534 DT F. Nr. 1401.
Die getrennten Buchstaben findet man auf dem Bildnisse desPapstes Gregor XIII. nach Passarotti, B. No. 7 , auf dem Blatte mitder büssenden Magdalena nach Tizian , B. No. 5 , auf jenem mit derallegorischen Gestalt des Friedens und einem gefesselten Krieger,B. No. 6, und auf einem solchen mit der Ruhe der hl. Familie imPalmenhaine , B. No. 1. Bartsch behauptet, dass letzteres Blatt nurim zweiten, retouchirten Abdrucke das Kütistlerzeichen trage, er über-sah aber, dass unten rechts der Name Augus. Car. stehe. Es ist alsoAgostino Carracci mit im Spiele, welcher wahrscheinlich die Plattevollendete. Wenn daher ein Exemplar ohne Monogramm, und ohneNamen vorkommt, so handelt es sich wohl nur um einen Probedruck.Die Abdrücke mit dem Monogramme und der Abbreviatur des Namenshaben nicht das Gepräge einer späteren Retouchc, sondern zeigen anverschiedenen Stellen die geistreiche und kühne Nachhülfe des A. Car-racci. Alle genannten Blätter sind in Folioformat.
Die grosse Ansicht des herzoglichen Palastes in Fcrrara, welchenach Bartsch No. 9 auf zwei Platten gestochen seyn soll, besteht ausdrei Bogen. Die rechts hin gehörige Abtheilung kannte der erwähnteSchriftsteller nicht. Die Grösse des Ganzen: Höhe 19 Z. 6 L.Br. 38 Z. 10 L.
1401. David Teniers und Prost van Terl«e sind oben unter dem"PjN-p, Monogramm flTNo. 1392 bereits eingeführt, und unter
JT/ £ . r Q Bezugnahme auf jenen Artikel bemerken wir daher nur,-pp. A dass Brulliot und andere Schriftsteller das erste der ge-12? • r . gebenen Zeichen auf Gemälden des D. Teniers vorgefundenhaben wollen. Es ist diess wenigstens von einem Gemälde im Museumzu Amsterdam zu vermuthen, nach welchem das unter No. 5 beschrie-bene Blatt radirt ist. Wir kennen indessen kein Bild mit diesem,oder einem ähnlichen Monogramme, sondern nur radirte Blätter, welchefast alle dem D. Teniers jun. zugeschrieben werden , was wohl nichtder Fall ist. Die Richtung der genannten Meister haben wir unterdem Monogramm D T. 1. c. bezeichnet, wie nämlich die beiden Teniersmehr jener des A. Brouwer und P. P. Rubens huldigten , und Drostvan Terlee dem Rembrandt nachahmte. Auf diesen Grund hin schrei-ben wir das erste Blatt dem D. van Terlee zu, da sich darin dieRembrandt'sche Manier entschieden kund gibt.
1) Halbe Figur eines Mannes mit langem und breitem Barte, wieer die beiden Hände in die Aermel seines mit Pelz ausgeschlagenenRockes steckt. Er trägt ein schwarzes Barret, und an seiner Brusthängt eine Medaille an der Kette. In der Mauer des Grundes istrechts eine Nische, in welcher die Sanduhr neben einem runden Ge-fässe steht. An der Brüstung unter der Nische bemerkt man dasuntere Zeichen. H. 6 Z. 3 L. Br. 4 Z.
Dieses schöne und seltene Blatt ist in Rembrandt's Weise be-handelt, oder stimmt vielleicht noch mehr mit den reinen Radirungendes J. Lievens , welcher derselben Richtung huldigte. Es wird ge-wöhnlich dem D. Teniers jun. zugeschrieben.
2) Der Angler, nach rechts gehend. Unten das aus D T bestehendeMonogramm mit F., schmal 12.
Dieses seltene Hlättchen weicht von dem obigen ab, und ist vonkeinem Nachahmer Rembrandt's. Man schreibt es dem D. Teniers zu,ohne Angabe, ob es von dem älteren , oder dem jüngeren Meisterdieses Namens herrühre.
3) Brustbild eines alten bärtigen Bauers mit der Mütze, in Profilgegen rechts. Oben links das Monogramm V T. F., 8.