Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
75
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CI. Nr. 209. 75

2) Die Ansicht von Florenz. Das Zeichen unten in der Mitte.H. 2 Z. 8 L. Br. 13 Z. 8 L.

3) Die Ansicht von Belgrad. Das Zeichen unten in der Mittenehen dem Stadtthorc. II. 4 Z. 3 L. Br. 5 Z. 9 L.

Diese Ansicht kommt in der späteren Ausgabe des 16. Jahr-hunderts nicht mehr vor.

4) Die Ansicht von Jerusalem. Unten gegen rechts das Zeichen.II. 5 Z. 9 L. Br. 14 Z.

5) Die Ansicht von Landau. Unten in der Mitte auf einemSteine WS IHM, nach rechts am Baumstämme das gegebene Zeichen.H. 6 Z. 4 L. Br. 14 Z.

6) Ansicht von Voldkirch. Beim Thurmc der Stadtmauer gegenrechts das Zeichen. H. 5 Z. 6 L. Br. 7 Z.

7) Der Hof zu Chur, oder der hochgelegene Theil der Stadt Chur.Rechts nach unten neben einer der drei Figuren das Zeichen. II. 5 Z.5 L. Br. 5 Z. 11 L.

8) Türkische Costüme , ein Blatt in Ilöningor's Hofhaltung desTürkischen Kaisers. Basel 1578, fol.

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209. Giulio Campagnola, Maler und Kupferstecher von Padua,ist unter den drei Künstlern des Namens Campagnola der aus-gezeichnetste. Angeblich Sohn des Girolamo, soll er 1481 geborenworden seyn, wir wissen aber aus einem Briefe des Matteo Bosso anGirolamo Campagnola, welcher in der Bologneser Ausgabe von 1627No. 86 trägt, dass Giulio 1482 geboren wurde, und dass er als Knabevon 13 Jahren anfing, .Gemälde grosser Meister in Miniatur zu copiren.Davon berichtet auch der Anonymus des Morelli, wo er von demHause des Pietro Bembo spricht. Aus einem weiteren Briefe der ge-nannten Sammlung, welcher mit No. 211 versehen ist, geht fernerhervor, dass Julius Campagnola im 15. Lebensjahre angefangen habe,die griechische Sprache zu erlernen, und schon im folgenden,Jahre(1496) finden wir ihn am Hofe in Ferrara, wo der Herzog Ercole I.die vorzüglichsten Künstler und Gelehrten versammelt hatte. Niemandaber sagt uns, in welcher Eigenschaft Campagnola dabin kam. Frwar nämlich nicht allein Künstler, sondern auch Literat, Dichter undMusiker. Dass Giulio der Sohn des Girolamo Campagnola gewesen,ist wohl nicht anzunehmen, da M. Bosso dem letzteren Dasjenigeschreibt, was er von seinem Sohne ohnehin hätte wissen müssen.Girolamo hatte aber Kinder, und über den frühen Tod eines Sohnes,Namens Fnea, tröstet ihn Bosso im Briefe No. !)!).

Zani ist der einzige Schrifsteller, welcher gegen alle anderen be-hauptet, dass Giulio Campagnola nicht eigentlicher Künstler, sondernnur Dilettant gewesen sei. Von Malereien will er durchaus nichtswissen, Vasari sagt aber deutlich, dass Giulio's Malwerke mit jenender grossen Meister seiner Zeit nicht ganz verglichen werden können.Brandolcse zählt in seinem Wegweiser von Padua (1795) einige Ge-mälde auf, bekannter ist aber Campagnola durch seine Blätter. Sie sindsehr fein gestochen und mit Punkten miniaturartig vollendet. Nurhöchst selten findet man einen Abdruck von der gestochenen , undnoch nicht bunzirten Platte. Man hält ihn für den Erfinder derPunktirmanier mittelst des Bunzen, allein dieses Verfahren wurdeschon vor ihm von dem Meister /'. P., früher genannt P. Perugino, jetztPellegrino da Ildine, mit einem Blatte versucht, welches eine Löwen-jagd vorstellt. Die Platte des Buonincontro de Reggio mit der Ver-