EP. Nr. 1717 — 1719. 641
Portugal oys, welcher 1504 im Buche der Confraternität des hl.Lucasin Antwerpen (Liggere van S. Lucas Guide) vorkommt. Dieser E. Portu-galoys blieb den Kunstgeschichtschrcibcrn unbekannt, wir haben aberebenfalls nur eine Vermuthung für ihn. Die erwähnte Zeichnungmit den Buchstaben E P. stammt jedenfalls aus dem Anfange des16. Jahrhunderts.
1717. Eduard Pistorius, Genrcmaler, geb. zu Berlin 1796, gehörtTj—^ t^v zu denjenigen Meistern der Düsseldorfer Schule, welche
|_j V-J der in den ersten Decennien unsers Jahrhunderts da-
__it'il r\ selbst herrschenden sentimentalen Richtung gegenüber
y durch volksthümliche Scenen ergötzten. Pistorius er-S weckte schon früh die Hoffnung, dass in ihm eindeutscher G. Dow erstehe , dessen Gränzen er aber weit überschritt.Seine früheren Gemälde stellen meistens Wirthshausscenen vor, mitallem Geräthe in der fleissigen holländischen Weise. Er malte aberauch verschiedene andere Scenen aus dem Leben des Volkes, theils ingemüthlicher Laune, und nicht ohne ironische Anspielung auf dieKunstrichtung seiner Collcgen. So stellte er dem kranken Rathsherrneines derselben einen kranken Esel gegenüber, und zuletzt kam er biszum kranken Stiefel herab. Auf früheren Gemälden des Künstlersstehen nach Brulliot App. II. No. 80 die Initialen E P., später fügteer aber häufig den Namen bei. Die Werke dieses seit mehreren Jahrenin Berlin lebenden Meisters sind zahlreich und in verschiedenen Samm-lungen und Häusern zerstreut. Die nach seinen Bildern und Zeich-nungen lithographirten Blätter in grossem und kleinem Formate könn-ten ein ganzes Portefeuille füllen. Sie rühren von den tüchtigstenKünstlern her, wie von C. Fischer, J. G. Schreiner, F. Jentzen,0- Herrmann, Koschwitz, Oldermann, Reniy, Funcke, Devrient, Rohr-bach, A. Selb, Eichens, Beck u. A. Die Blätter dieser Meister sindalle in gr. fol. u. fol. , und dazu kommen noch viele in kleinerem* ormate.
1718. Unbekannter Formschneider, welcher mit Elias Porzellius
"n*> ~. nicht verwechselt werden darf. Er schnitt das Bildniss des*• • x. Johannes Frisius aus Zürich, des Herausgebers eines lateini-schen Wörterbuches, welches viele Auflagen erlebte, und 1737 in Cölnznm letzten Male erschien. Der langbärtige Gelehrte ist im Ovale mitdem Buche in den Händen vorgestellt, und in den Ecken der ver-werten Einfassung sind vier nackte Kinder angebracht, welche dietheologischen Tugenden und die Religion symbolisircn. Rechts undbnks am Schnörkel in halber Höhe sind die Buchstaben E. P. Aus"°r Namensumschril't geht hervor, dass Frisius 1564 im CO. Jahre vor-gestellt s^ und somit kann es sich um ein Blatt des Porzellius nichtbandeln. ^i der Zeichnung erinnert es an Tobias Stimmer, welcherdas Bildniss dieses Gelehrten 1563 zum Schnitte gezeichnet hatte. Er* ü gte oben das Monogramm bei, in der Copic von E. P. fehlt aber dasotimmer'sche Zeichen. Der Stock derselben wurde wahrscheinlich zueiner der früheren Ausgaben des Wörterbuches benutzt, und er warnoch 1737 i n ,i er Metternich'schen Ausgabe des Buches zum Druckebrauchbar. H. Lempertz liess ihn 1839 in seinen Beiträgen zur älterenbeschichte der Buchdruck- und Holzschneidekunst wiedor abdrucken.1Jl e Platte zeigt bereits Aussprünge.
1719. Elias Porzel, Formschueider von lsny, welcher in Nürnberg"^pT f ür den Endter'schen Verlag arbeitete , behauptet oben unter■ Cj " dem Monogramm E V No. 1712 eine ausführliche Stelle. Wir
Monograramidtcn Bd. II. 41