Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
79
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CI. Nr. 213. 79

die Blätter citirt, in Cabinettcn liegen sie aber nach Heinccke's Ord-nung. Die Anfertigung eines genauen Verzeichnisses der Blätter Callot'sist indessen mit Schwierigkeiten verbunden, da verschiedene Abdrückevorkommen, welche nach Beschaffenheit den Preis bedeutend erhöhen,oder herabdrücken. Von grosser Seltenheit sind die alten Abdrückevor dem Namen des Künstlers und der Verleger Israel und Silvestre,vor der weiteren Schrift, und vor den Nummern bei ganzen Folgen.Doch gibt es auch erste, sehr seltene Drücke mit der Adresse einesVerlegers. Wir nennen beispielsweise zwei Hauptwerke des Künstlers:

La nie de Venfanl prodigue etc. 11 Blätter von 1635. H. 2 Z. 3 L.Br. 3 Z.

Im ersteu Drucke fehlt im Unterrande die französische Erklärungdes Gegenstandes, der Titel auf dem ersten Blatte, die Dedication anden Marquis de Breze, und das Wappen desselben. Dagegen ist dieAdresse angegeben: Cum priuüege Heg. Israel exev4.il.

Lei Miseres et les Malheurs de la Guerrc representc.% pur JacquesCallot noble Lorrain et mis en lumiere par Israel son amy. A Parisi033. 18 Blätter. H. 3 Z 4 L. Br. 6 Z. 10 L.

Die alten sehr seltenen Abdrücke haben keine Verse im Unter-rande und keine Nummern, nur die Adresse: Israel ex Cum Priuil. Heg.Die Abdrücke ohne Adresse sind späterer Art, da diese zugelegt wurde.Zweiter Art sind jene mit den Versen und der Adresse. Nur einpaar Blätter dieser Folgen tragen das Monogramm des Künstlers.

Eine Curiosität von grösster Seltenheit ist der Abdruck des Carrod'Amore ridotto in Vascello, eines Wagens in Form einer Galeere mitFeuerwerk, welcher auf dem Wasser hinrollt. Die Platte hatte Callotnicht ganz vollendet, es wurden aber doch einige Abdrücke gemacht,und zwar von der unzerthcilten Platte mit drei Zeilen Text im Rande.Später fand sie Sig. Fagnani unter alten Kupferplatten wieder auf,und dieser liess nun dieselbe vor dem Drucke durchschneiden. Manfindet daher, aber ebenfalls sehr selten, Abdrücke in zwei Thcilen mitder gegebenen Inschrift.

Eine eben so grosse Seltenheit ist ein Blatt mit Christus amKreuze zwischen den Mördern, wie ihm Longinus die Seite durch-sticht. Diese Darstellung ist nur im Umriss gestochen. H. 3 Z. 3 L.Br. 2 Z. 6 L.

Das Werk des J. Callot ist übrigens ziemlich reich an mehr oderweniger bekannten Seltenheiten, wir beschlicssen es aber mit den er-wähnten Blättern, da in den bestehenden Handbüchern nicht in derArt darauf hingewiesen ist.

213. Unbekannter Zeichner oder Formschneider, welcher in Leyden«, gelebt zu haben scheint. Wir kennen eine schöne Buchdrucker-^ Vignette von seiner Hand. In einem mit Figuren und Schweif-werk gezierten Rahmen stehen Herkules und Minerva, und die Um-schrift des inneren Ovales besagt: Concordia Invicta. Oben haltenzwei Engol ein offenes Buch, in welchem steht: Sacra Scriptura. DasZeichen steht unten in der Mitte, 12.

Diese Vignette findet man in folgendem Werke: Genealogia illu-

slrissimorum Comitum Nassoviae In qua Origio -------oft anno 602

ad praesentem hunc 1616. Lugduni Batavorum, Apud Joannem OrlersAno 1616, fol. Die in Kupfer gestochenen Bildnisse der Grafen vonNassau sind von Adrian Schoonebcck. Der Zeit nach könnte dieseVignette von Christoph Jegher geschnitten seyn. Er lebte aber nichtin Leyden, sondern in Antwerpen. Uebrigens zeichnete er gewöhnlichC I. , oder ICl.