DIANA. Nr. 1161. 445
1161. Diana Ghisi, von Vasari als ..graziosa fanciulla", und als
DIANA \ Kupferstecherin mit
n| .„ ' _ \ Recht gerühmt, war
DIANA, h. (lie Toc]ltor dos Gio-
DIANA INCIDEBAT etc. 1 vanni Battista Ghisi
DIANA SC. MANTUANA. f von Mantua, welcher
DIANA FILIA INCIDEBAT. I sich von seiner Vater-
DIANA MANTOVANA ROMAE etc. / nannte Vasari nenVt
DIANA MANTVANA VOLATELIANA etc. I ihn daher nicht Ghisi,DIANA MANTUANA CIVIS VOLTEB. etc. \ sondern einfach Gio.
DIANA MANTUANA. 1). batt , ista Mantovano,
r,. ,, . . ,, , . , I so dass also der gc-
Biana Manluana ciuis i olalcrrana etc. j schätztc Künstler un-ter diesem Namen allgemein bekannt war. Desswegen steht auch aufden Kupferstichen unserer Künstlerin : Diana Manluana, Maniovana oderManloana. Nach ihrer Verhcirathung mit Francesco Ricciarclli vonVolterra, welche gegen 1579 erfolgte, fügte sie dem Patronymium zu-weilen Civis Volterana oder Volalerrana bei. Der Taufname alleinkommt nur auf wenigen Blättern vor. Auf die Kupferstiche mit denNamens-Inschriften, welche theils von Rom aus 1581, 1583, 1585, 1586und 1588 datirt sind, gehen wir nicht speciell ein, da Bartsch P. gr.XV. p. 432 ff. das Werk dieser Künstlerin beschreibt. Der NameDIANA allein kommt auf 9 Blättern vor, welche ebenfalls Bartschaufzählt, sowie jene mit DIANA. F. Es sind deren fünf, an welchewir noch ein paar andere Stiche reihen. Der Buchstabe F. bedeutetwohl nicht immer Fecit, sondern auch Filia. Auf dem Blatte mit derKrcuzabnehmung nach Gio. Bat. Mantuano steht nämlich im erstenDrucke DIANA F, und im späteren DIANA FILIA. Wenn es sichum Compositionen von Giulio Romano, Parmigiano u. A. handelt, kannman ebenfalls Filia statt Fecit lesen.
Die Lebensgrenzen dieser Künstlerin sind nicht genau bestimmt.Malpe will wissen, dass sie 1534 geboren wurde. Andere Schrift-steller halten die Zeit um 1535 und 1536 fest. Die Daten auf denBlättern gehen von 1575 bis 1588, damit ist aber nicht gesagt, dassdie Künstlerin vor 1575 nicht schon mehrere Stiche geliefert habe.Um 1575—1588 fällt ihre Blüthczcit. Zani beginnt mit 1566, bisherist aber unsers Wissens kein Blatt mit dieser Jahrzahl aufgefundenworden. Man inuss aber aus Vasari sogar schliessen, dass DianaMantuana schon vor 1550 Treffliches geleistet haben dürfte. DasWerk des genannten Schriftstellers erschien zuerst 1550 , und darinsagt er im Leben des Girolamo da Carpi, dass Diana, die Tochter desGio. Bat. Mantovano ein staunensworthos Talent habe, und dass ihreKupferstiche sehr schön seien. Er spricht als Augenzeuge, nennt aberden Inhalt der von ihm bewunderten Blätter nicht. Diana wird 1550sicher 15 Jahre gezählt haben, und somit kann man annehmen, dasssie um 1535 geboren wurde.
Supplemente zum Peintre - graveur.
In diesem Werke beschreibt Bartsch 46 Blätter. Zanetti geht imCabinct Cicognara auf andere Stiche ein.
■* 1) Das Opfer Abraham's, nach Giulio Clovio 1575. Diana Man-tuana llomae Incidebat. Con Privilegio di Papa Gregorio XIII. Höhe10 Z. 7 L. Br. 7 Z. 6 L.
Im ersten, sehr seltenen Drucke vor dem Privilegium.