36 CIL Nr. 103 — 105.
Kinderspiele nach ihm. Auf einigen Stichen steht nur C. Holstein del.,in. oder inventor. Andere Blätter sind radirt, es ist aber nicht aus-gemacht, ob von Holstein selbst. Wahrscheinlich von seiner eigenenHand sind aber sechs Blätter mit Kinderspielen beim Feste desBacchus. Sic bilden einen Fries, mit dem Titel: Friese van en BachusFest etc. Clement de Jonghe exe. Im zweiten Drucke mit der Adressevon de Widt. Von ihm selbst radirt scheint auch ein Blatt zu seyn,welches zwei Kinder vorstellt, wie sie einen Schmetterling verfolgen,mit der Schrift: Vorn. Holstein in., kl. fol. Malerisch radirt, undwohl von Holstein selbst, ist ferner eine Vorstellung des Bacchus,welcher die Traurigkeit vertreibt: Bucho veniente tollitur tristitia, kl. fol.Das Blatt mit einer rcichgcklcideten und mit Perleu geschmücktensitzenden Dame, angeblich Isabella d'Este von Mantua nach Correggio,oder Giulio Romano, wird ebenfalls dem C. Holstein selbst zuge-schrieben, da es seinen Namen trägt: Cornelias Uolstin sc, gr. fol.Diese schöne Radirung bildet einen Bestandteil des Cabinet Reynst.Eben so schön ist ein grosses radirtes Blatt mit einem Bacchanale,wo ein Weib einen Jüngling liebkoset: Baccho meum decus etc. C. Hol-stein inventor. P. Schenk exe. , gr. fol. Es steht indessen sehr inZweifel, ob alle diese Blätter von Holstein selbst radirt sind. —Dieser Meister starb 1697. Das vorhergehende Monogramm kann ihmwohl nicht angehören, da er 1633 noch ein Knabe war.
103. G. Hoekgeest soll der Träger dieses Zeichens seyn, wel-ches Brulliot I. No. 1283 gibt. Wir möchten aber fast
f\ T glauben, dass es nicht getreu nachgebildet ist, indem der\J Künstler anderweitig im Monogramm das 0 deutlich aus-
drückt, während hier C zu lesen ist. Wir kommen dem-nach unter dem Monogramm ti II auf.Hoekgeest zurück, und bemerkenhier nur noch, dass dieser Meister ein vorzüglicher Architekturmalerwar. Er blühte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
104. Gerhard Honthorst ist nach Brulliot I. No. 1284 der Trägerf~y dieses Zeichen). Die Quelle, aus welcher ihm die Notiz( y T noss, ist eine handschriftliche Aufzeichnung des berühmtenV_l^»l Kunstfreundes Chev. Hazard, wir enthalten uns aber hier
~/ I jeder Bemerkung, da sich unter dem Monogramm G H. ein^ ^ festerer Anhaltspunkt bietet. Brulliot fand das gegebeneZeichen nie vor, und somit ist es vielleicht nicht ganz getreu, nament-lich das U nicht scharf hervorgehoben. So wie das Monogramm hiersich zeigt, müsste man eher CH lesen. Unter (} H werden wir auchzwei radirte Blätter beschreiben, das Banket des Neptun, und eineLandschaft. Wir glauben nicht, dass das Monogramm auf letzteremBlatte dem obigen ähneln werde.
105. Meindert Hobbema soll nach Brulliot I. No. 1285 durch^-y dieses Zeichen seinen Namen angedeutet haben. Der be-( t -r kannte Kunstfreund Chev. Hazard hinterliess darüber eine^-4- — I handschriftliche Bemerkung, und will das Monogramm auf-s ■*- etlichen landschaftlichen Gemälden gefunden haben. Ob dieBilder dieser Art von Hobbema herrühren, müssen die Kenner ent-scheiden. Die sicheren Werke dieses Meisters lassen einen aus-gezeichneten Schüler des .1. Ruysdael erkennen. Sein Hauptfach istdie Landschaft, in welcher die Bäume, das Wasser, die Vegetationmit vollkommener Natnrtreue, und meisterhaft behandelt sind. Dieeinfallenden Lichter, die durch die Wolken brechenden Sonnen-