402 DCH. Nr. 1020-
sogenannten Einfällen, welche in die Plattenränder als "Spielereienradirt sind. Auf diese Tdec kam Chodowiccki schon 1769, bei derFolge von zwölf Vorstellungen zu Lessing's Minna von Barnhelm.Von dieser Zeit an mehrten sich diese Einfälle, welche aber in denBachern alle fohlen. (Jcbcrdiess kommen auch verschiedene andereDruckvarietätcu vor, auf welche die Sammler besonders Jagd machen,Weitläufigen Rath crthcilt darüber folgendes Werk: Daniel Chodo-wiecki's sämmllirhtj Kupferstiche, beschrieben, mit historischen, literarischenund bibliographischen Nachweisungen, der Lebensbeschreibung des Künstlersund Hegistem versehen von Wilhelm Engelmann. Mit drei Kupfertafeln,dopten der seltensten Blätter enthaltend. Leipzig bei Wilh. Engelmann11157 , 8. Früher musste man sich mit der noch immer brauchbaren,wenn auch nicht mehr ganz genügenden Monographie des KunsthändlersJakobi begnügen, und in öffentlichen Sammlungen ist dieselbe nochhäufig zu Grunde gelegt. Dieses Buch erschien unter dem Titel:Chodowiecki's Werke: Oder Verzeichniss sämmtlichcr Kupferstiche etc. BerlinKlOlt, und mit neuem Titel 1(114, 8. Ueber die ältere Literatur handeltaber Engelmann in der Einleitung Lit. LIV. ff. ausführlich, auf dergleichen Stufe mit den neuesten Lcxicographen Nagler und Müllersteht aber auch Baron Eduard Rastawiecki in seinem Slownik IHalarzowpolskich. — Warszowa 1051 ff. Der Verfasser dieses Werkes, welchernur einige Nova über die Familie des Künstlers in Danzig bringt,nimmt nämlich den Meister für Grospolen in Anspruch, währendChodowiecki ein achter Preusse seyn wollte.
Jakobi beschreibt 950 Blätter in chronologischer Ordnung, welcheaber auch Engelmann in seinem dickleibigen Buche beihehält. Lctzererliefert nämlich eine Menge von Zusätzen, so dass dessen Werk jetztunentbehrlich ist. 'Er vermehrt auch das Verzeichniss. Die Anzahlder Blätter mit der gegebenen Abbreviatur des Namens ist sehr massig.Wir gehen hier nach Engelmann näher darauf ein , da letzterer dieMonogramme nicht beifügte.
1] Das Stadienblatt von achtzehn Figuren, geistvoll radirt, undvon grösster Seltenheit. Oben nach rechts neben dem leicht einradirtenPferdekopf VChU f. 1750. II. 4 Z. Br. 2 Z. 11 L. E. No. 16.
Nach Engeiniann findet man fast in allen Sammlungen stets nurCopien als angebliche Originale. Erstere sind mehr ausgeführt, alsdas Original. Die bessere Copic, welche schwarz und roth vorkommt,ist besonders in den Extremitäten der Hände ohne Verständniss nach-gemacht; kaum dass man z. B. in der Hand des jungen Mannes links,welcher das Mädchen zu umfassen scheint, eine Hand zu erkennenvermag. Bei der unteren Dame links ist durch falsch gelegte Strich-lage eine krumme Nase entstanden. H. 3 Z. 11 L. Br. 2 Z. tl'/a L.Einer zweiten Nachbildung liegt diese Copie zu Grunde, und sie istdaher noch geringer, als dieselbe. Während die Hand des erwähntenMannes in der ersten Copic beinahe einem Handschuhe ähnlich ist,so gleicht sie in der zweiten einem Menschengesichte. H. 3 Z. 11% L.Br. 3 Z.
2) David mit der Harfe knieend vor dem Tische, auf welchem einNotenbucb steht. Titelblatt zu: Les Pseaumes de David en vers avecdes prieres etc. A Berlin 1757 , 8. Unten rechts: DCh<± f. H. 4 Z.8 L. Br. 2 Z. 7 L.
3) Fünf Damen am 1' Hombrc-Tisch mit Karten in der Hand,radirt und in Tuschmanier ausgeführt, im Originale ohne Namen desKünstlers. H. 4 Z. 4'/, L. Br. 4 Z. 4'/j L. E. No. 22.
Unter den vorkommenden Exemplaren mit der Abbreviatur sindzwei verschiedene Copien mit Tuschton. Auf der einen steht rechts