EF. Nr. 1569- 1570. 593
und Treiben des Volkes belebt sind. Auf vielen Zeichnungen desMeisters vertritt das Monogramm die Stelle des Namens. Es kommtdaher auch auf Holzschnitten der Pariser illustrirtcn Zeitung vor. InNo. 731 und 732 des Jahrganges 1856/57 iindet man Ansichten ausSyrien und Mesopotamien , höchst geistreich gezeichnet und malerischin Holz geschnitten. Da sind Ansichten von Alepo, Nczib, Latakieb,Bir-Hadjik, ürfa u. s. w. Flandin hat auch Ansichten aus jenen merk-würdigen Ländern in grosseren Gemälden in Oel ausgeführt, welcheaber gewöhnlich mit dein Namen bezeichnet sind. Hei der grossenIndustrieausstellung des Jahres 1855 sah man von ihm eine Gcncral-ansicht von Constantinopcl, und eine Ansicht des Türkcnvicrtcls mitden Moscheen des Sultan Solimau und der Sultanin Valide. Die Zeich-nung zu letzterem Bilde fertigte er 1844, und auf dem Salon 1853 sahman das Gemälde zum ersten Male. Ein anderes, grösseres Gemäldeführt zur Einfahrt in den Bosporus auf der asiatischen Seite. DieAnsichten von Alepo , und des Platzes in Ispahan mit den betendenPersern vor dem Eingange der grossen Moschee gehören ebenfalls zuden Hauptwerken des Künstlers. Ueber die Thätigkeit desselben währendder Heise in Pcrsien belehrt uns folgendes Werk : Voyage en Verse, de.B. Flandin, Peinire., et Pasc. Cnste, Attaches d V Ambassade de Franceen Peru, pendant les annees 1(140 et 1114 1. I'ublie sous les auspices du
Minisire de V Interieur -----~. Paris 1H411 ff, gr. fol. Es ist auf fünfzig
Lieferungen berechnet, aber noch nicht vollständig. Ein anderes Werkist betitelt: Monument de Ninivc decouvert et decrit par M. P. E. Bolla,mesure et dessinii par M. E. Flandin; architecture, sculplure et inscrip-tions, public sous la direction d' unc Commission de V Institut de France.Paris iOAB—iOSO. Fünf Bände mit 374 Abbildungen, fol. Auf vielenBlättern kommt das Zeichen des Künstlers vor.
1569. Ernst Fries, Landschaftsmaler, geb. zu Heidelberg 1801,gest. zu Carlsruhe 1833. Schüler von Rottmannund Kunz, entwickelte er ein glückliches Talent,und man nannte ihn in kurzer Zeit unter den erstenLandschaftern der neueren' Richtung. Fries hielt
sieh längere Zeit in München auf, wo er anfangs Ansichten aus dembayerischen Oberlande malte , und auch Portaite zeichnete. Letztere«nd mit schwarzer Kreide ausgeführt und in Weiss gehöbt.
Auf solchen Crayons findet man das erste Zeichen, auf landschaft-lichen Gemälden das zweite. Zu seinen Hauptwerken gehören aber dieitalienischen Ansichten. Fries hielt sich von 1823 — 1825 in Italienau f, und machte da zahlreiche Studien. Auch auf Gemälden und Zeich-nungen aus dieser Zeit, sowie auf Original-Lithographien findet mandas Monogramm. Im Jahre 1831 wurde der Künstler Hofmaler desGrossherzogs von Baden.
1570. Elektrine, Freifrau von Freyberg, geborne Stuntz, geb. zu
Er-#>-i Strassburg 1797, gest. zu München 1847, gehörtp vb zu den gemüthvollston Künstlerinnen ihrer Zeit.
qp, 9<?-d. X Schülerin ihres Vaters, des Landschaftsmalers
^L 1 <?«(? v_5l 'l? / fi- J°bann Stuntz, malte sie anfangs ebenfalls Land-j ■ i .j«.«jc gc ], a ften in der Weise jener französischen Meister,welche zur Zeit ihrer Anfänge das Feld behaupteten. Ein längererAufenthalt in Rom führte sie aber auf das Gebiet der religiösen Ma-lerei, welche sie mit grösster Zartheit, und Liebe pflegt«. Oft schilderte"e die Mutterliebe in der Madonna mit dem göttlichen Kinde , und'■war in den mannigfaltigsten Gruppen. Eines der schönsten Gemäldedieser Art, die hl. Jungfrau in halber Lebensgrössc mit dem vor ihr
Mimogrammiiiton IM. IT. 38