Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
197
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CP. Nr. 512 — 513. 197

512. Jan Pieter Calemans dürfte der Träger dieses Zeichensseyn. Brulliot erklärt es in der ersten Ausgabe seines Diction-

J naire des monogrammes auf Cornel Poelenburg, und hierin folgt-^ ihm auch Heller. Der erstere Schriftsteller räumt später I./■ V No. 1419 Poelenburg's Stelle einem Cornel Pottenburg ein, und^ j bemerkt, dass das Zeichen mit der Jahrzahl 16*6 auf Gemäldenmit leblosen Gegenständen vorkomme. Sogenannte Stilllebenliebte Poelenburg nicht, und der ganz unbekannte C. Pottenburgist wahrscheinlich nur durch fehlerhafte Orthographie aus ihmentstanden. Es sind daher beide von der Theilnahme an diesem Mono-gramme auszuschliessen. Brulliot selbst substituirte seinem Pottenburgdie Clara Peeters, welche zwar Stillleben malte, aber in einer andernWeise, als die Bilder mit dem gegebenen, und in geringer Variationwiederkehrenden' Zeichen behandelt sind. Es mögen aber immerhinzwei Künstler ein ähnliches Monogramm geführt haben. An die Stelleder Clara Peeters tritt aber dann Christoph Puytling, welcher um1640 — 1670 thätig war. Mit der Jahrzahl 1636 steht das Monogrammauf einer Tafel in der k. Gallerie zu Schieissheim. Dieses Gemäldestellt ein grosses, halb mit Wein gefülltes Glas, Oliven, Citronen,Austern und zwei Teller auf einem Tische vor. Die Gegenstände sindmeisterhaft gemalt, nicht so trocken , als gewöhnlich die Bilder derC. Peeters sind. In Darstellungen solcher Art zeichnete sich derbisher fast unbekannte J. P. Calemans aus. Er malte Früchte, be-sonders Trauben, silberne und gläserne Gefässc, sowie verschiedeneandere Beiwerke, welche auf Tischen und Consolen von Marmor aus-gebreitet sind. Seine Blüthezcit fällt in die Periode von 1600—1648.

513. Unbekannter Maler, welcher um 1720-30 in Nürnberg ge-_^ arbeitet zu haben scheint. Das gegebene Zeichen gleicht jenem,

J welches dem Cornelius Pottenburg und der Clara Peeters zuge-,. y schrieben wird, beide aber sind älter, als unser Meister, und( arbeiteten in einem anderen Fache, in jenem des Stilllebens,v während es sich hier um ein Bildniss handelt. Wir wissenA durch Hrn. Börner von einer sorgfältig ausgearbeiteten Krcide-Zeichnung, welche einen am Tische sitzenden Mann in halbemLeibe vorstellt, wie er ohne Halsbinde und mit zurückgeschlagenen Hemd-ärmeln den Kopf auf die linke Hand stützt, die rechte an eine Flaschelegt, und gemüthlich aus dem Stummel einer kölnischen Pfeife raucht.Das Monogramm ist deutlich in den Grund eingezeichnet, und wirdsich demnach auch auf dem Gemälde finden, nach welchem die Zeich-nung gefertiget ist Den Namen des Malers fand Börner nicht heraus,es kam ihm aber ein radirtes Blatt in die Hände, welches denselbenMann vorstellt. Eine zweite Zeichnung, deren sich der Kupferstecherzur Uebertragung auf die Platte bediente, nennt im Rande die dar-gestellte Person und den Stecher. Es ist nämlich verkehrt einge-schrieben : Jean Michel Seligmann, lmprimeur des Estampes, nee a Nürn-berg VAnn. 1690, fait par le fils 17*0 aqua forti. Diese Schrift istaber auf der geätzten Platte, wenigstens im Probedrucke, nicht ge-geben , es müssen sich aber Abdrücke von der vollendeten Platte mitdem Namen der dargestellten Person finden. Panzer (Verzcichniss vonNürnberger Bildnissen S. 44) zeigt nämlich ein Portrait mit folgendenWorten an: Johann Michael Seligmann, Pritschenmeister, der löbl. Kupfer-drucker - Kunst beflissener 17M. Ein Neujahrswunsch, fol. Auf S. 226spricht aber Panzer auch von einem Bildnisse dieses Pritschenmeistersin Octavo, zu welchem die Zeichnung nicht gedient haben kann, dasie in der Grösse der erwähnten Radirung ist. Höhe des Bildes