80 CI. Nr. 214 — 216.
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214. Unbekannter Meister. Das erste Zeichen gehört einemFormschneidor an, welcher um die Mitte des 16. Jahrhundertsin England lobte, und auch 1 C. zeichnete. Man begegnet ihm
in Druckwerken des John Day. In Cosmographical (Hasse — by Wm. Cu-ningham. Londini in officina Joannis Daii (869, ist eine Vignette mitdem grossen Buchstaben A, welcher auf landschaftlichem Grunde steht,und von Silen und Satyrcn umgeben ist Auch noch ein paar andereBuchstaben-Vignetten haben dieses Zeichen. In einem bei John Day1569 gedruckten Gebetbuche: A Hook of Christian Prayers in 4. findetman kleine figürliche Holzschnitte mit diesem Monogramme. In denKandvcrzierungen bemerkt man die Buchstaben / C mit dem Messer-chen dazwischen, wodurch wahrscheinlich derselbe Meister seinenNamen andeutete. Die frühem Arbeiten unseres Monogrammisten be-finden sich in Druckwerken des Keginald Wolfe, ebenfalls Buchstaben-Vignetten, wie in Hol. Record's Castle of Knowlege. London — t■}(>{).
Heller und Brulliot schreiben ein ähnliches, nämlich unser ge-nauer gegebenes zweite Zeichen dem Jean Croissant zu, einem fran-zösischen Formschneider, dessen Name durch kein sicheres Blatt docu-mentirt ist. Der zweite der genannten Schriftsteller sagt, man lindedas Zeichen auf Blättern in den Emblemen des Johannes Sambticus,Antverpiae ex officina Christophori PUmtini lUßfi-, und in Nicolaus deNicolai's türkischer Heise, Antwerpen 1576. Wir fanden das Zeichen aufeinigen Blättern der Emblemala et aliquot Numi anliqni Joannis Sam-buci. Antverpiae 1500, 12. Es wird demnach auch in der Ausgabevon 1564 vorkommen. In dem zweiten Werke kommt aber auch einaus 6" / bestehendes Monogramm vor, und daher könnte unser zweitesZeichen im Bücherdrueke nicht deutlieh angefallen seyn, und es gehörtwahrscheinlich dem Joseph Gietleuglien aus Courtrai an , welcher mitHubert Goltzius die schönen Kaiscrportraitc in Helldunkel ausführte(1557), fol. Von diesem G 1 wird der Holzschnitt mit St. Jacobusherrühren, welcher in Hcberle's (II. Lempcrtz) Catalog der Sammlungdes F. B. Custodis, Cöln 1855, No. 117, dem Meister Cl, angeblichJ. Croissant, zugeschrieben wird. Das Blatt hat auf der RückseiteText, kl. 8.
215. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1660 in Nürnbergarbeitete. Sein Zeichen findet man auf einem Bildnisse des
Vp f~ec. Modellschneiders Johann Paul von Eyb, welcher in diesem-* Werke ebenfalls eine Stelle findet. Das Brustbild desselben
ist in einer Nische angebracht, und oben sind die Figuren der Weis-heit und Wahrheit beigefügt. Der Stich ist ohne Wertli. Das Datumweiset auf 1660. II. 5 Z. 4 L. Br. 3 Z. 4 L.
216. Giovanni Contarini? Dieses Monogramm fanden wir auf„ einer schönen Kreidezeichnung in der k. Sammlung zu München.
f j Ein stehender junger Mann lehnt sich auf die Achsel einerM-' sitzenden weiblichen Figur, welche die Leyer hält, und nach*■ ihm umblickt, fol. Der Zeichner gehört der italienischen Schulean, und war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts thätig.Wir vermuthen darunter den Giovanni Contarini von Venedig(1549 — 1605). Auf seineu (iemäldcn steht gewöhnlich „JoannesContarenus". Die letzte Zeit seines Lebens verlebte er im Dienstedes Kaisers zu Prag.