Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

114 CL. Nr. 310.

von G. Leigel. Wir haben die Monogramme nach Zeichnungen imk. Cabinet zu München copirt, und auch St. Georg befindet sichdaselbst. Die kleineren Zeichen, welche nach dem dritten folgen, gibtSchuchardt 1. c. S. 128 u. 142. Das vierte steht auf einer schonenund geistreichen Federzeichnung in der grossherzoglichen Sammlungzu Weimar, und stellt Sccnen aus dem Leben des Märtyrers Julianusvon Ancyra vor. Das fünfte Zeichen fand Schuchardt auf einer Zeich-nung in der Sammlung des Erzherzogs Carl in Wien, welche er abernicht für eigenhändige Arbeit des älteren Cranach hält. Diese ausge-führte Federzeichnung stellt die Parabel vom lialkcn und Splitter imAuge vor, und ist mit der Jahrzahl 4692 versehen.

Die übrigen Monogramme findet man mit geringer Abweichungauf folgenden Holzschnitten.

1) Das Bildniss des kaiserlichen Rathos Schwcygher in halberFigur. Mit dem Monogramme und der Jahrzahl IZ37. II. 7 Z. 8 L.Br. 9 Z. 11 L.

Diess ist wahrscheinlich jenes Blatt bei Bartsch No. 142, in wel-chem er das Bildniss eines unbekannten sächsischen Prinzen vermuthet.

2) Die Versuchung des hl. Anton, B. No. 56, S. No. 70. Mitdem dritten Zeichen, aber etwas grösser. II. 15 Z. Br. 10 Z. 1 L.

Heller No. 77 (218) erklärt diesen Holzschnitt für ein HauptwerkCranach's, Schuchardt findet aber die Behandlung nicht so meisterhaftfrei, wie in anderen Blättern. Für eigenhändige Arbeit hält er diesesBlatt in keinem Falle.

3) Der hl. Georg mit Heiligenschein und der Lanze zwischen zweiEngeln, wovon der eine den Helm, der andere die Rüstung trägt,B. No. 67, S. No. 76. Mit dem ersten Zeichen. II. 14 Z. 4 L.Br. 10 Z. 6 L.

Schuchardt zählt diesen Holzschnitt zu den geringsten Arbeitendes Meisters. Die Composition zieht er nicht in Zweifel, die Zeich-nung auf dem Stocke scheint ihm aber von anderer Hand zu seyn.

4) Der Erzengel mit der Waage des Gerichtes, in deren einerSchale der Mensch das Ucbcrgewicht behauptet, so dass der Engeldas ScKwert nach der linken Schale mit der Teufelsbrut schwingt,B. No. 75, S. No. 82. Mit dem dritten Zeichen. II. 9 Z. Br. 5Z. 4L.In alten Abdrücken steht unten : Ad Imaginem S. Michaelis Archangeli. \Qui fugat infestum casus a coclitibus hostem etc.

5) Christus am Kreuze in einem von vier Engeln gehaltenen Ilerz-sehildc. Unten die hl. Jungfrau, St. Johannes, St. Sebastian undSt. Rochus in Anbetung knieend, B. No. 76, S. No. 95. Mit demzweiten Zeichen, und den sächsischen Wappenschilden rechts undlinks unten. II. 13 Z. 11 L. Br. 10 Z. 6 L.

6) Das Titelblatt zu der Schrift: Vom Abend- | mal des Herrn. \Etliche Sprüche der alt \ len Veter, trewlich angezo \ gen | durch l'ilipMelanch. | Wittemberg. Rechts und links in den Holzschnittleistensind landschaftliche Partien, und unten bemerkt man David, wie erden ausgestreckt liegenden Goliath mit dem Sehwerte durchbohrt.Rechts unten ist das vierte Zeichen. IT. 5 Z. 10 L. Br. 4 Z. 1 L.

Heller zählt S. 229 mehrere Schriften auf, in welchen diese Titel-verzicrung vorkommt, die genannte aber nicht. In Melanchton's Buchüber das Abendmahl scheinen dio früheren Abdrücke zu seyn.