E. Nr. 1477. 557
E.
1477. Der Meister <£• 9. von 1466 tritt hier nur mit einem vor-•HT^—' läufigen Artikel auf, da auf den wenigsten
[ L ___, *) „ Q o/\oAo ^' attern der Buchstabe <£ allein vorkommt.
V J -^- ^-' n <: Wir werden daher unter (£. 9. auf ihn aus-
^JL^ ^^ (f L führlich zurückkommen, und hier sei nur bc-•kM.U& ' w' / \JU o merkt, dass die vielen, jetzt diesem Meister
Vp^ V"v zugeschriebeneu Blätter nicht zur Hälfte von
• VJlT 0 ,^lS •*(&■ seiner Hand herrühren können, obgleich die
Stylverwandtschaft unläugbar ist. Der Meister, auf dessen Namen wirspäter eingehen, hatte wohl Schüler, jedenfalls Nachahmer, und unterersteren könnte sogar ein Blutsverwandter seyn, welchem ebenfalls mitE. und JB. S. bezeichnete Blätter angehören dürften. Man konnte sichja von jeher nicht entschliessen, alle diese Stiche auf Rechnung einesEinzigen zu setzen, und es wurden daher Perioden angenommen, welcheder Meister zu durchlaufen hatte. In dieser Periodenmacherei gefielsich in neuester Zeit besonders Direktor Frcnzel in Dresden, welcherin Dr. Naumann's und R. Weigel's Archiv für die zeichnenden KünsteI. S. 15 ff. das Verzcichniss der Blätter auf 200 bringt, währendBartsch P. gr. VI. p. 1 ff. deren 103 beschreibt, und nur solche auf-zählt, welche auf den Grund einer gewissen Analogie zusammengestelltwerden können. Bartsch verfuhr nach Autopsie, und die diesem Meisterzugeschriebenen Blätter, welche er nicht zu Gesicht bekommen hatte,machte er in einem Anhange namhaft. Die Eintheilung der Blätterin Perioden hatte Bartsch nicht erfunden , und es ist auch wirklichnichts erzielt, wenn mau mit Frenzel annimmt, dass das eine der un-bezeichneten Blätter in die früheste, das andere in die frühere, undein drittes in die besste Zeit des Meisters gehört. Wer weiss denn,wie dieser räthselhafte Künstler 5 oder 10 .Jahre vor 1466 gestochen,und was er nach 1467 noch geleistet hat? Wer beweist denn einstufenweises Fortschreiten, oder eine Abnahme der Kräfte desselben?Die Initialen E oder E S. sind die einzigen Documente, welche ent-schieden von seiner Existenz sprechen, und die Jahrzahlcn iWe undl'Kil geben den Anhaltspunkt für die Zeit seiner Thätigkeit. DieZahl der mit den Initialen bezeichneten Blätter ist gering, und imVergleich mit anderen ohne Zeichen und Datum gehören nicht alle zuden vorzüglichsten Leistungen dieser Categorie. Dass die jetzt demMeister E. S. zugeschriebenen Blätter mehr oder weniger Aehnlichkeitim Style der Zeichnung, und in der Behandlung beim Uebertrage aufKupfer haben, beweist noch nicht, dass sie alle von derselben Handherrühren. Es herrscht ja nicht einmal vollkommene Uebereinstimmungzwischen den mit E und E. S. bezeichneten Blättern , und auch dieInitialen sind in der Form nicht gleich, was nicht ganz ohne Gewicht ist,