Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
477
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DM. Nr. 1220 — 1222. 477

1220. Daniel Mayer, Maler von Ulm, war um 1570 — 1612 thätig./ r 1 y Ll. Er malte Bildnisse und historische Vorstellungen, welche

™ entweder unbezeichnet blieben, oder im Laufe der Zeit

^^ yv zu Grunde gingen. Im Grossherzoglichen Museum zu

Ja ^^ n^ Darmstadt befindet sich eine Zeichnung mit dem gege-benen, muthmasslich auf ihn zu deutenden Monogramme. Sie stellteine junge .Frau in der malerischen Tracht um die Mitte des genanntenJahrhunderts vor. J. H. von Hefner-Alteneck hat diese Figur für seinTrachtenbuch des christlichen Mittelalters durch G. Regnicr in Kupferstechen lassen.

Von demselben Meister ist vielleicht das in einem schönen Holz-schnitte vorhandene, und mit dem Monogramme D M. bezeichnete Bild-niss des Botanikers Johannes Bauhinus gezeichnet. Man findet es indessen Werk: De planus Absynthii nomen habenlibus. Montisbelg. t693,fol. J. Bauhin lebte viele Jahre in Basel, und wurde dann Hofarztdes Grafen Friedrich von Wtlrtembcrg in Mümpclgart.

1221. Daniel Dumoustier oder Du Moustier, Zeichner und Maler,stammt aus einer Familie, welche in Douai ansässig war, undviele Künstler zählte. Er trat um 1580 zu Baris auf den Schau-platz, und erndtetc mit seinen Bildnissen in rother und schwarzerKreide ausserordentlichen Beifall. Es war damals seit vielen

Jahren in Paris Mode, solche Crayous zu bestellen und zu sammeln,und sie mit den Miniaturen der drei Janet, des Claude Corneille &c.in Cabinetten aufzubewahren. Auf der Bibliothek zu Paris werdennoch drei Bände mit 339 solchen Bildnissen aufbewahrt. Daruntersind viele Crayons des Meisters Dumoustier. Unser Künstler zeichnetemeistens Fait par et pour Daniel Dumoustier mit beigefügtem Datum.Das obige Zeichen mit der Jahrzahl 1007 fand Passavant auf demBildnisse der Mllc. de Sarpelis in der k. Sammlung zu Paris. L. Gaultierstach nach solchen Crayons die Bildnisse des Vicomte Alexander deBlosseville (1613), des Bischofs Guillaume de Saint Malo (1618) &c.Auch G. Isac, C. Mellan u. A. haben Bildnisse nach ihm gestochen.Der Künstler starb zu Paris 1631.

1222. Dietrich Meyer, Maler und Radirer, geb. zu Eglisau 1572,tjvt jM gest. zu Zürich 1658. Diese Lebensgrenzen werden für einen

4<aa Kunst lcr bestimmt, welcher als Zeichner und Glasmaler5 yy Ruf genoss, und auch Bildnisse in Ocl malte. Werke dieserArt können wir aber nicht angeben, da deren selbst J. C. Füssly (Ge-schichte und Abbildung der bessten Maler in der Schweiz 1770, I.S. 60) nicht mehr auffinden konnte. Nur Zeichnungen in Tusch, sowie in schwarzer und rother Kreide mit weisser Höbung sind nochvorhanden. Vier solche Zeichnungen sind in R. Weigel's Catalog derSammlung des Antistes und Dekan Vcith I. 1835 No. 586 — 589 an-gegeben. Darunter ist aber eine von 1666, welche einen Zug vonMännern und Weibern, als Allegorie auf die Tugenden und Fehlerder Menschen, vorstellt. Diese Zeichnung ist nach Holbein in Roth-stein copirt, und kann nach der Jahrzahl von unserm Künstler nichtherrühren, da letzterer 1658 starb. Eine andere Zeichnung, Cupidomit dem Köcher vorstellend, hat die Jahrzahl /6G0. Im Catalog Vcithwerden beide Zeichnungen dem älteren Dietrich oder Theodor Meyerzugeschrieben , was wir dahin gestellt seyn lassen müssen, da wirkeinen Künstler dieses Namens kennen, der noch 1669 gelebt hat.Die Familie der Schweizer Meyer ist aber zahlreich, und somit könntendie nach 1658 datirten Zeichnungen von einem Meyer ohne Angabc