506 DP. Nr. 1312.
Man weiss, dass Piola dem R. Castiglionc anch in Gemälden nach-geahmt habe, bis er sich endlich der Richtung des Pietro da Cortonahingab. Ein anderes, von Rartsch No. 1 beschriebenes Rlatt, welchesebenfalls die Geburt Christi vorstellt, ist in Riscaino's Manier radirt,und mit 0. P. F. bezeichnet. H. 8 Z. 3 L. Rr. 6 Z. 4 L.
Wenn diese beiden Rliitter wirklich von Piola herrühren, so kön-nen die anderen von Rartsch beschriebenen Rndirungen nicht von ihmseyn , da sie sehr davon abweichen. Diess ist auch mit oinem Rlattevon 1640 der Fall, welches in einigen Catalogen dem Piola zuge-schrieben wird, und im Künstler-Lexieon unter No. 6 vorkommt. Esstellt den hl. Anton von Padua vor, wie ihm das Christkind in einerEngelglorie erscheint. Links an der Stufe, auf welcher der Heiligekniet, bemerkt man die .Tahrzabl IHM), und unten steht: S. ANTONIODA PADOA. II. 9 Z. 8 L. Rr. 7 Z. 1 L. Dieses Rlatt ist in derWeise Gimignani's radirt, und müsste , wenn Piola der Urheber ist,die Arbeit eines Knaben von 12 Jahren seyn. Wir können aber nichtannehmen, dass D. Piola schon 1640 die Nadel so sicher geführt habe.Es ist aber wahrscheinlich auch nicht an I). Peruzzini zu denken, ob-gleich er eine ähnliche Vorstellung radirt hat. Dieses Rlatt ist untenlinks Dom. P. F. bezeichnet, und oben unter dieser Abbreviatur be-schrieben. Die Platte zu diesem Rlatte kam in Rom zum Vorschein,wo wenigstens die zweiten Abdrücke mit Rossi's Adresse ausgegebenwurden. — Folgende Rlätter schreibt Rartsch entschieden dem Dom.Piola zu.
1) [R. No. 4] Paris fast nackt mit Stock und Apfel an einemPiedestale, in Kniestück. Auf dem Apfel stehen die Ruchstaben D.P.H. 4 Z. 3 L. Hr. 3 Z.
Dieses Rlatt ist schwach in der Zeichnung, und auch die Nadel-arbeit stimmt nicht für Piola. Die Ruchstaben D. P. auf dem Apfelbeziehen sich wahrscheinlich nicht auf diesen Künstler , sondern be-deuten nach der Analogie eines anderen uns bekannten Plattes DelurPulchriori.
2) [R. No. 5] Ein Alter mit langem Rarto in halber Figur. Linksoben DP H. 5 Z. 7 L. Rr. 3 Z. 9 L.
Dieses Rlatt ist breit radirt, und kühn gezeichnet. p]s erinnertan Castiglione, könnte aber auch von G. Testana herrühren, da dieserein paar Köpfe von Philosophen nach Piola's Zeichnungen in Kupferbrachte.
1312. Domenico Peruzzini, Maler und Radirer von Pcsaro oderD. P. 1640, D. P. 1661. \ Ancona, blühte um 1640-1661. Als. . , . . > Schüler von G. Pandoln wurde er in
VF, Ü.P. f. Anconae. J dio Grundsätze des F. Zuccaro ein-
geweiht, verfolgte aber später die Richtung der Carracci. Man findetradirte Rlätter mit den Initialen D. P. , welche früher gewöhnlich demDomenico Piola, dem vorhergehenden Künstler, zugeschrieben wurden.Rartsch wies einem jeden dieser Meister den muthmasslichen Theil an,und dem Peruzzini vindicirt er im Peintre - graveur XXI. p. 138 ff.12 Rlätter. Sic unterscheiden sich von jenen des D. Piola wesentlich.Peruzzini war ein tüchtiger Zeichner, wie man von einem Nachahmerder Carracci erwarten kann. Piola führte die Nadel in der Weise dosH. Castiglione, und auch dos R. Riscaino, Peruzzini erinnert aber anSimone Cantarini Pesarose, dessen Mitschüler bei Pandolfi.
Wir gehen hier auf die betreffenden Rlätter kurz ein , da sie infrüheren Catalogen und Schriften fast alle dem Dom. Piola zuge-schrieben werden.