E. Nr. 1488. 565
Werke bekannt: Archetypa sludiaque I'atris Georgii IToefnagelii Jacobus
F. genio duce ab ipso sc.ulpta, ele. Ann. Sal. XCII (15!)2) Antat. XVJI.Francofurti ad Moenum. Vier Thcile ä 12 Blätter, nebst vier Titeln,qu. fol. Wir finden keinen Grund, weder dein einem, noch dem anderenMeister das gegebene Zeichen zuzuschreiben. Die Kupferstiche mitdemselben weisen auf italienische Vorbilder, und konnten auch inItalien gestochen worden seyn, und zwar von Gisbcrt van Veen, dessenName auf Blatt No. 1 vorkömmt. Der Nagel scheint nicht durch denBuchstaben E , sondern durch einen bedeutungslosen Schnörkel zugehen, da die gegebene Form des E in der zweitenllälfte des 16. Jahr-hunderts wohl nicht gebräuchlich war. Der dritte Nagel ist offenbarnur von einem Zuge umgeben, welcher ohne Bedeutung ist. Es istdiess ein redendes Verlagszciihen, da nach Christ die Sylbc Ex (Ex-cudü) am Nagel hängt. Wir haben kein Blatt mit demselben gesehen,im Catalogu« du teste de la CoUeclion d' Estampes de Mr. le Comte M. deFries No. 1748 ist aber ein Kupferstich angegeben, welcher mit demNagel und Ex. 1530 bezeichnet seyn soll. Dieses Blatt stellt denLeichnam des Herrn von drei Engeln beweint vor, und ist MARC.MORO bezeichnet. Die Composition rührt demnach von Marco Angcli delMoroher, dieser Meister war aber 1538 noch nicht Künstler, und somitwird die Jahrzahl unrichtig angegeben seyn. Es mttsste aber auch
G. Hoefnagle weichen , da er erst 1545 zu Antwerpen geboren wurde.Wir treten aber für letzteren so wenig ein, als für seinen Sohn Jakob.Das Zeichen gehört einem Verleger an, und ein solcher war GeorgHoefnagle nicht. Die Blätter mit obigen Zeichen sind folgenden Inhalts :
1) Apollo und die vier Jahreszeiten. Er tritt mit ihnen aus demrechts errichteten grossen Zelte hervor. Links im Rande: Raphaelvrbinas Inventur, rechts : Gisberlus venius scalptor. In der Mitte ist daszweite Zeichen mit der Jahrzahl 1509 eingestochen, und rechts undlinks von diesem sind acht italienische Verse. Höhe 9 Z. 11 L.Breite 12 Z. 4 L.
Die Composition ist nicht von Rafael Santi aus Urbino, sondernvon Rafael dal Colle aus dem Herzogthum Urbino. Beim zweiten Druckewurde oben eine Tafel eingestochen, mit der Schrift: QVATVORANNI TEMPORA.
2) Venus empfängt durch Nymphen und Satyren die Gaben derCeres. Nach Bartolomäus Spranger von Egidius Sadeler gestochen.Mit dem ersten Zeichen, fol.
1488. Jan van Eyck wurde früher für den Verfertiger des be-ry-)' |j- ^ rühmten Danziger Dombildes gehalten. Es stellt das
,)r~*~~-X jüngste Gericht vor, anscheinlich als Grabdenkmal einerFrau , deren Name ans der gegenwärtig beschädigten Inschrift sichnicht mehr ermitteln lässt. Unter der Figur einer Frau ist nämlichein Stein mit der noch sichtbaren Schrift: HIC IA..... ANNO DO-MIN ......CLXXVII. (1477). In einem Ornamente an diesem Grab-steine bemerkt man das erste Zeichen , welches Brulliot, App. II.No. 77, irrig vertikal stellt, so dass nach seinem Facsimile die mo-dernere Form des Cursiv E deutlich sich zeigt. Allein es handelt sichnicht um diesen Buchstaben , indem er in der zweiten Hälfte des15. Jahrhunderts in der modernen Form gar nicht gebräuchlich war.Auch ist das Danziger Bild nicht von dem lange vor 1477 verstorbenenJan van Eyck, sondern nach Passavant (Kunstblatt 1847 No. 33) vonHans Memling gemalt. Auf Jan van Eyck deutete Büsching (Kunst-blatt 1821 No. 55) das Zeichen, und er stellte es wohl absichtlich ver-tikal, um ein deutliches E herauszubringen, dessen Form aber nichts