Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
 

196 CP. Nr. 510 — 511.

4) Ein Büchsenschütze und ein Offizier mit einem Sponton, beidenach rechts gekehrt. Im hügelichen Mittelgrunde sieht man einigeSoldaten, und in der Ferne Zelte. Rechts unten ist das zweite Zeichen,im Originale aber kleiner. Unten in der Mitte steht No. 7.

Die beschriebenen Blätter sind alle von gleicher Grösse, wieNo. 1 angegeben.

Einige wollten ein dem ersten ähnliches Zeichen dem Cr ispinde Passe zuschreiben, dieser Künstler stach aber in einer andernManier.

510. Crisfianus Passaeus, d. h. Crispin de Passe, nennt Christ,s —--y Monogr.-Erklärung S. 150, den Trager dieses Zeichens, glaubt

f ~T~\ sich aber in seiner Angabc insofern nicht recht sicher, als,l Yr wie er bemerkt, denselben Künstler einige „Colonienscm",V __y andere „Grocningensem" nannten. C. de Passe lebte aller-dings längere Zeit in Cöln, indem auf mehreren Blättern der Name:C. Passaeus fecit, sculpsit oder exeudit Coloniae steht. Wenn sich aberan das Monogramm der Beisatz: Grocning. oder Oroeningensis schliessensollte, so handelt es sich um Crispin Paludanus , über welchen wirunten zu wiederholten Malen handeln. Auf Blättern des Crispiaende Passe kommt das gegebene Zeichen wohl nicht vor, da er sich ge-wöhnlich eines aus VCP bestehenden Monogramms bediente.

Sollte ein solches Zeichen, welches aber Christ sicher nicht genau,und, wie immer, zu gross gegeben bat, auf zart gemalten Landschaftenmit mythologischer Staffage vorkommen, so werden diese Bilder vonCornel Poelenburg herrühren.

511. Peregrini da Cesena, jener alte Goldschmied, welcher die_, von ihm in Silber gravirten Platten vor der Ausfüllung in

Q^ (P Nicllo zur Probe auf Papier abdruckte, um die Tiefe und

s*y Vollendung seiner Arbeit zu bemessen, gilt als der Träger

(P dieser Zeichen. Das erste, und ein fast ganz ähnliches Mono-

v -- rf t • gramm gibt Brulliot I. No. 1428, macht aber kein Blatt mit

demselben namhaft. Das zweite Zeichen fügt Bartsch XIII. .p. 210

No. 10 seinem Artikel über Peregrini bei. Nach der Angabe dieses

Schriftstellers findet man es auf einem Niello, welches drei nackte

Krieger mit Helmen vorstellt. H. 2 Z. 3 L. Br. 1 Z. 9 L.

Duchesne, Essai sur les niellcs No. 300, beschreibt dieses Blattebenfalls, nach seiner Versicherung ist es aber nicht mit dem zweitenZeichen, sondern mit dem Buchstaben P bezeichnet. Wenn daherbeide Schriftsteller recht haben, so müssen sich zweierlei Abdrückefinden, was wir dahingestellt seyn lassen. Mr. Duchesne hat dasExemplar im Cabinet zu Paris gesehen, und dieses ist mit P be-zeichnet. Von einem zweiten Exemplare ist uns nichts bekannt. Dasdritte Zeichen mit dem P, wie es gewöhnlich auf Niellen Peregrini'svorkommt, gibt Heller im Monogrammen - Lexicon S. 87. Er schreibtes einem um 1511 lebenden, und Peregrini genannten Kupferstecherzu, wodurch nichts gewonnen ist, da er nicht angibt, auf welchemBlatte ein Zeichen dieser Form vorkommt. Heller basirt überhauptnur auf der ersten Ausgabe des Monogrammenwerkes von Brulliot.Es fragt sich aber überhaupt, ob das Monogramm in der einen, oderder andern Form dem Peregrini angehöre. Er zeichnete fast immermit dem Buchstaben /', dessen Hauptschonkel ein Querstrich durch-schneidet. Auf anderen Niellen stehen die Initialen 0. P. 1). C. Wirwerden daher unter den bezeichneten Buchstaben auf Peregrini aus-führlicher zurückkommen.