MG. Nr. 1823—1824. Ü69
"i demselben noch nicht als sehr alter Mann. Von diesem Jahre istder grosso Altar mit Flügeln in der Frauen- oder Marktkirche zu Halle.D«S Mittelbild stellt die Madonna auf Wolken in einer Engelsglorie,Und unten den Donator Albert von Hramlenburg vor. Das Altarwerk•st am Ende der Kirche so aufgestellt, dass es zwei Seiten bildet,deren jede mit zwei Flügeln geschlossen ist. Schuchardt (Lukas Oranach( 'er Aelterc II. S. 09) beschreibt dieses reiche Altarwerk genau , undabreibt es in seinen Haupttheilen nicht dem L. Cranach, für dessenArbeit es von jeher gegolten hat, sondern mit Passavant (Kunstblatt|84<i No. 48) dem M. Grunewald ZU, Letzterer glaubt aber sonder-barerweise, dass L. Cranach als Schüler und Gehülfe des Grunewalda " der Malerei Theil habe. Dass das Werk nicht durchaus von EinerHand herrühre, ist offenbar, L. Cranach war aber nicht der Gehlilfedes Grünewald, und ebensowenig dessen Schüler. Grunewald bedientesich bei der Ausführung des Altares eines Gehülfen, welcher mitCranach nichts zu thun hat. Unter den weiblichen Heiligen kommtwieder die Margaretha Rüdinger vor, ein Kennzeichen für diesenMeister und für den Donator des Werkes, l'assavant (Kunstwerkeand Künstler in Deutschland I. S. 40) erkennt auch in der St. Anna-kirche zu Annaberg ein Altarwerk des Meisters, nämlich jenes derFamilie Pflock. Das Mittelbild stellt den Tod der Maria, und die{■nmilie des Stifters vor. Das Ganze stimmt mit den Gemälden desM. Grünewald ans der Stiftskirche in Aschaffonburg in der Pinakothek2« Münehen.
Crünewald's Werke sind noch nicht alle bekannt, wenn nichtauch solche zu Grunde gegangen sind, Bernhard Jobin gibt in derVorrede zu den Effigies pontifleuto 1;>72 einen Ort Issita an, ausWelchem Sandrart Eysonach macht, wo man aber kein Gemälde von'hm findet. Passavant vermuthet Issenheim im Elsass, aber auch da"at sich unsers Wissens nichts vorgefunden. Vincent Steinmeyer be-merkt in der Vorrede seines Kunstbüchleins von 1020, dass ausser inMainz und Aschaffenburg auch in Lessheim bei Colmar Gemälde vonw- sc ' cn - ^ie Gemälde in den Gallerien zu München, Berlin, Mainz,Weimar, Frankfurt <ftc. sind bekannt. Auf keinem Gemälde kommtuas Monogramm vor. In einem handschriftlichen Verzeichnisse vonMonogrammen im Besitze des Archivar Tb.. Herberger in AugsburgWird das zweite Monogramm mit der Jahrzahl 11)23 dem Mathias vonAschaffenburg zugeschrieben. Der Verfasser scheint um die Mitte des•'■ Jahrhunderts ein Gemälde mit diesem Zeichen gesehen zu haben.
1823. (Jhömar und Manche lithographirten dasBildniss des HansMemling aus dem berühmten Gemälde der Anbetung der Königeim Hospital zu Brügge für folgendes Werk: La ChAsse de
- Sainte Vrsule par Jean Mentliny. Bruxelles, J. Buffa et'•pgaert-DumQrlier, gr. fol. Auf dem Bildnisse steht das gegebeneMonogramm, und man kann darunter nur die Lithographen vermuthen.u as Bildniss kommt auch einzeln vor.
1824. Mathias Q-ernng von Nördlingren, auch Geron und Gereon\ <? t* a«, *i genannt, zählte zu den jüngeren Schülern des
-/(aV lCj\ Hans Burgkmair, und in den von ihm noch
M-T-«C AjC 1W1 vorhandenen Gemälden und Holzschnitten ist, ' \j 'TO'Jsl leicht die ltichtung jenes Meisters zu er-nennen. I m Rathhause zu Lauingen ist ein grosses Gemälde, welches"as Lager des Kaisers Carl V. vor Lauingen vorstellt. Dieses Gemälderagt das Monogramm mit der Jahrzahl 1SS1 darunter. Eine Tapetelt "«selben Vorstellung wird jetzt im bayerischen National-Museum