562 E. Nr. 1478 — 1483.
1478. Unbekannter Schmelzmaler, welcher zu Anfang des 12. Jahr-hunderts thätig war. Graf Leo de Laborde, iVolt'ce des Emauxetc. Paris 1052 p. 98, entdeckte sein Zeichen auf der Rück-seite eines ornamentirten Stabes im Museum des Louvre,welcher einem Reliquienkasten von byzantinischer Arbeitentnommen ist. Auf die Entdeckung des Namens des Ver-fertigers muss man wohl für immer verzichten. Er konnteaber in Deutschland gelebt haben, und der Zunft der Gold-schmiede angehören. Wir habeu das Zeichen auch unterD. No. 868 eingereiht, es handelt sich aber sicher um die
alte Form des JE, wie sie auch in deutschen Incunabcln des 15. Jahr-hunderts mit geringer Abweichung wiederkehrt.
1479. Unbekannter Goldschmied, welcher gegen Ende des 15. Jahr-hunderts thätig war. Sein Zeichen findet man auf einem ge-stochenen Blatte, welches eine verzierte Dolchscheide vor-stellt. Auf der Fläche derselben ist die Figur eines Manneseingravirt, dessen Lanze bis an den oberen Rand der Plattereicht. Er trägt eine Feder auf der Mütze, und nach dem
Costüme zu urtheilen, wird das Blatt nicht nach 1500 gestochen seyn.Die Arbeit ist gering, und somit haben wir wohl keinen Kupferstechervon Profession. H. 4 Z. 6 L. Br. oben 1 Z. 3 L., unten 1 Z.
1480 . Christoph Wilhelm Eckersberg, Historien- und Marine-~fj * maier, geb. zu Sundevit im Holsteinischen 1783, gest. zuH Copenhagen 1853 als Professor an der kgl. Akademie der
II v , Künste. Mit grossem Talente begabt, behandelte er biblischeund mythologische Stoffe mit geistreicher Leichtigkeit, und zeichnetesich auch namentlich im Portraite aus. Seestücke malte er nur inZwischenräumen , welche ihm seine umfassenden Arbeiten gestatteten,aber auch diese Bilder verrathen die Meisterhand. Auf mehreren Ge-mälden kommt der Buchstabe E vor, besonders auf Marinen und klei-neren Compositionen aus dem nordischen Sagenkreise. Auch ver-schiedene Radirungen hintcrliess er, besonders Seebilder mit Schiffen.Eigenhändige Radirungen sind auch jene folgenden Werkes: Linear-perspectiven, anvendt paa Malerkunslen, en raekke af perspeclivischc Studiertif C. W. Eckersberg. Med tillibrende Ferklaringer. 11 Made i Fol. MedText. Kjöbenhavn 10M, qu. fol.
1481. Unbekannter Eunstsammler, welcher zu Anfang des 18. Jahr-hunderts gelebt haben dürfte. Man findet Kupferstiche, undzuweilen auch Zeichnungen, auf welchen der Buchstabe Eeingestempelt, oder sorgfältig eingeschrieben ist. Vielleichtkommen diese Blätter aus der Sammlung des bekannten JohnEvelyn, welcher sich eines aus E I bestehenden Zeichens bediente.
1482. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der ersten Hälftei. v i des 16. Jahrhunderts thätig war. Von seiner Existenz spricht1^1 ein seltenes Blatt, welches links Christus am Kreuze vorstellt,dessen aus der Seitenwunde rinnendes Blut einen rechts vor ihm nebender Dame knieenden Herrn benetzt, lieber diesen Figuren steht: Lucas.XXIII. Cap. Vmb die neunden Stund etc. , und tiefer: O Herre Gott,dein Blut wasch mein Sünde. 1546. Im Hintergrunde breitet sich dieStadt aus, und am Fusse des Kreuzes bemerkt man das Künstlerzeichcn,welches Bartsch, P. gr. IX. p. 67, für VE. nimmt. H. 4 Z. 5 L. Br. 2 Z. 9 L.
1483. Unbekannter Emailmaler, welcher in der zweiten Hälftep des 16. Jahrhunderts in Limoges gelebt zu haben scheint. In der
* Collection Debruge-Dumenil , deren Beschreibung M. Labarte 1847