Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
319
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CW. Nr. 823. 319

J. A. Klein , Erhardt und Wilder nacli der Natur ausgeführt hatte.Wiessner entwickelte ein entschiedenes Talent für das LnmLclinftsfach,welches durch seine eifrigen Naturstudien im bayerischen Alpenlandeeine bedeutende Reife erlangte. Belege liefern mehrere grosse Plattennach Naturzeichnungen, welche er in Wien für die Kunsthandlungvon Artaria & Comp. radirte> Der Künstler besuchte auch die k. k.Akademie daselbst, gleichzeitig mit Krhardt und Wilder, kehrte abernach der Abreise dieser beiden Freunde nach Italien wieder nachNürnberg zurück, wo er von jetzt an für verschiedene Kunsthandlungenarbeitete. Erliefertc Zeichnungen figürlichen, architektonischen undlandschaftlichen Inhalts, radirte und stach deren in Kupfer und Stahl,und führte auch einige Lithographien aus. Der grösste Theil dieserBlätter ist aber anonym, und nur wenige sind mit einem Monogrammversehen. Im .lahre 1826 übersiedelte Wiessner nach Kogensburg, umin der dortigen Porzellan-Manufaktur die Malerei einzurichten, trataber im folgenden Jahre in die von dem Kaufmann Schwarz zu Nürn-berg errichtete Glasmalerei-Anstalt, und malte das Probefenster, wel-ches mit einem zweiten, in München verfertigten, von Konig Ludwigals Vorläufer mehrerer anderen Fenster in den Regeosburger Domgestiftet wurde. Bei diesem ersten Fenster verblieb es, da Schwarzdie weitere Lieferung alilehnte , und Wiessner wendete sich daherwieder seinem Lieblingsfache zu. Ende 1828 wurde er Zeichnungs-lehrer am Handcls-Institute zu Nürnberg, hatte aber in dieser Eigen-schaft auch Muse zu vielen Kunstarheiten, welche in Kupferstichen,und in Bildern in Oel und Aquarell bestehen. Im Jahre 1832 erhieltder Künstler die Stelle eines Zeichenlehrers an der höheren Bürger-schule zu Nürnberg, welche er aber noch in denselben Jahre mitjener eines Lehrers der k. Ocwerbschulc und der k. polytechnischenSchule vertauschte. Dazu übernahm der Künstler 1841 auch eineStelle an der in Nürnberg neu errichteten llandelsgewerbschule, welcheihm den Unterricht im Modellircn und Gravircn übertrug. Im Jahre1843 wurde endlich Wiessner von der grossherzoglich üldenburgischenRegierung au die Gewerbschule in Oberstem berufen, welche Stelleer 1849 mit jener an 'der höheren Lehranstalt in Birkenfeld ver-tauschte, wo der Künstler noch thiitig ist. Ausser vielen Oolgcinäldcn,Aquarellen und Bleistiftzeichnungen findet man von seiner Hand einebedeutende Anzahl von Kadirungen und Kupfer- und Stahlstichen,thcils in grossem Kormate. Im Künstler-Lexicon behauptet Wiessnerkeine ausführliche Stelle, da uns seine "Verhältnisse nicht hinreichendbekannt waren. Die gegebenen Notizen verdanken wir dem HerrnBaron von Lassberg in Detmold, welcher eine Auswahl der schönstenBlätter dieses Meisten besitzt.

C. Wiessner bediente sich zwei verschiedener Zeichen , welcheaber beide die Buchstaben C W. enthalten. Das eine ist wie oben ge-formt, das andere gibt das C über \Y, so dass wir unter WC auf ihnzurückkommen. Das erste /eichen, auch mit, dem vollen Worte ßril,kommt auf sechs schön radirten Blättern einer Folge von Schafen undZiegen nach Radirungen des Heinrich Roos in dessen Vceslboekjc,B. No. 18 — 30, vor. Die ganze Folge besteht ans acht Copien, vonwelchen zwei das Monogramm mit den übereinander zusammenhängen-den Initialen C W tragen. Diese Blätter erschienen 1821 bei Herzbergin Augsburg. Brulliot I. No. 1502 hielt den Verfertiger für einendaselbst lebenden Dilettanten, und wir haben daher im Künstler-Lexicondie genannten Radirungen nur muthmasslich dem Conrad Wiessner vonNürnberg zugeschrieben. Nach der Versicherung des Frhrn. v. Lass-berg sind die Copien sicher von C. Wiessner. IL 7 Z. Br. 6 Z. V« L.