Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
459
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DK. Nr. 1175- 1177. 459

1175. Unbekannter Kupferstecher, Welcher in der ersten HälftetX* des 17. Jahrhunderts gelebt zu haben scheint. Man findet dasJjC, gegebene Zeichen auf einem Blatte mit nackten Kindern , inCopie nach einem solchen des Zeichenbuches von Jacob Palma jun.,B. XVI. p. 288 No. 2 ad 27. Von demselben Meister ist wahrscheinlichauch das mit dem Monogramme DK. bezeichnete Blatt, welches einenjungen Mann zu Pferd vorstellt. Er trägt den Degen an der Seite,und eine Pistole im Halfter. Die hinter ihm reitende Frau hält sichan seinem Gewände fest, 4. Wir haben dieses Blatt nicht gesehen,und können daher nicht bestimmen , ob das Monogramm genau dieobige Form habe.

Dasselbe Zeichen scheint auf dem Bildnisse des Pastors StephanFabricius von Bern dem Dichter der lateinischen Verse anzugehören,da es nach Brulliot I. No. 1623 am Schlüsse derselben steht. Sie be-ginnen : Fabricii magni ora vides etc. Dieses Bildniss hat P. Aubrygestochen, 8.

1176. David Kellerdaller, Goldschmied und Graveur, stand um-pf _^ 1628—1655 in Diensten des churfürstlich sächsischen Hofes.JA^LX- Im grünen Gewölbe zu Dresden sind mehrere Werke vonihm, darunter silberne und kupferne Platten, letztere mit Vergoldung.Auf einer solchen Silbcrplatte ist die Verkündigung Maria eingegraben,und an das Monogramm fügt sich die Jahrzahl 1028. Eine der ver-goldeten Kupferplatten stellt den Sabinerraub, eine andere das Götter-mahl vor. Auch Gcfässe mit fein getriebenen Bildwerken rindet manvon ihm. In dem erwähnten grünen Gewölbe, oder der Kunstkammerist ein Giessbeckcn mit Apollo , Marsyas , Midas und anderen mytho-logischen Figuren.

Dann bearbeitete Kellerdaller auch Platten mit dem Bunzen zumAbdrucke. Auf einem Blatte dieser Art erscheint das Monogramm mitder Jahrzahl 24M vorkehrt, und daher bringen wir es unter KD.Das erste der gegebenen Zeichen ist mit demjenigen zu vergleichen,welches wir No. 878 gegeben haben. Wir haben es der Beschreibungdes grünen Gewölbes von A. B. von Landsberg S. 68 entnommen , indessen Facsimile der Buchstabe K nicht vollkommen ausgedrückt ist.Desswegen verfielen wir nicht auf D. Kellerdaller. Auch Direktor vonLandsberg kennt den Träger des von ihm gegebenen Zeichens nicht

1177. David Handel, auch Kännel, und irrig Kaen dl er und-p. Kentier genannt, gehört zu den tüchtigsten Zeichnern,üy/* welche gegen 1546 von Wendel Rihcl in Strassburg beschäf-tiget wurden. Die Deutung seines den früheren Schriftstellern überMonogrammenkunde unbekannten Zeichens geht aus dem cilften Ca-pitel der Vorrede zum Kräuterbuche des Hieronymus Bock (Tragus)hervor. Der Verfasser sagt, dass ihm ein junger Knabe von Strassburg,David Handel, der das Malen ohne Meister von ihm selbst gelernt , unddie Kräuter, so man ihm fürgclegl, aufs ein fälligst, schlechlest und dochwahrhaftigst, ohne etwas davon oder dazu zu thun, mit der Feder gerissenhabe. H. Tragus hatte sein Werk schon 1536 vollendet, es erschienaber erst zehn Jahre darnach im Drucke: Kreuter Buch. — DurchHieronymum Hock. Von newem ßeissig übersehen, gebessert und gemehret,dazu mit hüpschen artigen Figuren allenthalben gezierel. Strassburg, WendelRihel lö'Ki, fei, Vgl. 11. Weigel, K.-K. No. 17,903*. und Treviranus,Anwendung dos Holzschnittes zur Darstellung von Pflanzen S. 14.Auf einigen Holzschnitten kommen obige Zeichen vor, noch mehr abersind mit den Initialen D. K. versehen. Man nimmt jetzt an , dass sie