AnsichtCT. der Altenburg bei Bamberg. Man findet es in Oesterreicher'sgeschichtlicher Darstellung der fränkischen Burgen, qu. 8.

1858. Max Franck. Maler und Lithograph von Düsseldorf, machte^j seine Studien an der k. Akademie in München , und brachte< yf n daselbst 1814 als Eleve eine Reihe von Oelgcmälden zur Aus-

^ U- Stellung. Darunter waren Bildnisse und historische Darstell-ungen, welche den Anforderungen damaliger Zeit entsprachen. Franckbefasste sich aber auch mit der damals noch in ihrer Ausbildung be-griffenen Lithographie. Er unternahm ein Werk mit Bildnissen, welchesunter folgendem Titel erschien: Deutsche Künstlergalleric, herausgegebenvon Max Franck. HO lilhographirle l'orlrails mit biographischen Notizen.München tfllS, fol. Im Jahre 1818 erschien eine zweite Auflage in 4.Franck gab auch eine Folge von Bildnissen bayerischer Regenten heraus,welche Lipowsky mit Text begleitete, fol. Die Platten wurden öfter^'gedruckt, da man das Werk als Preis in die Schulen brachte. Späterverschwindet Franck aus München, und wir konnten seine weitere Spurnicht mehr verfolgen. Einige Zeit verlebte er in Stuttgart. Daselbstlithographirtc der Künstler die Büste Schiller's nach Dannecker, fol.Später soll er nach Frankreich gegangen seyn. Nach Heller (Monogr.-Loxicon S. 128) zeichnete er F. /*. Man wird daher diese Buchstabena uf Lithographien, und vielleicht auch auf Gemälden finden.

Mono 8 rammistcn Bd. II. 44