118 CL. Nr. 320 — 323.
320. Leonard Gaultier (Galtcr) soll nach Gori II. p. 72 derf* Träger dieses Zeichens seyn, Niemand kennt aber ein Blatt mit^-t-* demselben. Das Monogramm Ganlticr's besteht deutlich aus denBuchstabon G L, und wenn daher wirklich ein Kupferstich mit demgegebenen Zeichen vorkommen sollte, so dürfte er von einem anderenMeister herrühren.
321. Unbekannter Meister, welcher der deutschen Schule des
H17. Jahrhunderts angehört. Sein Zeichen gibt Brulliot App. I.No. 171 nach einer bandschriftlichen Mittheilung des DirektorSchorn in Berlin. Im k. Kupferstich-!'abinet daselbst befindetsich ein sonderbar gearbeitetes Blatt, welches man ober für Holzschnittals für Kupferstich ansehen soll. Es stellt einen sitzenden Heiligenvor, welcher den rechten Arm erhebt, und nach links blickt. Die seinHaupt umgebende Strahlonglorie nimmt den ganzen Grund ein. DieFigur ist nach Direktor Sehorn mit der kalten Nadel geschnitten undschraffirt, da aber die Probedrucke nicht den gehörigen Effekt mach-ten, so überging der Künstler die ganze Blatte in der Art, dass dieAbdrücke das Ansehen eines Holzschnittes erhielten. Dafür stimmtauch das rechts unten in die Tiefe gegrabene Zeichen des Künstlers.Das Monogramm und die Initialen des Namens erscheinen gewöhnlichnur auf Holzschnitten weiss auf schwarzem Grunde, und auch das Ver-fahren in schwarzer Manier liisst dieses zu. Die beschriebene Figureines Heiligen scheint in einen Metallstock gegraben zu seyn, welcherdie Stelle des Holzes vertrat. 11. 3 Z. 8 D. Br. 2 Z. 5 L.
Den Namen des Künstlers zu entdecken, würde vergebene Müheseyn, da es nicht einmal klar, ob C /. oder I) L zu lesen sei. Vcr-muthlich gehört er zur Classe der Goldschmiede, oder der Graveure.
322. Unbekannter Formschneider, welcher in Nürnberg gelebtr? zu haben scheint, und der Familie Lang angehören dürfte.Xj Man findet etliche mittelmässige Blätter von seiner Hand,
/<TZQ wc ' c ^ c wahrscheinlich in eine Bibel, oder in irgend ein An-7 ' dachtsbuch gehören. Ein solcher Holzschnitt stellt die An-betung der Könige, ein anderer die Verklärung Christi vor, 4. DieZeichnungen lieferte ihm der Monogrammist C I II No. 245. Ein ähn-liches Zeichen, doch zuweilen eher OL, kommt auch auf Holzschnittender Ch. Endter'schen Bibel vor. Sie können aber von diesem Künstlernicht herrühren, da der Träger jenes Zeichens Georg Lindstadt ist,welcher für die zweite Auflage der erwähnten Bibel von 1670 ge-arbeitet hat.
323. Luca Clamberlano. Maler und Kupferstecher von Urbino,■¥■ war von 1599- 1641 in llom thatig, und hintcrliess eine
(T <£ 7 -£|„ bedeutende Anzahl von Kupferstichen in der Weise desJ--«'» J Agostino Carracci. Abb6 de Marolles schätzt sein Werkauf 331 Blätter, Bartsch (I\ gr. XX. p. 27) glaubt aber, es dürftenden 136 von ihm beschriebenen Stichen nur wenige mehr beigefügtwerden können. Im Verzeichnisse bei Bartsch fehlen wirklich nochverschiedene Blätter, und darunter geradezu einige der schönsten. Iiazurechnen wir die Statue des Grossherzogs Ferdinand de' Mcdici mitvier türkischen Sklaven am Fussgestellc, nach Gio. Bracelli, gr. roy. fol.Ferner das seltene Blatt mit Papst Clemens VIII., welcher in Gegen-wart des Cardinal-Collegiunis die heilige Pforte öffnet, mit der Schrift:Ritrato della Solennissima Ceremonia fatla da N. S. Clemente VIII in