Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
443
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DJ. Nr. 1154-1157. 443

es sich aber um Blätter nach Anton Watteau's Zeichnungen, derenwir auch unter dem Buchstaben D, No. 897 erwähnt haben.

1154. Joseph Dorn, Genrcmalcr, geb. zu Gratz - Sambach beiPoinmersfelden den 12. August 1759, gest. zu Bamberg den6. August 1841. In seiner Jugend zum Schneider verdammt,und dann Schüler des zu seiner Zeit beliebten Malers Mar-quard Treu in Bamberg, wählte er F. Mieris, G. Dow,

G. Terburg, A. van der Werff und andere holländische Meister dieserRichtung zum Vorbilde, und ,copirte nicht nur eine bedeutende Anzahlvon Gemälden derselben, sondern componirte selbst viele Bilder inder Weise dieser Meister. Viele seiner in den Gallonen zu Düssel-dorf, Mannheim, Pommersfclden u. s. w. gefertigten Copien nach hol-ländischen Meistern sind sehr täuschend. Diess ist auch mit seinenKöpfen nach B. Donner der Fall, da Dorn mit einem seltenen Nach-ahmungstalentc zugleich den grössten Fleiss verband. Auch als Re-staurateur war er ausgezeichnet. Auf seinen früheren Gemälden kommtmeistens das Monogramm vor, sowohl auf Copien, als in eigenen Com-positionen. Später zeichnete er häufig mit dem Namen und der Jahr-zahl, bis gegen 1836. In J. Ileller's Bericht über den Kunstverein zuBamberg von 1823 —1843 S. 90 ff. ist eine Biographie dieses schätz-baren Künstlers.

1155. Unbekannter Formschneider, welcher in der ersten Hälfte.«r des 18. Jahrhunderts zu Frankfurt a. M. oder in Leipzig lebte.°^ Er schnitt Vignetten für Buchhändler. Eine solche mit dem ge-gebenen Zeichen stellt sitzende nackte Figuren mit dem Pelikanin einem Medaillon vor. Man findet sie in M. Goldast's „KerumAlemannicarum Scriptores aliquot veteret". Francofurti et Lipsiae1730. fol.

1156. Jean Duvet, genannt Le Maitre ä lalicorne, der/=v?=^ Meister mit dem Einhorn, gehört zu jenen alten fran-IMfjj züsischen Goldschmieden, welche auch Kupferstiche hinterlassen

ü—lt—ll haben, die ihrer grossen Seltenheit wegen zu den Kostbarkeitengehören. Wir widmen aber hier dem Jean Duvet nur einen vorläufigenArtikel, da das gegebene Zeichen nur auf ein paar Blättern vorkommt.In den beiden Täfelchcn stehen gewöhnlich die Buchstaben / ü vonlinks nach rechts, so dass wir auf diesen Meister zurückkommenmüssen. Das eine der mit obigen Täfelchen bezeichneten Blätter stelltden hl. Sebastian von drei Pfeilen durchbohrt an eine Säule gebunden,und von Soldaten umgeben vor. H. 6 Z. 9 L. Br. 4 Z. 3 L. Wirhaben aber noch kein Blatt mit D l in den Täfelchen gesehen, undmüssen daher auf Brulliot II. No. 2864 verweisen. Unter / U werdenwir näheren Aufschluss gehen können. Bartsch VII. p. 496 ff. beschreibtdie meisten Stiche des J. Duvet. Noch mehr genügt aber der Artikelbei Robert-Dumesnil, P. gr. fr. V. p. 1 ff. Bartsch bringt das Ver-zeichniss auf 45 Blätter, Robert - Dumcsnil beschreibt deren 64. Essind aber noch immer Zusätze zu machen.

1157. C. W. E. Dietrich, Maler und Radirer, ist unter den Ini-01 tialen C. W. E. I). No. 850 und auch unter dem Buchstaben ü.0\- 'r No. 875 eingeführt, und daher haben wir hier nur über ein■^ '*' radirtes, von Link No. 143 beschriebenes Blatt in Everdingen'sManier zu berichten. Es stellt einen in tiefer Einöde zwischen spär-lich bewachsenem Gestein abstürzenden Waldstrom vor. In dem Ab-grunde liegen Felsblöcke und Baumstämme in wilder Unordnung. Im