DN. Nr.^1264 - 1265. 493
Versuche in dieser damals neuen Kunst zu den Seltenheiten gehören.D. V. Denon hatte das lithographische Verfahren zu München durchAlois Senefclder kennen gelernt, und- er machte im Angesichte des-selben Proben mit der Kreide auf Stein. Sie fallen in das Jahr 1806,und sind jetzt fast unauffindbar, da nur wenig Abdrücke gemachtwurden. In Paris fand Denon keine Aneifcrung, sich mit der Litho-graphie zu beschäftigen, und die Versuche fielen auch mager aus , daes an einer genügenden Presse fehlte. Erst 1816 brachte Engelmanneine solche zu Stande , Denon blieb aber dem Unternehmen ziemlichferne , da sich von jeher andere Pariser Kunstfreunde für die neueKunst mehr interessirt hatten. Darunter ist General Dornet (1806—1808),und besonders Marcel de Serres (1809 — 1814). Auch Graf de Lasteyrie(1812 — 1815) schenkte dem Unternehmen grosse Aufmerksamkeit. Diebessten lithographischen Versuche des Baron Denon fallen erst um1820. Ueber seine radirten und lithographirten Blätter handeln wiraber im folgenden Artikel.
1264. Baron Dominique Vivant Denon, General - Direktor aller-p. kT Cr französischen Museen unter Napoleon L, war alsx) x\ JJlv. Künstler, Kunstkenner und Gelehrter gleich berühmt.Sxnffo-A/7 0 ' Wir haben im Künstler-Lexicon III. S. 343 ausführ-lich über ihn gehandelt, und den weiten Kreis seiner Thätigkeit be-zeichnet. Hier ist besonders zu bemerken, dass sich 340 Blätter vonihm finden, bestehend in Portraiten, vorzüglich von Künstlern, histor-ischen Darstellungen, Genrebildern, erotischen Scenen, Studien nachder Antike und der Natur &c. Ein Theil ist nach Gemälden undZeichnungen berühmter Meister alter Schulen, dann nach Original-Radirungcn gefertiget. Mehrere Blätter sind sehr flüchtig behandelt,andere auf das sorgfältigste vollendet. Denon hat in Kupfer radirt,in Aquatinta und Zeichnungsmanier gearbeitet, auch lithographirt,überhaupt in allen Fächern sich versucht. Das Format seiner Blätterist sehr verschieden, bis zum gr. fol. gehend, wie der in französischerund italienischer Sprache gedruckte Catalog derselben ausweiset. DieGeschichte der Zeichenkunst hat kaum ein interessanteres Werk, alsjenes, welches Denon unter folgendem Titel herausgegeben hat: Mo-numents des arls du dessin chei les peuples tant anciens que. modernes,
recueillis par le liaron Vivant Denon ------ lithographies par ses soins et
sous ses yeux. Decrits et expliques par Amaury JJuval. 4 Voll. Parischez Brunet Denon, Imprimerie de W. Didot, i02f), gr. fol. Diesesseltene Werk enthält im Ganzen 315 Blätter nach Originalzeichnungender italienischen, deutschen, vlämischen, holländischen und französischenSchule , ferner nach Originalgcmälden , Sculpturen in Holz, Elfenbein"ml Alabaster, Bronzen, Cisclicrarbeiton, Medaillen, Münzen, Emaillen,Limosinen, Fayencen, alten Niellcn, Kupferstichen, Holzschnitten u. s. w.Die Originale hatte Denon selbst gesammelt, und sie zum Theil aufgediegene Weise lithographirt und radirt, zum Theil von anderenKünstlern auf Stein zeichnen lassen. Die Vollendung dieses Pracht-werkes erlebte jedoch Baron Denon nicht. Er starb zu Paris 1825.Der erste Band desselben enthält seine Biographie.
Viele Blätter dieses Meisters sind mit dem Namen, andere mitden gegebenen Buchstaben bezeichnet, da der Künstler auch De JVonschrieb. Dem vorhergehenden Artikel haben wir ein Monogramm bei-gefügt, und er dient zur Ergänzung.
1265. Unbekannter Medailleur , welcher in Diensten des Chur-T_)_ jw fürsten Carl Ludwig von der Pfalz stand, also vor 1665 thätig war.
* Die Buchstaben stehen unten im Avers einer goldenen Medaille