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diesen Meister nennt, ist der anonyme Reisende eins Jacobe Morelliin der Nolhia d'opcro di disegno etc. Hussano IIIOO. Kr schreibt näm-lich die wundervollen Miniaturen des ehedem in Kirthenschatze vonS. Marco zu Venedig, und jetzt auf der Bibliothek daselbst befind-lichen Brcviars dos Cardinais Domenico (iriniani einem Girnrdode Guant, dem Lievino da Anvcrsa und dem Hans Hemling(Momling) zu. Unter Gerhard von Gent wollte Morelli den Gerhardvan der Meer vorstehen, den Schüler des Jan oder Ellbert van Kyok,welcher zur Zeit, als das Breviarium illustrirt wurde, sicher nichtmehr lebte, indem dessen Nachrichten nur von 1447 bis 1474 reichen.l);is Breviarium erwarb der Cardinal gegen 1521 von Messer AntonioSiciliano um 500 Zechiiien, und es muss noch ziemlich neu gewesenseyn, da auf fol. 781 der deutsche Reichsadler vorkommt, welchernicht vor Maximilian's Krwählung zum deutschen Kaiser (1493) inBetracht kommt. Man glaubte indessen früher, der Codex habe derMaria von Burgund angehört; diese Fürstin starb aber schon 1483.
Der Meister Girardo de Guant des anonymen Reisenden ist nachHarzen Gerhard Horebout, welcher auch lloorenbout, Horebault,Ilornebold, Hoerbout, Huerbout, II Trebout, Huremhout, Harem-berg u. s. w. genannt wird. Kr ist jfner Gerhard von Brügge, wel-chen Guicciardini in der Beschreibung der Niederlande einen vortrefl'-lichen Illuministeu , und ein anderes Mal Lukas Horebout nennt.Alhrecht Dürer lernte Meister Gerhard den Illnministen 1521 in Ant-werpen kennen, und er rühmt auch dessen 18jährige Tochter Susunna,welche ebenfalls so meisterhaft in Miniatur malte, dass ihr A. Dürerfür ein Blättlein mit St. Salvator einen Gulden gab. Vater undTochter kamen später in Dienste des Königs Heinrich VIII. von Kng-land. In einer ron Vertue mitgetheilton Rechnung von 1538 heisstaber der Künstler Gerhard Luke Hornebaud, als besoldeter Maler desKönigs, was jedoch nur auf einer irrigen Interpretation Guieciardini'szu beruhen scheint, welche auch andere Schriftsteller verleitete, denMeister Gerhard Lukas zu nennen, wie im Künstlcr-Loxioon des Ver-fassers dieses Werkes. Man nennt indessen auch einen Lukas Hore-bout als Sohn des Gerhard. Tu den Genter Annaion kommen sogardrei Künstler dieses Namens vor, keiner aber kann Gerhard's Sohnseyn. Darüber ist Harzen I. c. S. 0 nachzulesen, so wie Übet anderevon G. Horebout illustrirtc Codices, welche im Besitze der Marga-retha von Oesterroieh waren, und jetzt auf der Bibliothek in Wienaufbewahrt werden.
Vor allen ist das berühmte Gebetbuch des Kaisers Carl V. zunennen, ein Bändchen in schmal Duodez mit trefflichen Miniaturenvollendetster Ausführung. In einer derselben ist Carl V. in goldenerRüstung mit dem Königsmantol vorgestellt, so dass er also nach soineram 13. April 1516 erfolgten Krhebung auf den »panischen Thron, undvor dem 28. Juni 1519 gemalt ist, nämlich vor (einer Krwählung zumrömischen Kaiser. Ursprünglich war aber dieses Büchlein im Besitzeder Statthaltern Margaretha von Oesterreieh, welche dasselbe ihremNeffen Carl bei der Abreise nach Spanien verehrt haben wird. Ger-hard Horebout stand in Diensten dieser Fürstin, und das Bildnjss desjungen Königs von Spanien wurde demnach spater zum Andenken bei-gefügt. In den alten Rechnungen wird zwar dieses Gebetbuch nichtnamentlich aufgeführt. Im Allgemeinen sind aber llnraricn mit Male-reien des Gerhard von Gent genannt, und somit ist das erwähnte Buchum so eher darunter zu zählen, als die künstlerische Ucbereinstinimungmit dem Breviarium des Cardlnals Griniaui evident ist. Kine zweitevon. Horebout illustrirte Handschrift, welche dem Brcviar kaum nach-