882 P B. Nr. 2830.
2830. Peter van der Borcht, auch Borght genannt,, geb. zuBrüssel gegen l.'J4ü, gest. 1008, malte in seinerX. '*->, J^'JB frflheren Zeit historische Darstellungen in der Weisep-o ."D."D. CTST der älteren Schale, und scheint sieh damals Vorzug**l r>i X ±> tJM. wc ; sc ( .j neg ail3 p v ß bestehenden Monogrammsbedient zu haben. Auf dem Stadthanse In Delft ist ein grosses Ge*mälde mit dem Urtheil des Königs Balomon mit diesem Monogramm,es kommt, aber kleiner auch auf Kupferstichen mit Darstellungen ausdem Leben des Elias und Elisäus vor. Diese Blätter wurden deBP. van der liorcbt zugeschrieben, sie sind aber wahrscheinlich vonJeremias Wierx gestochen. Man findet sie im Thesaurus sacrarutnhistoriarum —. Antverpiae, G. de Jode 1505, qu. fol.
Uebrigens müssen wir zwei Peter van der Borcht unterscheiden.Ein Künstler dieses Namens kommt 1891 im Verzeichnisse deT Bruder«schaft des hl. Lukas in Antwerpen vor, und IS93 auch ein Partivan der Borcht. Beide sind jünger als unser Meister, und es sindauch offenbar zwei P. van der Horcht zu unterscheiden. Jener, welchererst 1891 das Meisterreclil erlangte, kann nicht der Zeichner P. B.oder Kupferstecher /'. B. seyn, der uns auf Blättern in: llumanaeSalulis Monumenta B. Ariae Montani studio conslructa. Antverpi» 1 '1571, begegnet. Auf Blättern dieses Werkes kommen die InitialenP. B. vor, welche den Peter van der Borcht auch nur als Zeichnetandeuten könnten. J. II. Wierx, F, Ilulsius und Abraham de Brjlieferten Kupferstiche. Der letztere fügte sein aus A i>ß bestehende!Monogramm bei. Dann findet mau auch kleine Blätter mit Scenenaus dem Leben der hl. Jungfrau in Einfassungen von Arabesken inOval. Diese Blätter sind /'. B. bezeichnet, und von Jan Swelinkgestochen. Letzterer trat erst gegen 1024 auf, also nacli dem Todedes Peter van der Borcht, und somit können sich die Initialen nurauf den jüngeren Künstler dieses Namens beziehen) Er ist vielleichtder Landschaftsmaler ]'. van der Horcht,, man gibt aber an, dass deralte P. van der Borcht später Landschaften mit Staffage gemalt habe,bis er endlich die Palette mit der Nadel und dem Grabstichel ver-tauschte. Allein dieser Meister radirle schon früh in Kupfer. Eingeistreich behandeltes Blatt mit einer grossen Schlittschuhfahrt i st;bezeichnet: Barihol. de Mom/irr exe. — Fedi Petrus v. d. Horcht1569, gr. qu. fei. Seine radirten und gestochenen Blätter sind sehrzahlreich, und der Künstler wird daher viel gezeichnet und weniggemalt haben.
Man findet auch Holzschnitte mit P.B., welche der Zeichnung nachdem P. van der Borcht angehören. Im Missale romanum. Antverpiae,Christ. Plantin 1511, fol., ist ein grosser Bolzschnitt mit Christusam Kreuze, Maria, Johannes und Magdalena. Ausser den BuchstabenP" B- ist auch das Monogramm des Ahaxverus ran Londerseel bei-gefügt, weichet' demnach das Kreuzbild in Holz geschnitten hat. DiesesWerk enthält auch viele kleine Holzschnitte in Form von Vignettennach P. van der Borcht's Zeichnungen, sowie grosso Initialen mitgeschichtlichen Darstellungen. Auf dem Titel ist ein Kupferstich vonJeronymus Wierx mit /'. II. eingedruckt. Ausser dem Kreuzbilde sindnoch andere grosse Holzschnitte in diesem schönen Missale: das Abend-mahl des Herrn, die Auferstehung Christi, die Ausgiessung des lil. CeisteS,die Himmelfahrt der Maria, die Gemeinschaft der Heiligen im Himmel,und Apostel und Heilige um einen Altar. Auf sechs Blättern kommendie Initialen vor, und letzteres trägt überdiess auch das Monogrammdes A. van Londerseel.