D. Nr. 868 — 870.
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868. Unbekannter Schmelzmaler, welcher zu Anfang des 12. Jahr-hunderts in Deutschland arbeitete. Sein Zeichen fand GrafLeo de Lahordc, Nolice des Emaux etc. Paris ililj'2 p. 98,auf der Rückseite eines ornamentirten Bandes im Museedu Louvre. Es zierte einst einen Reliquienkasten vonbyzantinischer Arbeit.
Auf die Entdeckung des Namens des Verfertigers mussman wohl für immer verzichten. Das gegebene Zeichenbesteht auch wahrscheinlich nicht aus ü , sondern aus Ein alter Form. Wenigstens kommt in deutschen Wiegen-drucken des 15. Jahrhunderts ein ähnlich geformtes E vor. Wir wer-den daher unter E den Kückweis geben.
869. Cornelius de Bont, Goldschmied von Breda, übte seineflSff Kunst in Gent. Graf Leo de Laborde fand seiner in den Akten%Ji des burgundischen Archivs, welche er zur Grundlage seines Werkes:Les Uurs de llourgogne. Eludes sur les Lettre», les Art» et l'lndustriependant le XV Siede, l'aris UM!), untersuchte, von 1471 an erwähnt.Im Jahre 1472 wurde ihm das Bürgerrecht in Gent ertheilt, undzwischen 1487 — 1500 bekleidete er achtmal das Amt eines Decan derGoldschmied - Gilde. Er lieferte verschiedene Arbeiten für den Hof,deren Mr. de Laborde erwähnt. Der Künstler bediente sich zur Be-zeichnung derselben eines Stempels , welcher auf dem Stadthause zuGent noch vorhanden ist, während fast alle seine Werke verschwundensind. In letzterer Zeit wurden von den deponirten Stempeln Ab-schläge gemacht, und damit kamen auch die Namen der Meister zurKenntniss, da sie den Stempeln beigefügt sind. Die oben gegebeneMarke ist jeno des C. de Bont, und somit wird wohl eher C als üzu lesen seyn.
Unter den figürlichen Zeichen geben wir ein Schildchen , in wel-chem fast dieselbe Marke vorkommt, wie sie oben im Bauche des Dsich zeigt. Man findet es auf eiuem Blatte in Schrottmanier mit derhl. Catharina. Platten dieser Art wurden von alten Goldschmiedenbearbeitet, und somit könnte das Blatt von C. de Bont herrühren.
870. Bernhard Derrembach wurde 1431 zum Wardein der Münze« in Frankfurt a. M. ernannt, und daher scheint der auf den alten™ Frankfurter Goldgulden vorkommende gothische Buchstabe 1) seinen
Namen anzudeuten. Dieses Münzzeichen findet man auf Goldguldendes Königs Sigismund, und zwar zwischen den Füssen des Heiligen.Den Titel König führte Sigismund bis 1432. Auf drei andern Gold-gulden von 1433 — 1437 nennt er sich Imperator, und auf diesenkommt auch eine nach rechts gekrümmte Mondsichel vor, das Ab-zeichen aus dem Wappen des Boys von Winterbach, welcher einigeJahre Münzmeister war. Der Buchstabe D steht auch auf einigen