74 CI. Nr. 207 — 208.
207. Christoph Jamnltzer oder Jamitzer, Goldschmied undtt Kupferstecher von Nürnberg, gel). 1563, wird in den vorhandenen
(7/ neueren Monograminenwerken als der Träger dieses Zeichens an-■^ gegeben. Man bezieht sich auf Christ (Mnnogr.-Erklärung S. 143),allein dieser Schriftsteller hat nur das Zeichen des Jan Cornelis Ver-meyen im Auge, und fügt dann bei: „Auf Blättern in Kupferstich zuNürnberg um 1600 ausgefertiget, können diese Buchstaben auch Chri-stoph Janmitzern bedeuten." Christ sah also keinen Kupferstich mitdiesem Zeichen, welcher dem genannten Meister zugeschrieben werdenkann, und unsers Wissens kommt auch keiner vor. Christ sprichtnur die Vcrmutlmng für einen gegebenen Fall aus. Wir nennen aberliier die Werke Jamnitzer's, um den Vergleich anstellen zu können,da das Verzeichniss im Künstlcr-Lexicon nicht vollständig, und auchnicht genau ist.
1) Neuw grottesken Buch, inventirt Gradirt und verlegt durch Chri-stoph Jamnitser bürg: und goldisch, in Nürnberg. Ein Vralt Antiqui-scher Tempel. Vol Nagel neuwes Seltzams grempel Diestlich für all, sokunst belieben von neuem iestst hervur gelriber. Hoff nicht das Soll ohnFrucht abgehn, wems nich geliebt der lasser stehr. Anno 1010. Cumgralia et privil. sacrae Caes. majestatis. Folge von 23 radirten Blätternmit Kinderspielen, Ornamenten und Blätterwerk. H. 5 Z. 7 L'. Br. 7 Z.
2) Neüw grottesken buch inventirt gradirt und verlegt durch Christoph.Inmnitzern bürg: und Goldtsch. in Nurnb. Der schnacken marekt hie fürbestelt nem jeder drauss was ihm gefeit. Cum gratia et priv. S. C. maj.Folge von 17 (?) radirten Blättern mit Grotesken und meist komischenFiguren, als zweiter Theil der obigen Folge. Auf dem Titelblatto istJamnitzer in seiner Werkstatt vorgestellt, wie er einem Herrn mitseinem Sohne ein schneckenartiges Schmuckwerk darreicht. Der Titelist in einem Cartouche gestochen. H. 5 Z. 7 L. Br. 8 Z.
3) Der Fadeschtisch Radesco Raum ücss Gleich man halt gesehenkaum , denn Er tregt Wunderliche Frucht Wie man alhie vor AngesichtDurch Christoff Jamnitzer Burger und Goldschmidt im Nurmberg. Cum.grat. et priv. S. C. maj. Folge von 20 Blättern. Das Titelblatt stellteinen Baum vor, an welchem eine Ochsenhaut mit der Schrift aufge-hängt ist. In der Grösse der obigen Blätter.
Wir haben nur den grösseren Theil dieser Blätter gesehen, aufkeinem aber fand sich das Monogramm vor. Wir glauben daher, dasses bei Rost I. S. 222 jenem des alten Christ willkürlich nachgebildet ist.Die gegebene Copic des Zeichens ist dem Werke von Huber und Rostentnommen. Heller und Brulliot bringen dasselbe Monogramm, wel-ches aber für Jamnitzer kaum in Anspruch genommen werden kann.Ueber J. C. Vermeycn haben wir No. 205 gehandelt, und dort istder Vergleich mit dem Zeichen anzustellen.
208. Jakob Clauser oder Klauser? Unter diesem Monogrammex _ deutete ein Zeichner seinen Namen an. Er gehört der
rT / (V schweizerisch-elsassischen Schule an, und scheint in Baselgearbeitet zu haben. Wir halten ihn für jenen Maler JakobClauscr oder Klauscr, welcher 1547 Mitglied der Zunftzum Himmel in Basel wurde. Die nach seinen Zeichnungengeschnittenen Blätter sind in S. Münster's Cosmographey. Basel,Henric Pctri, 1550 ff., fol. Vgl. Bartsch IX. p. 404.
1) Ein Wagen mit Fässern, welchem Männer und Weiber ver-schiedenen Standes folgen, mit dem Titel: Auswanderung: Landvnd leut werden verruckt. Unten nach links das dritte Zeichen aufeinem Steine im Grase. II. 2 Z. 5 L. Br. 5 Z. 7 L.