536 DV. Nr. 1406 — 1408.
und D V S. Hennin beschreibt Denkmünzen auf Ereignisse der Revo-lutionszeit. Dieser Schriftsteller lässt den Künstler den 10. Juni 1817sterben, in anderen Werken über Münzkunde wird 1795 als sein Todes-jahr bezeichnet.
1406. Der unbekannte Formschneider mit diesem Zeichen ist im■» >. ersten Bande unter No. 2097 eingeführt, da man auch 6 Fiesen-IV kann. Der Holzschnitt, auf welchem das Monogramm vorkommt,J-* ist an der betreffenden Stelle erwähnt.
1407. Stempel der Porzellan • Manufaktur zu Menecy in Frank-tna r reich. Die Buchstaben I) V sind an der unteren Fläche der\_J v verschiedenen Gefässe eingedruckt, welche aus dieser Anstalthervorgingen. Sic gehört zu den frühesten Fabriken, welche nach demVorgange Meissens Porzellangefässe bereiteten.
1408. Dirk van Star oder van Staren, der Meister mit dem SternA^w (Maitre ä l'Etoile), wird seit unvordenklicher Zeit der Ver-
-D v\v fertiger jener Kupferstiche genannt, auf welchen die gc-DTkV gebenen Buchstaben rechts und links von einem Sterne(holl. Star) vorkommen. Ein authentisches Documcnt für diesen Namenist indessen bisher noch nicht aufgefunden worden, die Wahrschein-lichkeit spricht aber im hohen Grade dafür. Wir werden nicht irren,wenn wir diesen Meister mit dem Stern mit dem Glasmaler Dirkvan Star, welchen Guicciardini in der Beschreibung der Niederlandewohl nur durch Druckfehler Theodor Stas van Campen nennt, fürEine Person halten. Der genannto Schriftsteller nennt ihn nebenJohann Ack, über welchen wir im ersten Bande No. 713 gehandelthaben, unter den ersten Glasmalern, welche von 1520 ab in Antwerpenthätig waren. Auch A. Dürer rühmt einen Glasmaler Dietrich zu Ant-dorff, unter welchem wir ohne Gefahr den Dirk van Star vermutheudürfen, da der Name Dirk mit Dietrich und Theodor gleichbedeutend ist.Wenn in der späteren Ausgabe der Biographien des Giorgio Vasariebenfalls Dirick (Dirvic) Stas di Campen statt Star steht, kann dicssgar nicht in Anschlag gebracht werden, wenn einmal eine irrige Lesartverbreitet war. Und dann findet man auch noch Glasgemälde, welchein der Zeichnung auffallend an die Kupferstiche des Meisters mit demStern erinnern. Auch Handzeichnungen mit D * V kommen vor, welcheeben so grosse Innigkeit in den Köpfen kundgeben , als diess in denKupferstichen der Fall ist. Dirk van Star gehört neben Lukas vanLeyden zu den bedeutendsten holländischen Meistern der ersten Hälftedes 16. Jahrhunderts. Er erscheint noch in seiner vollkommenen vater-ländischen Eigcnthüinlichkeit, wusste sich dabei nöthigenfalls zum Er-habenen aufzuschwingen, und behandelte auch komische Stoffe, ohnein Carrikatur zu verfallen. Glasgemälde mit ü * V finden sich unsersWissens nicht, es mögen aber deren zu Grunde gegangen seyn , dakaum zu denken ist, dass der Meister Dietrich nur Zeichnungen zusolchen gefertigt hat. Dagegen kommen noch Glasbilder vor, welcheaugenscheinlich seine Zeichnung vorrathen. In der Capelle des hl. Bluteszu Brüssel sind Glasscheiben mit der Jahrzahl 1MO, auf welchen einMonogramm vorkommt, welches aus den Buchstaben S T V zu bestehenscheint. Sie sind im Style dos D. van Star behandelt, und jedenfallsnach seinen Zeichnungen bemalt. Möglicher Weise wechselte derKünstler mit dem Monogramme, was bei alten Meistern öfter vorkommt.Auch die Glasmalereien des oben erwähnten Jan Ack sind im Styledes D. van Star behandelt, und man kann diesen Meister zu dessenSchülern und Gehülfen zählen.