Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
766
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76« NM. Nr. 2471.

i8) Der Schuster als Soldat mit dem Huhn am Schafte des Spiesses.Unten links das Zeichen, und auf dem Boden Meldemann's Adresse.Oben rechts: Schueknecht. Ey geb — von hinnen.

19) Der Soldat mit der Partisane Ober der Achsel. Zwischen seinenFüssen das Zeichen, und auf dem Boden Meldemann's Adresse.

20) Der Soldat mit dem Schaft des Spiesses in der rechten Hand.Oben steht: Theml lass nichts liegen. — So will ich dennoch nichtverzagen -------.

21) Der Soldat vom Rücken gesehen mit dem Spiesse in der linkenHand nach links. Mit dem Zeichen.

22) Der Soldat mit einem Knaben, welcher am Stocke einen Halmüber dem Rücken trägt. Zwischen beiden ist das Zeichen, und obensteht: Clas Winltergrön. — Semel packen -------.

23) Der Soldat im Gespräche mit einem Knaben, der ein offenesBuch trägt. Ohne Zeichen.

24) Der Soldat mit der Partisane über der Achsel, hinter ihmdas Weib mit Küchengeräthen. Zwischen seinen Füssen das Zeichen,und oben: Hanns Vnuerdorben. Auss Franckreich kum wir hergeloffen —.

25) Zwei Soldaten, der eine vom Rücken mit dem Spiesse, derandere mit einem Hahn und einer Gans. Zwischen seinen Füssen istdas Zeichen, und unten Meldemann's Adresse. Oben rechts: Wolffauff mit mir —.

2(i) Die Belagerung von Wien im Jahre 1Ü29, ein aus sechs Bogenbestehender Holzschnitt. Die Stadt erscheint in der Mitte rund wieein Panorama, so dass man das Blatt drehen muss, um die Gebäudein perpendikulärer Richtung vor die Augen zu bringen. In der Stadtund ausserhalb derselben sind viele Figuren, und in den vier Ecke' 1Wappen angebracht. Links oben ist eine lange Inschrift: Der sladlWien belegerung, wie die auff \ dem hohen sant Seffans (sie) thurmallenthalben gerings vm die ganlze stadt zu wasser vnd landt mtlallen dingen anzusehen gswest ist Vn | von einem berumpten malet':der on das auff S. Steffens Thurn in der selbe belegerung geteeslist, mit gantzen fleiss verzeych \ nel vnd abgemacht, gescheen nachChristi geburt JH. CCCCC. XXIX vnd \ im XXX. in truck gepracht.Rechts unten in einem Kranze steht: Gemacht zu \ Nurenberg durch INiclassen Meldemann Brief- maier bey der lange prucke'n \ won-hofft nach Christi ge- i hurt M. CCCCC XXX. Jar. Die Vorstellungist ohne Einfassungslinien. H. 39 Z. .3 L. Br. 31 Z.

Ein Exemplar dieses sehr seltenen Formschnittes, welchen Bartschund Passavant nicht kennen, war in der v. Derschau'schen Kunst-sammlung. J. A. Börner überliess 1848 ein Exemplar dem CustosKarajan in Wien, wohl jenes, welches v. Derschau besass. Es gehörtdazu eine Broschüre : Ein kurtzer bericht vber die recht warhafftißConlrafaclur, Türkischer belegerung der stat Wien wie dieselbidanzusehen vnndl zu uersleen sey, welche zu rhttm, preyss, lob vn«ehr gantzen Römischen Reich, gemeyner Ritlerschaft, vn in sonder-heyt einen erbern Ralh der stiit iSürnberg, durch JMclas Meldemannyetzt verfertigt, gedruckt vnnd aussgangen ist.

Dieser Bericht ist einen Bogen stark und ohne Jahrzahl. Mclde-mann sagt in der Inschrift des Schnittwerkes, dass ein berühmter Male*vom St. Stephansthurme aus die Zeichnung aufgenommen habe, i" 1 *!wiederholt es auch im Berichte. Den Künstler nennt er nicht, undsomit bleibt nur eine Vcrmuthung. Hans Sebald Lautensack könnteauf die Zeichnung einigen Anspruch machen, da er eine grosse Radir-ung auf den Entsatz von Wien herausgegeben hat, er müsste ab er