Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
702
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702 MW. Nr. 2243-2247.

2243. Martin Weichmann, Kupferstecher, war um die Mitte des

yr 16. Jahrhunderts in München thätig, und verbreitete kleine

Andachtsbilder, die aber fast alle verschwunden sind. Christ,

MS-

Monogr.-Erklärung S. 383, und nach ihm Malp6, schreiben ihmdas gegebene Zeichen zu, wir kennen aber kein Blatt mit demselben.Malpe nennt ein solches mit der hl. Jungfrau, welche das auf ihremSchoosse liegende Jesuskind anbetet, ist aber hinsichtlich des Mono-gramms im Irrthum. Das Zeichen ist jenes No. 2236. Der Artikelim Künstler-Loxicon ist unrichtig. Das erwähnte Blatt wird unterNo. i und 2 zweimal aufgeführt, und No. 3 wird ebenfalls ein anderesMonogramm tragen. Dieses Blatt stellt den Besuch der hl. Jungfraubei Elisabeth vor, 12. Im Uebrigen vgl. den angezeigten Artikel.

2244. Maximilian Joseph Wagenbauer, Landschafts-und Thier-maler, geb. zu Gräting in Bayern 1774, gest. zu München1829, wurde zu seiner Zeit unter den ersten KünstlernDeutschlands genannt, die moderne Critik lässt ihn aber

wenig mehr gelten. Man muss indessen drei Perioden unterscheiden.Zuerst malte er Landschaften mit hellgrünen Wiesen als Vorgründo.Diese Bilder werden nicht geschätzt. Dann malte er kleine Viehstückeim Gcscbmacke des Paul Potter, welche Alles übertreffen, was zu jenerZeit in Deutschland in dieser Gattung hervorgebracht wurde. Endlichkehrte er zur Landschaft zurück, und zwar mit grösserem Glücke alsin seiner ersten Periode, ersetzte aber die Bilder der zweiten nicht.Auf Landschaften mit Thieren kommt das Monogramm vor, auch mitdem Beisatze ghr. Auf anderen Gemälden besteht das Monogrammaus IU W B mit der Jahrzahl. Dieses Zeichen wählte er in seinerdritten Periode.

2245. Rudolph Wieg-mann, Architekt und Maler, geb. zu AdensenMvw bei Elze 180», gründete in Hannover seinen Ruf, und wiryW<\\\ h a i) en ihm bereits im Künstler-Lexicon einen ausführlichen

Artikel gewidmet. Das gegebene Zeichen findet man auf einer Original*radirung im Album deutscher Künstler. Düsseldorf, J. Buddeus 183!) ff-Dieses Blatt stellt ein altes Gebäude mit einem kapellenähnlichcn Anbauam Wasser vor. H. 10 Z. 4 L. Br. 7 Z. 4 L. Auch auf Zeichnungenin Aquarell könnte das Monogramm vorkommen.

R. Wiegmann ist Professor an der k. Akademie in Düsseldorf.Wir verdanken ihm folgendes Werk: Die k Kunst-Akademie in Dussel-dorf. Ihre Geschichte, Einrichtung und Wirksamkeit, und die Düssel-dorfer Künstler. Von R. Wiegmann, Professor. Düsseldorf tilüß, 8.

2246. Ulrich Meier von Munohen gehört zu den älteren nnm-"R' , V f haften bayerischen Künstlern, dessen Monogramm aberI yK/ auf Michael Wohlgemuth gedeutet wurde. Letzterer fügte1. 1.^ unsers Wissens auf Gemälden nie ein Zeichen bei; nurauf einem einzigen Holzschnitt kommen die Buchstaben M W vor. UlrichMeier gehört aber zu den Nachahmern dieses Meisters, ist jedoch vongeringerer Fähigkeit. Brulliot sah ein Gemälde mit dem Monogramm,welches dem Wohlgemuth zugeschrieben wurde. In der Wallorstein-schen Sammlung war eiu Bild von 1810, welches König Ludwig I-von Bayern erwarb.

2247. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der ersten HälfteA\Y~/£ d es 17. Jahrhunderts thätig war. Sein Zeichen findet man

y Y//e an f e j nem p roS p P i{ te nac h m. Merian. Auf dem Bodensitzen zwei Bursche beim Kartenspiel, und auf der Weide grast einPferd. H. 5 Z. 9 L. Br. 6 Z.