Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
219
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CR. Nr. 576. 219

das Krem von Lothringen (=)=), so dass man daraus auf das Vater-land des Künstlers schliesson kann. Auf einem Blatte ist angegeben,dass der Verfertiger 1645 in einem Alter von 53 Jahren gestanden sei,und somit wurde er 1592 geboren. Die Blätter dieses Meisters kom-men sehr selten vor. Wir schreiben ihm aber das gegebene Zeichennur muthmasslich zu. Man findet es auf dem Titelblatte eines Werk-chens : XII. Monatbüchlein vor die Goltschmidt, Mahler, vnd dergleichenliebhaber, Nürnberg, Paulus Fürst Excudebat 163(1. Unten links aufdem Titel sind Ruinen, rechts zwei Männer bei einem Steine vorge-stellt. Oben steht: Tout avec le temps , kl. 4. Diese Blätter könu-ten nach Claude Rivard copirt seyn, weil die Schriftzüge des Mottoganz den französischen nachgebildet sind. Auch auf einem Blatte,welches im Catalog Reynard II. No. 375 beschrieben ist, steht oben:Dieu soit loue. Rivard pflegte daher Motto's auf seine Blätter zu setzen.Schliesslich bemerken wir noch, dass letztere in P. Marchant's Weisebehandelt sind.

576. Christoph Richter, Maler und Goldschmied, scheint derTräger dieses Zeichens zu seyn. Er malte Bildnissesächsischer Herzoge, sowie anderer Notabilitäten,welche aber gewöhnlich dem Christian Richter zuge-schrieben werden. Auch historische und allegorischer- Bilder malte Richter, worin weder die Zeichnung,-jKJSe- noch di e Färbung lobenswerth ist. Auf einigen Ge-1(o 1 8 mälden findet man das erste Zeichen, welches Brulliot

I. No. 1438 »■ einem unbekannten sächsischen Maler zuschreibt. Dergenannte Schriftsteller gibt aber den oberen Schenkel des Kreuzesnicht, welcher im Monogramme jenes Gemäldes ausgedrückt ist, wovonauch Brulliot handelt. Es stellt den Abraham vor, wie er die Hagarverstösst, jene Composition, welche Lucas van Leyden gestochen hat,B. No. 18. Dieses Bild ist fein auf Holz gemalt, im Ganzen aber vongeringem Werthc. Im Jahre 1616 kam es durch Geschenk einessächsischen Herzogs in die v. l'cller'sche Sammlung nach Nürnberg,wo man das Gemälde nicht mehr vorfindet. Im Jahre 1626 ertheiltoihm der Herzog Wilhelm von Sachsen-Weimar den Auftrag, „des see-ligen Johann Ernst des Jüngern — ahgolcibten Körpers Contrefay mitetlichen Ornamenten und Schriften in's Kupfer zu stechen," wie auseinem Documente in Herrmann's Nachlese zur Lebensgeschichte desHerzogs Johann Ernst S. 58 erhellt. Dieses Blatt beschreibt R. Weigel,Kunstkatalog No. 12,582, es wird aber von Herrmann mit dem vonPeter Iselburg gestochenen Leichenzuge des Herzogs verwechselt. Inder Radirung des Christoph Richter liegt der entseelte Herzog aufdem Paradebette, und das Bild umgibt eine allegorische Einfassung.Der Künstler setzte seinen Namen auf die Platte (Chr. Richter), undnennt sich Sächsisch - Weimar'scher Hofmaler und Goldarbeiter. DerZeichner geht aus folgender Beischrift hervor: Abraham Richter, Secre-tair Castrensis pinxit, qu. fol. Der auf sechs Blättern gestocheneLeichenzug hat die Schrift: C. Richter figurav. l'et. Iselburg Col. sc.et exe. Der Zeichner C. Richter soll der durch landschaftliche Radir-ungen bekannte Christian Richter seyn, was wir weder bejahen, nochverneinen wollen. Das Monogramm kommt auf den erwähnten Blät-tern nicht vor, wir finden es aber in der Form des zweiten Zeichensauf dem Titelblatte des Werkes von Newmayr von Ramsla: Von derNeutralität vnd Assistent*. Erffurdl 1620, 4. In der architektonischenEinfassung ist ein Tuch ausgebreitet, auf welchem die Titelschrift ge-stochen ist. Zu den Seiten sind die allegorischen Figuren des Friedens