ES. Nr. 1754. 651
Die Jahrzalil 1515 auf dem Blatte mit St. Thomas führt uns aufdie erste Ausgabe des von J. Clein für Koberger gedruckten Hortulusanimae: Anno dni. 1516 Kaledas Aprilis, 8. Heller (Lucas CranachII. Aufl. S. 203) macht auf kein Blatt von E. Schön aufmerksam, sondernsagt nur, dass einige Holzschnitte mit der Jahrzahl 1515 versehen seien.Drei Blatter haben nach seiner Angabe das Zeichen des Hans Sprin-ginklee, von Schnitten des E. Schön bemerkt er nichts. Gerade in dieserAusgabe sind aber die ersten Abdrücke. R. Weigel, Kunst - KatalogNo. 14,132, macht bereits auf die Theilnahine des E. Schön aufmerksam.Heller nennt nur Blätter von E. Schön in folgender Ausgabe: Hortulusanime—. Anno dni.'M. CCCCC. XIX. Am Ende: Hortulus anime impensis
Joannis Koberger ---------- . Nurenberge arte et industria Federici I'eypus
Anno M. CCCCC. XIX. V. idus Februarii. 8. Diese Ausgabe hat 73 Holz-schnitte , welche nach Heller grösstenteils von IL Springinklee undE. Schön herrühren. Doch sind nur fünf Blätter mit dem Zeichendes letzteren und der Jahrzahl 1515 versehen. Es wurden also wiederPlatten der ersten lateinischen Ausgabe aus der Druckerei des J. Cleinin Lyon von 1516 benutzt, und somit sind die Abdrücke der Ausgabevon 1519 dritter Art.
2) Ein grosser Rosenkranz mit der heil. Dreieinigkeit. Oben er-scheint Gott Vater in halber Figur segnend, darunter der heil. Geistüber dem Heilande am Kreuze. Links sieht man Maria mit dem Kindein halber Figur auf dem Halbmonde, rechts einen betenden Engel. Zuden Seiten des Gekreuzigten füllen Reihen von Patriarchen , Heiligenund Aposteln in halben Figuren den Raum, lieber dem Rosenkranzehalten zwei Engel das Schweisstuch. Links erscheint der Heiland demW. Gregor bei der Messe, rechts gebt die Stigmatisation des hl. Franzvor sich. Unten links sind die geistlichen, rechts die weltlichen Würdeuund Stände vertreten. Im unteren Theile ist das Fegfeuer vorgestellt.Ueber der Vorstellung sind vier Zeilen Text: Gegenwurff ChristenUchsgebets des hymelischen liosenkrantz etc. Unter dem Bilde stehen ebenfallsvier Zeilen: Kuru bericht diser Figur etc. Am Felsen links in der Vor-stellung ist das fünfte Zeichen, welches BrnlliotT. No. 1808 abweichendgibt, so dass es auf den Blättern nach Gualther Rivius vielleicht variirt.H. der Platte 14 Z. 10 L. Br. 11 Z. Höhe mit dem Typen druck 29 Z.Diess ist eine etwas veränderte Copie des Blattes, welches Bartsch imAppendix zu A. Dürer's Holzschnitten No. 29 beschreibt. Heller zähltdiese vergrösserte Nachbildung S. 780 No. 2050 auf, spricht aber vonlateinischen Ueberschriften der Abtheilungen der Heiligen im Kranze:Seraphin, Cherubin , Throni etc. , und bemerkt noch , dass im erstenDrucke die Ueberschriften mit deutschen, im zweiten mit lateinischenLettern gedruckt seien. Er stimmt auch dem Urtheile Hauer's bei,welcher das Blatt dem E. Schön zuschreiben will. Von dem Zeichendes Künstlers am Felsen bemerkt er nichts, und somit muss das vonHeller beschriebene Blatt mit lateinischen Ueberschriften von andererHand herrühren. Im Blatte mit E. Schön's Zeichen sind keine Ueber-schriften ; wenigstens kam uns kein Exemplar mit solchen vor. Bartschkennt diesen Holzschnitt nicht.
3) Das Gesellenbüchlein, unter dem Titel: Vnderweisung der Pro-Portion vnnd Stellung der possen ligend vnnd stehend abgestolen , durchErhärten Schön von Nürnberg, für die jungen Gesellen etc. Nürnberg 1530,1542 , 1M8, 1561. Die erste Ausgabe dieses seltenen Werkchenserwähnt Heller in seinen Beiträgen &c. I. S. 91 , Bartsch kennt nurdie Auflage von 1542. Sie enthält 48 Seiten mit 36 Holzschnitten,*ovon nur sieben das Monogramm tragen. Auf dem Titel ist dasgrosse Zeichen, welches wir oben beigefügt haben.