DVB. Nr. 1427. 543
das Gemälde in Aschaffenburg den Charakter der früheren holländischenLandschaftsmalerei trägt, so ist nicht an diesen D. v. Boon zu denken,sondern an David Vinckeboons, welcher auch I). V. Boons und l). V. Boenszeichnete. Dieser Meister wird desswegen im Catalog van HulthomNo. 1126 mit Daniel van Boon vorwechselt. Es wird letzterem einradirtes und gestochenes, wahrscheinlich von P. Serwoutor herrührendesBlatt zugeschrieben, welches ein in einer Landschaft sitzendes Paarin Umarmung vorstellt, wie in einiger Entfernung der mit dem Bogenbewaffnete Tod auf dasselbe lauert. Im Bande sind vier holländischeund lateinische Verse, und der Zeichner nennt sich I). V. Boom,worunter sicher Vinckeboons zu verstehen ist. Ein zweites Blatt,welches in dem erwähnten Cataloge dem D. v. Boon zugeschriebenwird, enthält das Bildniss dos Heinrich Goltzins, und ist von R. Bondgestochen. Der Zeichner oder Maler kann wieder nicht D. van Boonseyn, sondern D. Vinckeboons oder D. V. Boons, der Zeitgenosse desH. Goltzius. Auf den Blättern des P. Scrwouter nach diesem Meistersteht meistens: D. V. Boons , und auf dem seltenen Blatte mit derBettlerhcrbcrge liest man : D. V. Bonns Inuentor. Wir möchten daherglauben , dass die gegebenen Buchstaben auf David Vink-boons sichbeziehen, wenn nämlich der Charakter des Gemäldes für diesen Meisterentscheidet. Wir haben aber auch ein radirtes und gestochenes Blattmit ]) V B. kennen gelernt. Im Falle, dass die Landschaft im Schlossezu Achaffenburg für Vinckeboons nicht stimmen sollte, mttsste vielleichtDirk van Bergen eintreten, welcher ebenfalls ü v B. zeichnete.
Für Daniel v. Boon bleiben nur ein paar Blätter in schwarzerManier. Das eine stellt einen Violinspicler vor, unter dem Titel:Playing on a Yiolon , das andere einen alten Mann , welcher eineSchüssel mit einem gebratenen Huhn in den Händen hält.
1427. Pieter van ilen Berge, oder Berghe, von Amsterdam, war^P d um 1648 — 1695 als Maler und Kupferstecher thätig. ErQJ/Od./". radirte und stach eine bedeutende Anzahl von Blättern,theils nach G. Lairesse , theils nach seinen eigenen Zeichnungen.Mehrere sind mit dem Monogramme bezeichnet, andere mit den Buch-staben p. v D. B. Dann arbeitete van den Berge auch in schwarzerManier. Die Blätter dieser Art fallen in die frühere Zeit der Erfin-dung dieser Kunst, und beweisen, dass es dem Künstler nicht immergelang, die Schwierigkeiten der neuen Technik zu überwinden. EinigeBlätter sind aber sehr gut behandelt. Graf L. de Laborde, Hist. de lagravure en maniere noiro p. 171, hat mehrere Schabblätter verzeichnet.Bas Monogramm finden wir auf keinem. Sie sind meistens mit demNamen P. v. d. Berge bezeichnet. Man behauptet, der Künstler haben ur in Paris und in Hamburg de Berge geschrieben, allein auch diein Holland gestochenen Blätter scheinen fast alle diesen Namen auf-zuweisen, nicht Berghe. Dass der Meister aus Amsterdam stamme, be-weisen die schönen Mezzotintobildnisse des Königs Christian Albertvon Dänemark und seiner Gemahlin Friderikc Amalie. Die Dedicationdes Bildnisses der Königin unterzeichnet er: Petrus von den BergeAmsiclodamensis. Seinen Aufenthalt in Paris beurkundet die Adresseeiniger Kupferstiche, welche auf jene Stadt deutet. In Hamburg ar-beitete er Bildnisse in schwarzer Manier aus, meistens Medaillons.A uf dem trefflichen Medaillon mit dem Bildnisse des David Scharfsteht: Vieler van den Berge fec. llamb. , und auf jenem eines JohannHorb: p. v . d Berge fecü in Hamburgh. Im Jahre 1695 verweilte erin Amsterdam. Er führte die Adresse : Op de lleguliers Graft et indeKalverttraat inde Groenen Berg. Damals stand aber der Künstler bereits