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oder man glaubt wenigstens, die Blätter des Stammbaumes seien inden vom Grafen Baczynski erwähnten Urkunden begriffe». Den Ver-mittler machte Damian van der Goes, der portugiesische Gesandte zuAntwerpen, und Meister Simon war es daselbst, welcher den Auf-trägen des Königs sich unterzog. Nach den betreffenden Urkundenbandelt es sich um colorirte Zeichnungen zu Tapeten, welche die12 Monate vorstellten, um 12 andere zu Thürvorliängen, und umIllustrationen in Handschriften. In Antwerpen lebte Simon Portuga-loys, welcher daher wohl auch den Stammbaum des königl. HausesPortugal gemalt haben wird. Dieses Werk gelangte unter SimonBening's Namen an das brittisehe Museum. Meister Delling stand aberin Diensten des Königs Heinrich VIII. von England, und kam wahr-scheinlich mit Horebout über den Canal. Im Jahre 1537 arbeitete erwieder in Brügge, wie aus einer Urkunde des Herrn l'rinchart beiHarzen 1. c. S. 15 erhellet. Er malte für den Schatzmeister desOrdens des goldenen Vliesses die Bildnisse Philipps des Guten, desHerzogs Carl, des Kaisers Maximilian, des Königs Philipp von Spanienund des Kaisers Carl V. mit ihren Wappen. Seine Tochter Liviella,ebenfalls eine tüchtige Miniaturmalerin, scheint in England gebliebenzu seyn, indem sie nach Gnicciardini successiv Heinrich VIII. , Elisa-beth und Maria gedient haben soll. Sic ist wahrscheinlich dieselbeKünstlerin, welche Vertue als Liviena Tirlincx aufführt. Lievon vonAntwerpen und Simon Bening nimmt Harzen als Mitarbeiter des Hore-bout, mit Hans Meinung muss sich aber der ungenannte Beisende desMorelli geirrt haben, indem dieser grosse Künstler das 15. Jahr-hundert nicht erlebt hat. Das erwähnte Breviarium gehört sicher dem16. Jahrhundert an, und ist in den ersten Jahren desselben ent-standen. Der Bilderschniuck ist den Schöpfungen Memling's eben-bürtig, und zeigt, dass Horebout in der Schule desselben sich gebildethabe. Seine Wirksamkeit beginnt ungefähr dort, wo jene des Meistersaufhört; in seiner Kunst lebt sie gleichsam fort. Horebout's Blüthe-zeit beginnt nach Harzen um 1500, und daher ist das von Descampsbestimmte Geburtsjahr 1498 viel zu spät angesetzt. Meister Gerhardhatte 1521 bei Dürer's Anwesenheit in Antwerpen bereits eine 18jährigeTochter, und somit darf man es füglich auf 1475 hinaufrücken. SeinTodesjahr ist unbekannt. Nach C. van Mander ging er erst bei heran-nahendem Alter nach England, wo ihm 1529 seine Erau starb. Inder Kirche zu Eulham bei London war ihr Grabstein.
Durch Herrn Harzen ist jetzt eine grosse Anzahl von Horebout'sMiniaturen nachgewiesen, doch kennt man kein sicheres, von dem-selben in England ausgeführtes Wirk. Auch nur muthmasslich werdenihm Oelbilder zugeschrieben, deren Harzen 1. c. S. 18 aufzählt. Diogrösstc Aufmerksamkeit verdient aber das bekannte, vortreffliche, langeals Memling's Werk betrachtete Doppel - Diptychon, welches aus derErtborn'schen Sammlung in die Antwerpener Gallerie überging. Inneuerer Zeit ist man darauf aufmerksam geworden, dass zwei ver-schiedene Hände in demselben vorwalten; denn der segenspendendeHeiland von 1499 scheint sicher nicht von demselben Meister herzu-rühren, von dem die übrigen Tafeln ausgeführt sind. Es kann auchder betende Geistliche in einem derselben, welcher an seinem Wappenfür den Abt von St. Bavo, Robert de Clerq, erkannt wurde, nicht vonMemling gemalt seyn, da derselbe von 1519 1557 regierte. Man hatüberdicss das gegebene Monogramm darauf entdeckt, welches nichtauf Memling bezogen werden kann, da es aus den Buchstaben CH,oder vielmehr G 11 besteht. Der Abbe Carton legte es auf einenCornelia Horebout aus, welcher in einem Gentcr Obituarium