Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
531
Einzelbild herunterladen
 

©

DT. Nr. 1393 — 1395. 531

1393. Gilles Demarteau, Zeichner und Kupferstecher , geb. zuLüttich 1729 oder 1732, gest. zu Paris 1776. Dieser Künstlerrühmte sich der Erfindung der Crayonmnnier, oder der Kunst,

fy Kreidezeichnungen auf Kupfer nachzuahmen, deren er in schwar-zen und in rothen Abdrücken verbreitete. Allein der eigentliche Er-finder ist J. C. Francoys, wie wir oben unter dessen Zeichen No. 257nachgewiesen haben. Demarteau übte aber diese schon von J. Lutmaund F. Asprnck versuchte Kunst mit grösserem Erfolge, und erreichtewirklich Vollkommenheiten, welche seine Vorgänger nicht besassen.Die Zahl seiner Blätter ist sehr gross, viele gehören aber jetzt zuden Seltenheiten. Demarteau gab darüber einen Catalog heraus: Ca-talogue des estampes gravees au crayon d' apres di/ferentes Mailres qui sevendent ä Paris ches Demarteau Graveur du Roi , et I'ensionaire de SaMajeste , pour V invention de la Gravüre imitant les dessins, CloilreS. Benoit, la 3 e Porte cochere d gauche en entrant par la rue des Ma-thurins, kl. 8. In diesem Cataloge sind 664 Blätter verzeichnet. Aufvielen Stichen kommt das Monogramm des Künstlers vor. Es bestehtnicht aus D T, sondern aus l) mit einem Hammer, französisch Marleau.Somit ist das Zeichen ein sprechendes. Zuweilen ist die Sylbe Sculp.,und auch das Wort Sculpsit beigefügt.

1394. T. D. Brucil soll nach Christ, Monogrammen - ErklärungS. 169, Kupferstiche mit diesem Monogramme bezeichnethaben. Brulliot I. No. 1698 spricht unter Bezugnahme aufChrist von einem Thomas De Breuil, ein Künstler diesesNamens ist aber nur durch Verwechslung mit Toussaintdu Breuil in die Kunstgeschichte gekommen. Toussaint

/6 /^ kann aber auch nicht gemeint seyn, da er den 22. November1602 starb. Christ hält aber entschieden an einem T. D' Brueil fest,und man möchte daher glauben , dass er Blätter mit diesem Zeichengesehen habe. Sollte das obige Monogramm, aber jedenfalls kleiner,auf Kupferstichen mit Abbildungen von verschiedenen Schlosserarbeitenvorkommen, so deutet es den Namen des Didier Torner an, welchersich aber auch Tovoier und Tovnoyur nennt. Die Muster fürSchlosser erschienen in Folgen von 1619 — 1625.

1395. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der ersten Hälfte-y^S TP des 16- Jahrhunderts lebte, und vielleicht einer stillenY§T>—: X • Klosterzelle angehörte. Auf der Bibliothek zu LüttichJ-> T,Z> t befindet sich eine ganze Reihe von Handschriften, welche£lle aus dem Kloster St. Trudo stammen, und denen viele, theilshöchst merkwürdige alte Kupferstiche eingeklebt sind. Ausserdemkommen sie sehr selten vor, und mehrere dürften sogar einzig seyn."er Stecher D T, hat vielleicht ebenfalls im Stifte St. Trudo gelebt,oder es wurden seine Platten von auswärts her mit einer geringenAnzahl von Abdrücken dahin abgeliefert. Von folgenden Blättern habenwir durch gefällige Mittheilung der Herren Passavant und E. HarzenKunde.

1) St. Trudo sitzend auf einem reich verzierten Throne in barokemktyle, mit dem Kirchenmodelle in der Linken. Im Runde über dieserErstellung kniet rechts ein junger Heiliger, und links wirft eine Frauv on der verfallenen Mauer Steine vor ihn. St. Trudo baute nämlicha js siebenjähriger Knabe eine kleine Kirche von Stein , welche voneinem Weibe zerstört wurde. Dafür mit Blindheit geschlagen , erhieltes auf Fürbitte des Heiligen die Sehkraft wieder. Der Rahmen desö "des ist aus Blumen , Trauben und Blätterwerk gebildet. Oben in

34*