CRR —CS. Nr. 644— 646. 239
644. Christian Reimers, Zeichner und Maler, war um 1852 zu/tq ^-v Düsseldorf thätig. Kr ist durch schöne GenrebildervLYJc^/?/* bekannt, sowie durch Holzschnitte, welche nach seinen/T>^-/~7s Zeichnungen in den Düsseldorfer Monatsblättern vonvJv^A/T^ 1852 vorkommen. Dieser Jahrgang enthält viele Blätterf-pjj v m '' den gegebenen Zeichen, welche in verschiedenenLs-J\PS- Wendungen vorkommen. Später trat zu München einMaler Namens Ivan Reimers auf, welcher russischer Unterthan ist.Er steht wahrscheinlich mit unserem Künstler in Verwandtschaft.I. Reimers brachte 1855 Genrebilder zur Ausstellung, und verliess1857 München.
645. Carolus Rex Vtrinsque Siciliae bedeutend, steht diesesS-*. Zeichen auf radirten Blättern, welche um 1755 König
^-~/')"\ /f* ^arl von Sicilicn ausgeführt hatte. Heinecke, Dict.fcs\l/\fcy des Art. III. p. 594, zählt einige auf, und darunter^— ein Blatt, welches die Madonna mit dem Kinde vor-
stellt , und folgende Aufschrift trägt: C. B. V. S. Meuinae. Die Radir-ungen dieses königl. Dilettanten sind sehr selten. Er starb 1788 alsKönig von Spanien.
646. Carlo Saraceno, genannt Carlo Veneziano, folgte alsj-V Maler der Richtung des Caravaggio, und schuf Werke, welche
jenen des genannten Meisters nicht nur an die Seite gestelltwerden können, sondern theils noch höhere Beachtung ver-dienen , da die Charaktere in seinen Gemälden würdiger sind,die Färbung klarer, und die Behandlung sorgfältiger ist, als in denBildern des Naturalisten Caravaggio. In Rom und Venedig kann mandiesen Künstler kennen lernen. Er starb 1625, ungefähr 40 Jahre alt.Das gegebene Monogramm findet man auf einem radirten Blatte,welches die Enthauptung des hl. Johannes vorstellt. Der Heilige knietin der Mitte des Blattes mit gefalteten Händen, und gegen den Himmelgerichtetem Blick. Rechts steht der Henker im Begriffe, das Schwertaus der Scheide zu ziehen, und links die Ilerodias mit der Schüssel.Im Gitterfenster des Grundes werden mehrere Köpfe sichtbar, und zu-nächst an diesem unterscheidet man eine Frau mit dem Kinde. Linksunten an einer Stufe, auf welcher die Herodias steht, ist das Zeicheneinradirt. II. 6 Z. 7 L. Br. 5 Z. Dieses Blatt ist geistreich radirt,aber in einer ganz anderen Weise behandelt, als jenes mit der Ruheder hl. Familie in Aegypten, welche Bartsch im Artikel des GiuseppeRibera, XX. p. 87, dem Saraceno zuschreibt. Heineckc (Nachrichtenvon Künstlern I. S. 369) schreibt es sonderbarer Weise einem altendeutschen Meister des 15. Jahrhunderts zu. Im Künstlcr-Lexicon XV.S. 12 haben wir drei Blätter beschrieben, und darunter auch diehl. Familie auf der Flucht. Diesen fügen wir hier noch ein viertesbei, welches mit dem Blatte der hl. Familie stimmt, Es stellt denhl. Benno im bischöflichen Ornate mit dem Krumstabe vor, wie er dieSchlüssel aus dem aufgeschnittenen Fische nimmt, welchen ihm einknieender Mann hinhält. Hinter dieser Gruppe steht ein Geistlicher,und in der Nähe bemerkt man vier andere Figuren, darunter eineFrau mit der Pelzmütze, welche sich auf den Stock stützt. Unten inder Mitto nach links: Carolut Saracenus l'inxit. Höhe 9 Z. 9 L.Br. 7 Z. 5 L. — Im zweiten Drucke ist auch das Monogramm desRibera beigefügt, wie auf dem Blatte mit der hl. Familie. Man kanndaher nicht mit Sicherheit sagen, ob Saraceno oder Ribera diese Blätterradirt hat. Am ersten könnte man ihm das Blatt mit dem Monogrammzuschreiben.