Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
613
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ML. Nr. 1965. 613

*Jt, und wir wollen ihm die Zeichnung nicht zutrauen. Auch ist dieBehandlung des Stiches mit den anderen frühen Arbciteu dieses Künst-lers nicht übereinstimmend. Der Verfertiger war sicher als reifer Mann(lern M. Luther nahe, nicht Lorch, welclier 1545 noch in Lübeck beieinem Goldschmied in der Lehre war. Wir glauben jetzt einen unbe-kannten Monogrammisten annehmen zu dürfen, obgleich das Blatt schonlängere Zeit dem M Lorch zugeschrieben wird.

2) [P.28.J Der Papst, halb Mann und halb Drache mit drei Köpfen,Steht links im Ornate mit einem langen Knotenstock über der rechtenAchsel. Der mittlere Kopf ist mit der Tiara geziert, und oben aufdieser ist s. v. ein Haufen Menschenkoth. Der Kopf zur Linken trügtc ;ne Pickelhaube, und der dritte ist ein Engelskopf. Ein Fuss hateinen Huf, und der Drachenschwanz reicht unter dem Rocke herab,gegenüber steht ein Mann im kurzen Mantel, an dessen Gürtel einleerer Beutel hängt. Er trägt einen Spiess, an welchen zwei Ruthengebunden sind. Der Mann hat einen langen Bart, und während ihm~\ er . dreiköpfige mit der rechten Hand Geld reicht, streckt dieser zu-gleich die Krallen nach dem Spiesse aus. In der Mitte oben steht dieanrzahl 1555. Rechts daneben ist in dem uns vorliegenden Exemplareine verwischte Stelle, wo vielleicht ein Monogramm gestanden, aberwieder weggenommen wurde. H. 5 Z. 6 L. Br. 4 Z. 7 L.

Der Verfertiger dieses Spottbildes ist jener des vorhergehenden,ou aber M. Lorch ist eine andere Frage.

Bartsch beschreibt drei einzelne Holzschnitte, und No. 4 das Werk

""•' türkischen Costümen und Ansichten, aber nur nach dem Titel des-

einen. Passavant bringt das Verzeichniss auf 22 Nummern, kennt

°er dus genannte Werk obonfalls nur nach dem Titel. Zu dem von

artsch No. 1 beschriebenen Holzschnitt mit der Sündfluth bemerken

lr - dass in sehr seltenem Drucke oben die Ueberschrift strht: Di

y\ s , lori von der Sindßulh sleel r/eschriben im I Buch Mose am VI.

r "- VIII, IX. Capitel. Von zwei Platten. H. HZ. 9L. Br. 18 Z :i L.

Das von Bartsch No. 2 beschriebene Blatt mit der von Thieren

mgebenen nackten weiblichen Gestalt, die Natur vorstellend, hat das

Sonogramm zwischen der Jahrzahl /,5 70. Bartsch gibt 1168 an,

l»"7n - e ' nt a ^ er e ' ne Wiederholung vorhanden zu seyn. Dus Blatt von

°'0 ist grösser, als das von Bartsch beschriebene. H. 12 Z. 9 L.

Br ' 9 Z. l L.

Tu J^ 3 ^ Ver ' c UDCr Sitten, Gebräuche, Costüme und Ansichten in derTürkei ist nirgends beschrieben, und wir gehen daher zur Ergänzung" c r Artikel bei Bartsch No. 4 und Passavant No. 11 näher darauf ein.Aut vielen Blättern kommt das Monogramm vor. Die Zeichen wech-sln aber auch auf anderen Holzschnitten und auf Kupferstichen. Wir°" °ben nur eine Auswahl gegeben.

Nach Bartsch IX p. 511 No. 4 enthält das erwähnte Werk 129 Blätter,w K cnannte Schriftsteller gibt folgenden Titel an:j Yoblgerissene und geschnittene Figuren, in Kupfer und Höh,jfj trc " den kunstreichen und weitberühmten Melcher Lorch, für dieAu h Bßdhauer und Kunstliebenden an Tag gegeben Anno 1019.fnh 1"' eine Ausgabe von 1(>4<> macht Bartsch'aufmerksam. Er ver-es ki\ a '' er ^ ex t * er Anze 'ß e d icscs Werkes höchst oberflächlich, und

Könnte wohl seyn, dass folgende Ausgabe gemeint sei:Mel I • * Weitberühmblen, Kunstreichen \ vnd Wolerfahrnen herrnFioi r ^ or,c **> I Flensburgensis. \ Wolgerissene vnd Geschnittene"nrf' re // *" B° ss vnd Fuss sampt schönen Türkischen GebäudenLebe ° ^ an d vas in der Türkey \ »u sehen. Alles nach demn vn d dem perspective Jedermann vor \ Augen gestellet. \