218 CR. Nr. 573 — 575.
welche die Scene beobachten, während ein dritter auf dem Bodenschläft. Links sind drei andere Zeugen der Handlung. Im unterenRande ist Schrift: Quo non penetral etc. . und an der Basis einesPfeilers in der Mitte des Bildes steht die Jahrzahl 1542, welche aberspäter eingestochen zu seyn scheint. H. 5 Z. 1 L. Br. 11 Z. 4 L.
Das gegebene Zeichen weicht von jenem , welches Brulliot I.No. 1439 beibringt, ab. Es stimmt auch wenig mit den sicherenMonogrammen des Cesare Revcrdino, und da überdicss auch die Ma-nier des erwähnten Blattes mit den sicheren Stichen desselben geringeAehnlichkeit hat, so wird das Zeichen wohl einem andern Meisterangehören. Es scheint auch nicht aus den Buchstaben CR, sondernaus (1 H zu bestehen. Man nennt zwar den Meister nicht seltenGasparo Reverdino, aber nur willkürlich, da er Caesar heisst. Viel-leicht ist der Träger des Monogramms jener Georgius Reperdius vonLyon, dessen Nicolaus Bourbon in seinen Nugae. Lugduni 1550 p. 427neben Hans Holbein preiset. Wir halten darüber unter dem Mono-gramm Ce He 1. c. gehandelt.
573. Unbekanntes Zeichen, welches wahrscheinlich einem Tapeten-. wirker angehört. Man findet es in Hautelisse-Teppiche ein-
^^ gewirkt, welche in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts~*~ zu Brüssel fabricirt wurden. Fünf solcher Tapeten erwarb
y"> ~\ der Herzog Wilhelm V. von Bayern. Sie stellen Schlachten( -s^ vor, nach Cartons eines Malers aus der Schule des Martin^-^ VJ Heemskcrk, wenn nicht dieser selbst die Zeichnungen ge-liefert hat. Diese kostbaren Tapeten waren ursprünglich für die neueVeste in München bestimmt, gingen dann in die von Maximilian I.erbaute Residenz über, und wurden zur Zeit der Regierung des KönigsMaximilian I. (t 1825) im k. Schlosse zu Nymphenburg aufbewahrt,wo sie wahrscheinlich poch vorhanden sind. Jeder der Teppiche hatals Fabrikzeichen auch einen einfachen rothen Schild, zu dessen Seitender Buchstabe b steht, wohl als Hindeutung auf die Fabrikstadt Brüssel.
574 Carl Ludwig Rondt, Landschafts- und Architekturmalor vonKönigsberg, machte seine Studien auf der k. Aka-
/m demic in Berlin, und brachte da von 1826 bis 1828
* V ' \ ^^ mehrere Bilder zur Ausstellung, besonders Land-^^ ' ^- Schäften und architektonische Ansichten. Später be-4 C> 2-c gab sich der Künstler nach Italien, wo er das FachV-'.lA* der Bautenmalerei mit noch grösserem Eifer pflegte.
Seine Werke bestehen in Ansichten aus Rom, der Campagna, ausNeapel und Sicilien. Eine Ansicht der St. Peterskirche in Rom er-warb 1844 der König von Preusscn. Rundt bediente sich auf Ge-mälden und Zeichnungen häufig eines Monogramms, sowohl auf Bildern,mit vaterländischen Ansichten, als auf solchen, welche er in Mittel-Italien und Sicilien geschöpft hatte. Brulliot II. No. 2816 gibt daserste Zeichen, der Künstler verband aber auch das L damit. Daszweite Monogramm steht auf einem lithographirten Blatte, welcheseinen Klosterhof vorstellt, in welchem ein Mönch liest, und ein andererdem Reisenden Speise reicht. Unten steht: St. Scolaslica a Subiaeo.Napoli — 1034, fol.
575. Claude Rivard, Goldschmied und Kupferstecher, war um/ ^7 1630 — 1645 in Lothringen thätig. Er stach eine grosse An-^LR/. zahl von Blättern mit Mustern für Goldschmiede oder Juwe-liere, welche zu mehreren Folgen vereiniget, und theils mit arabischen,theils mit römischen Zahlen nummerirt sind. Auf jedem Blatte steht