Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
207
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CR Nr._536 — 537. 207

flüchtig anradirte Figuren, geistreiches Gekritzel von schwacher Aetzungin der beleuchteten Fläche des Mittelgrundes. Rechts, dem Unter-rande nahe, stehen die Buchstaben C P. Nach den Verfassern dererwähnten Geschichte der Sammlung in Copenhagcn unterscheidet sichdieses vortreffliche Blatt durch eigene Manier, durch unmittelbareAnschaulichkeit der Absicht auch bei den muthwilligsten Spiclungender Nadel von den Radirungen des Bronckhorst nach Poclenburg, mitwelchen es demnach auf keine Weise zu vermengen ist.

Das zweite, von den erwähnten Schriftstellern dem C. Poclenburgzugeschriebene Blatt, zeigt rechts einen kniconden Jesuiten (?), welcherseine eckige Mütze auf die vor ihm übereinandergelegtcu Bücher ge-stellt hat. Der hinter ihm stehende Engel deutet mit der rechtenHand nach der auf einer Wolke erscheinenden hl. Jungfrau in derGlorie von Engeln und Cherubim. Sic hält das zur Hälfte schwebendeKind, welches Arme und Beine in der Art ausbreitet, dass solche inden es umgebenden mystischen Stern passen, in dessen fünf Schenkelndie Buchstaben 1E S U S vertheilt sind. Vorn ist stattliche Archi-tektur, und unter der Vision zeigt sich in einer ferner liegenden Ab-theilung des Gebäudes ein im Bette liegender Mensch. Durch dieoffene Thür der Querwand fällt das Auge auf eine zart und geist-reich angedeutete Landschaft. Im Rande ist ein Wappen in der Mittezweier Sterne, deren einer: SALUS, der andere: AYVKI cinschliesst.Unter der knieenden Figur, halb im Dunkel, bemerkte B. v. Rumohrdie incinandergehängten Buchstaben CP. H. 12 Z. 2-3 L. Breite7 Z. 4 L. — Der genannte Schriftsteller sagt, dass er über die Origi-nalität und Abkunft dieses Blattes keinen Zweifel habe. Nach seinerAnsicht dürfte es in irgend ein Andachtsbuch der Gesellschaft Jesugehören. Baron v. Rumohr ist aber dicssmal im Irrthum. Die Radirungist nicht von Poclenburg, und der angebliche Jesuit geht in dem DoctorMedicinae Lazarus Meyssonicr auf. Er machte eine Wunderkur, aufwelche das allegorische Blatt deutet. Dieses ist von Guillauine Perrierradirt, wie Robert - Dumesnil P. gr. fr. III. p. 41 nachgewiesen hat.Das Monogramm scheint aus den Buchstaben CPP, resp. GPF zubestellen, und ist weiter unten gegeben.

536. C. J. Paritius, Hofmaler des Herzogs Leopold von Anhalt,und Grafen von Bernburg, dürfte der Träger dieser Initialenseyn. Man findet sie auf einem Blättchen in Schwarzkunst,welches die Büste eines bärtigen Geistlichen vorstellt. Links

oben in der Ecke stehen die Buchstaben C P. und darüber L V. II. 2 Z.Br. 1 Z. 9 L.

Paritius bearbeitete auch das Bildniss des Herzogs Leopold vonAnhalt in Schabmanier. Auf diesem Blatte steht aber der Name:C. 3. Paritius P. fec. et exe, Oval 4. Der genannte Herzog starb 1728,und daraus ist auf die Lebenszeit dieses fast unbekannten Paritiuszn schliessen.

537. Christoph Pauditz fand oben unter dem Monogramme CPNo. 528 eine Stelle, und daher bemerken wir hier nur, dassmau auch Gemälde und Zeichnungen mit den Initialen CP.

finde. Man muss aber unterscheiden, ob sie diesem Meister, oder demCornel Poclenburg angehören. Letzterer malte zarte Landschaften mit.mythologischer Stafl'age, Pauditz gehört der Schule des Rembrandt an.In der Gallerie zu Schwerin sind die Brustbilder eines Mannes undeines Weibes mit C. P. bezeichnet, und wahrscheinlich von Pauditzgemalt. Nach Brulliot IL No. 475 findet man die Buchstaben CP mit

CP.