42 CH. Nr. 108—110.
108. Unbekannter Kupferstecher, welcher zu Anfang des 16. Jähr-te hunderts thätig war, und wahrscheinlich zur Classe der Gold-^H schmiede gehört. Man findet dieses Zeichen, welches vielleicht
nicht aus CH, sondern aus t II besteht, auf einem Kupferstiche mitder Madonna auf dem Halbmonde. Sic ist von vier Engeln umgeben,wovon zwei über dem Haupte der Gottesmutter eine Krone halten.Links unten ist das Monogramm, und in der Mitte die Jahrzahl i 504.H. 3 Z. 2 L. Br. 2 Z. 2 L.
109. Croock nennt sich hier ein Zeichner oder Formschneider,, welcher schon früher in die Kunstgeschichte
:- ^.^ T eingeführt wurde, aber ohne seinen Namen auf
C/ 51^ O) irgend einem Blatte nachweisen zu können.
fi C "A*\ ^ I>io beiden oberen Zeichen entnahm Brulliot
CjR O I lOCJC ' n ^ fir erstcu Ausgabe seines IKctionnaire des^>VJ monogrammes dem lliographical and critieal Dic-
*- tionary of Paintres and Engravers by M. Bryan
II. p. 608, welcher darunter einen Hubert de Croock erkennt. DieserMeister soll um 1490 in Deutschland als Formsehneider gearbeitet,und nach einer weiteren Angabo in Leipzig gelebt haben. Bryan er-wähnt eine Darstellung der hl. Dreieinigkeit, welche gut im altenStyle ausgeführt, von A. Dürer aber noch vorzüglicher geschnitten sei.Dieses Blatt fanden wir ausserdem nicht angegeben, Herr Börner kenntaber einen Holzschnitt mit dem dritten Zeichen, auf welchem der NameCroock ausgeschrieben ist. Dieses Blatt stellt eine gerichtliche Verhand-lung vor, wo die Personen durch lateinische Namen bezeichnet sind. Inder Mitte sitzt der Richter (Jvdex) auf verziertem Stuhle, und zuseiner Hechten stehen zwei Männer und zwei Knaben (Prodigvs, Pairo-cinium, Pvpilli). Links sieht man drei Männer (Cvralor , Tvlor, Exe-rvtor), und rechts hinter der Scheidewand sind drei Zuschauer.H. 5 Z. 5 L. Br. 3 Z. 7 L. — Diese Darstellung ist von einerreichen architektonischen Einfassung umgeben, deren vier Theile auseinzelnen Stöcken gebildet sind. H. 8 Z. 10 L. Br. 5 Z. 9 L.
Wenn der von Bryan erwähnte II. de Croock schon um 1490 ge-arbeitet bat, so muss er sich einer langen Thätigkeit erfreut haben,da das von Börner beschriebene Blatt auf die Zeit gegen 1520 weiset.Die Ornamente zeigen keinen Einfluss des gothischen Geschmackes,sondern sind der Antike entnommen. Der Name Croock deutet aufniederländischen Ursprung. In Antwerpen existirt noch gegenwärtigeine Familie Kroock van Harpen, und es wäre wohl möglich, dass derBuchstabe h im Monogramme „Harpen" bedeute. Für den VornamenHubert finden wir keinen Nachweis.
110. Carl Hess, I-andschafts- und Thiermaler, wurde 1801 zu, Düsseldorf geboren, kam aber mit seinem Vater, dem berühmten
-/£/" Kupferstecher (!. E. Cb. Hess, in jungen Jahren nach München,wo er neben seinen Brüdern roter und Heinrich Hess einenachtbaren Ruf gründete. Auf seinen Gemälden findet man noch einanderes Monogramm, indem das C in // gestellt ist. Das gegebeneZeichen trägt ein radirtes Blatt aus der frohen Zeit des Künstlers.Im oberen Theile ist eine Copie des kleinen Katzcnkopfes vonVV. Hollar, und in der unteren Hälfte sieht mau drei männliche Köpfe,letztere nach Moriz Blonski. Links unten ist das Monogramm. H. 3 Z.3—4 L. Br. 2 Z. 3 L.