256 CS. Nr. 660.
88) Die Dialektik, vorgestellt durch eine weibliche Figur mit demHalbmonde auf dem Kopfe, wie sie den rechten Arm auf ein Buchstützt. Neben ihr sitzt ein alter Mann am Tische vor dem Buche,und über ihm schwingt sich ein Papagey im Ringe. Rechts am Fusscdes Tisches schreibt ein Mann, und links hält der eine der beidenGenien ein offenes Buch. Tn Mitte des Randes: Dialectica, links:C. Sehnt inuent et fecit. H. 8 Z. 4 Li und 7 L. Rand. Br. HZ. 5 L.
89) Die Grammatik, als alte Frau, welche im Stuhle sitzend einMädchen unterrichtet, während rechts und links mehrere Kinder mitLesen und Schreiben beschäftigt sind. Den Hintergrund bildet einZimmer. In Mitte des Randes: Gramatica, links: C. Schut inuentet fecit. H. 8 Z. 11 L. und 6 L. Rand. Br. 12 Z. 5 L.
90) Varie Caprici di Corneli Schut. Diess ist der Titeleiner Folge von Blättern mit Kinderspielen, deren Zahl wir nichtgenau kennen. Im Catalog van Ilulthem No. 2744 sind 32 Blätter alsin einen Band in kl. 4 gebunden angegeben, der Inhalt derselben istaber nicht verzeichnet. Wir wissen, dass diese Blätter verschiedeneKinderspiele und Amoretten, die Jahreszeiten, ländliche Beschäftig-ungen, Kriegsübungen u. dergl. vorstellen. Sie sind von ungleicherGrösse, und überschreiten das Format des Titels nur um 2 bis 3 L.Auf dem Titelblatte sitzt links Amor vor der Staffelei mit Pinsel undPalette, wie er auf einen ovalen verzierten Cartouche deutet. Indiesem steht obiger Titel, und über der Staffelei liest man im zweitenDrucke: Franriscus van Wyngacrde exeudit. H. 3 Z. 5 L. Br. 2 Z. 5 L.
Vollständig dürfte diese Sammlung sehr selten vorkommen. Esist wohl möglich, dass der obige Titel der ursprüngliche ist, und dassder No. 91 beim zweiten Drucke beigefügt wurde. Wir beschreibendaher von No. 92 ab Bestandtheile der Sammlung der Capricci unddes JAvre d'enfans.
91) Livres d'enfans posei en racovrcissanl inventi etgrave en eavx forte par Cornclivs Schvt. Dieser Titel steht ineinem Cartouche, welcher rechts und links von zwei Genien um-geben ist. Der eine zur Linken schreibt auf eine Tafel, und rechtsspielt ein solcher die Guitarre. Oben links steht: C. Schul innen, cumpriuilegio. H. 2 Z. 5 L. Br. 8 Z. 7 L.
Dieses Titelblatt, welches wohl nicht von Schut gestochen ist,gehört zu einer Folge von Blättern in ungleicher Grösse, welcheGenien theils schwebend in Verkürzung, theils in verschiedenen Be-schäftigungen auf landschaftlichem Grunde vorstellen. Die Zahl dieserBlätter ist uns unbekannt, sie scheinen aber erst später zu einerFolge vereinigt worden zu seyn. Derselbe Fall dürfte auch mit denVarie capricci No. 90 vermuthet werden, da die Blätter keine Num-mern tragen. Folgende Radirungen gehören zu der einen oder deranderen Folge.
92) Ein Kind, welches Seifenblasen macht. Es sitzt in Mitte desBlattes mit dem Röhrchen in der linken Hand. Links steht einStundenglas, und aus dem umgeworfeneu Becher fallen Geldstücke.Unten links ist das dritte Zeichen mit dem Beisatze: cum priuilegio.H. 2 Z. 8 L. Br. 2 Z.
93) Die Kinder mit der Schaukel. In Mitte des Blattes sitzt einKind auf dem Seile, und wird von einem anderen geschaukelt. Rechtssitzen zwei Kinder unter einer Laube. Unten links: Com. Schut in.cum priuilegio. H. 3 Z. 5 L. Br. 4 Z. 6 L.