Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
551
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DW. Nr. 1458 — 1459. 551

schränken wir uns liier nur auf ein einziges radirtes Blatt in Ostado'sGeschmack. Es stellt ein altes Weib mit dem Kinde auf dem Armevor der Thüre eines Bauernhauses vor. Unter der Thüre steht dieBäuerin mit an die Hüfte gesetztem rechton Arme, und zu ihrenFüssen kratzt sich der Hund. Unten im Rande nach links bemerktmau das Zeichen. II. 4 Z. 5 L. Br. 3 Z.

Im ersten, sehr seltenen Drucke kommt diese Vorstellung aufchinesisches Papier mit breitem Rande vor. Später wurde die Plattemit jener der Gruppe aus der Testamentscröft'nung nach dem berühmtenBilde in der k. Pinakothek zu München auf einen Bogen abgedruckt.Das Monogramm der zweiten Vorstellung ist anders geformt, indem dasI) im W vorkommt. Wir führen daher den Künstler unter W ü wieder ein.

1458. Unbekannter Formschneider, welcher um 1589 in Regens-T' \A~\7" /* * mr ß ß c ' eut hauen dürfte. Die Initialen D W mit dem

j \ \/ Messer findet man auf einem sehr grossen HolzschnitteM~*J VV mit der Ansicht der genannten Stadt, wir gehen aber-4HC3» },i C j. n i(i,t wc iter darauf ein, da sich die Buchstaben 1) Wan das aus FK gebildete Monogramm reihen. Hier ist nur der Rück-weis gegeben, da auch ISrulHot und Heller die Initialen 1) W getrenntbeifügten. Die Beschreibung des Formsehnittwcrkes folgt unter demZeichen F K. Hier sei nur noch bemerkt, dass die genannten Schrift-steller die Buchstaben nicht genau gegeben haben , wie der Vergleichlehren wird.

1459. Dietrich Winhart, Maler von München, soll auf Form-T~\-r-\7'/~ schnitten durch die Initialen BW seinen Namen ange-

J__J \A/ deutet haben. Die Blätter mit denselben erschienen aberT *$ s" Q "^h* nl München, sondern in Heidelberg, und somitv//^ D^Osös könnte der fragliche Meister in Diensten des Pfalz-grafen Otto Heinrich, welcher daselbst residirte und 1559 starb, ge-standen seyn. In diesem Falle hat er den Pfalzgrafen nach dem Lebengezeichnet, und es ist vermuthlich auch der Holzschnitt von seinerBand. Christ, Monogrammen-Erklärung S. 170, spricht ebenfalls von»n Heidelberg gedruckten Holzschnitten mit der .Inhrzahl IWÖ-tl. 1550,aber wohl ohne deren gesehen zu haben, da er ein aus D W. be-stehendes Monogramm beifügt, welches offenbar dem italienischenKupferstecher I) M V von 1555 (No. 1257) angehört, aber schlechtnachgebildet ist. Was Heller, Monogr.-Lex. S. 114, von einem DenisWaterloo sagt, ist ohne allen Grund. Auch der vorhergehende Meisterkann mit unserm ü \V nicht wohl Eine Person seyn, da jener um mehrals 30 Jahre später auftritt.

1) Heinrich Otto Pfalzgraf bei Rhein unter einem von zwei Säulengetragenen Bogen in halber Figur von vorn. Links am Säulenfussestehen die Buchstaben I) W., und rechts 155(1. Auf einem zweitenMatte , welches unter dem Bildnisse angeklebt wurde, ist das ebur-Pfälzische Wappen in einer Einfassung, ebenfalls mit der Jahrzahl (000.Die beigefügten Buchstaben 0. II. I'. C. bedeuten: Otlo llenricus Paluii-natus Comes. Das Blatt mit dem Bildnisse ist 4 Z. 11 L. hoch, und5 Z. 10 L. breit. Jenes mit dem Wappen ist 4 Z. 7 L hoch.

2) Loth mit seinen Töchtern. Er sitzt rechts neben einer Höhlean der Seite der einen Tochter, während die andere zur Linken ihmden Krug reicht. Im Grunde geht Sodoma in Flammen auf. Untengegen rechts am Rande stehen die Buchstaben D W ohne Jahrzahl.H. 4 Z. 6 L. Br. 6 Z. 6 L.