498 MAR. Nr. 1606-1607.
bezeichnet sind. Auf dem Blatte No. 17, welches der genannte Schrift-steller „Rückkehr von der Tränke" betitelt, steht das Monogramman einem Steine, im Rande kommt aber auch der Name vor. H. 8 /,.3 L. Br. 11 Z. 6 L. Die Radirung mit den ruhenden Jägern, R.-D.No. 18, ist ebenso bezeichnet. Sie bildet das Gegenstück zu dem er-wähnten Blatte.
Das Blatt mit dem zweiten Zeichen scheint Robert-Dumesnil nichtgesehen zu haben. Es enthält Studien von sieben Köpfen. Oben sinddrei Köpfe von Männern, und rechts ein weiblicher Kopf mit Haube.Unten sind ebenfalls drei Köpfe, zwei von Männern, einer von einerFrau mit Schleier. In der Mitte unten zwischen den beiden Manns-köpfen ist das Monogramm, und rechts die Adresse : Jacobus Billyexcudil Romae. H. 6 Z. 3 L. Br. 11 Z. 6 L. Eine kleine unbe-zeichnete Marine mit zwei nach rechts sehenden Schiffen hat untenim Rande die Schrift: Wj(l Febr., au. 8. Dieses sehr seltene Blatterwähnt llobcrt-Dumesnil nicht. Er kannte aber auch die Gesammt-Ausgabe der Blätter dieses Meisters nicht. Sie erschien unter demTitel : Diverse compositioni e vedute invenlale ed intayliate daAdriano Manijlard. Roma i7G3. '.Vi Blätter in 4., 11 in i'ol.
1606. Martin Rota, Zeichner und Kupferstecher von Sebenico,KÄ> /<Tn hinterliess eine grosse Anzahl von Blättern, welche Bartsch
TVÖy XVI. p. 248 ff. beschreibt. Auch im Künstler-Lexicon sindsie aufgezählt, zugleich mit einem Nachtrage. Das ersteZeichen kommt auf mehreren Kupferstichen vor, doch drückteder Künstler den Buchstaben A nicht immer aus, so dasswir unter MR auf ihn zurückkommen. Zuweilen fügte er auch nochdie Buchstaben S. F. bei. Das zweite Monogramm findet man aufCopien nach Albrecht Dürer, und zwar auf solchen der Passion.
1607. Martin Rota soll der Träger dieses Zeichens seyn, welchesM?. hieise* miUl a "' e ' ncm grossen Kupferstiche mit dem Triumphe
des Bacchus findet. Es stimmt indessen die Stichweise3-5 9 4" nicht für ihn, da das Blatt an Marco di Ravenna erinnert.Das Monogramm kann indessen den Namen dieses Meisters nicht an-deuten, wenn die Jahrzahl 1!>94 die ursprüngliche ist. In diesem Jahrelebte Martin Rota nicht mehr, da die Blätter dieses Meisters von1558—1586 datirt sind. Uebcrdiess spricht auch die technische Be-handlung gegen ihn. El sind also nur zwei Fälle denkbar: entwedererschien das Blatt lange vor 1594, und es wurde das Monogramm mitder Jahrzahl später willkürlich zur Täuschung aufgestochen, oder wirhaben einen unbekannten Meister, dessen Monogramm jenem des MartinRota und Marco di Tino da Siena ähnelt. Brulliot I. No. 619 ist imIrrthum, wenn er unter dem in seinein Werke schlecht nachgebildetenZeichen die Jahrzahl i:>04 gibt, da man deutlich 1594 liest. Ucberdem Monogramme steht RO$AE, Alles links unten auf einem an denvier Seiten angehefteten Stück Papier. Ucber dem Worte Romae wurdemit anderer Schrift: Raph. Vrb. In. eingestochen. Man wollte nämlichdie Composition dem Rafael zuschreiben, obgleich sie aller Kennzeicbcndieses Meisters los ist. Sie verräth die Weise des Giulio Romano,welcher aber hier mit übermüthigor Laune zu Werke ging, und dieausgelassenste Phantasie walten liess. In friesartiger Form von zweil'Iittcn geht der Zug von rechts nach links zum Tempel des Bacchus-Letzterer sitzt auf einem niederen, von einem Bacchanten und einemEsel gezogenen Wagen, welchen ein Faun mit einem mächtigen Tyrsusleitet. Den stark beleibten Gott unterstützt die hinter ihm stehendeBacchantin, und auf der anderen Seite hält ihn oin Bacchant, welcher