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4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
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RH. Nr. 3649. 1037

und ihnen einen Tusch- oder Schwarzkunst-Ton zu geben. Da sichMm aber dieser Metallgrat der Platte während des Druckes durch dasEinschwärzen und Abwischen immer mehr abnutzt und endlich beinaheganz verschwindet, so ergibt sich hieraus, dass diejenigen Abdrücke,in welchen der Plattcngrat in möglichster Stärke, Harmonie und Voll-kommenheit erscheint, auch als die frühesten zu betrachten sind, unddie Abstufungen dieser Eigenschaften die Reihenfolge constatiren, in dersie aus der Presse hervorgingen. Die in dieser Beziehung unter denAbdrücken sich ergebenden Verschiedenheiten bilden indessen keine be-sonderen Abdrucksgattungen (etats), da sie sich auf keine verschieden-artigen Plattenzustände gründen.

Die hier in Rede stehenden, von Linck bezeichneten Abdrückemit Plattengrat sind indessen nicht mit denjenigen Abdrücken zu ver-wechseln, die von solchen, vom Meister selbst retouchirten Plattenherrühren, bei denen derselbe sich zur Verstärkung der Schattenkleiner, mit der Scbneidnadcl gemachter Zwischenstriche bediente, diec r zum Theil unabgeschabt Hess, wodurch sich in den retouchirtenSchattenstellen ein der Schwarzkunst ähnlicher Ton bildete. Diese Artv on Abdrücken gehört aber stets zu den späteren und bildet einovon einem veränderten Plattenzustand herrührendo besondere Gattungderselben.

d) Noch weniger können aber zu den Abdrücken mit Plattcngratdiejenigen mit Tuschton gerechnet werden, über deren EntstehungBartsch im „Essai sur la vie et les ouvrages de Rembrandt"Pag. XXXVII ff. ausführliche Nachricht gibt, und die nur Ergebnisseiner Manipulation beim Drucke sind, keineswegs aber einen beson-deren Plattenzustand bedingen. In der Regel wurde diese Druck-hehandlung von Rembrandt aber nur bei Platten angewendet, diebereits einen Theil ihrer ursprünglichen Kraft verloren hatten, umden Schattenpartien'mehr Stärke und Wirkung und dem Ganzen mehrLeben und Harmonie zu geben. Auch diese Art von Abdrücken, selbstwenn sie eigenhändig vom Künstler gemacht wurden, gehört daherlicht zu den frühesten Erzeugnissen einer Platte, und es kommensogar ganz späte, lange nach Rembrandt's Zeit in dieser Manier von'remder Manier gemachte Abdrücke von einzelneu, bereits abgenutztenOriginal-Platten vor.

Mehrere Chalcographen haben die beiden letzterwähnten Varietätennicht von den Abdrücken mit Plattcngrat unterschieden, und noch imWerke von Charles Blanc sind dieselben mit einander verwechselt undunter der allgemeinen Bezeichnung: „en moniere untre 1 - aufgeführtworden.

Aus dem Gesagten kann man über die Priorität von Abdrückenziemlich sicher entscheiden, hinsichtlich der weiteren Plattenzustiuuleverweisen wir aber auf Linck.

Ein Theil der Platten hat sich bis auf die neueste Zeit erhalten.Abdrücke derselben befanden sich im Verlage von Basan, später in•l e ncm von Jean und dessen Wittwe in Paris. Basan vereinigte sieZu einem ),Recueil de qualre vingt cinq estampes originales dess." <jfav. par Rembrandt" und dazu kamen noch 3S Coplen von Basan!" n u Watelet nach den seltensten Radirungen des Meisters. Bei Basankostete diese Sammlung von 120 Blättern 96 Liv. Alle Originalplattensowie die der Copien gelangten dann in den Besitz des KunsthändlersJe &n, der ein Verzeichniss herausgab: Calalogue des planches gratis7" — qui se tronvenl chez Jean. Paris illtO. Es versteht sich vongelbst, dass diese späteren Abdrücke wenig mehr genügend und von^'ebhabern nicht geschätzt sind.