Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
442
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*« LV. Nr. 1396-1390.

1396. Unbekannter Maler, von welchem der Commerzienratht j F. Pannenberg in Danzig ein räthselhaftes Bild besitzt, 27 Z.K] breit und 18 Z. hoch. Auf Eichenholz gemalt, stellt es einen

J — * verstorbenen jungen Mann mit röthlich-blondem Schnurr- undKnebelbart ajjf dem Todbette vor, mit einer rothsammtnen und mitweissem Atlas gefütterten Decke bis zur Brust verhüllt. Das Hauptruht auf einem feinen weissen Kopfkissen, dessen Säume mit rotherSeide gestickt sind. Das Monogramm ist fast in Mitte des Bildespastös aufgetragen, während alles Ucbrige fleissig und meisterhaftvollendet ist. Der Lokalton des Fleisches ist etwas kalt, und in denMitteltönen in Grau mit grösster Feinheit abgestuft. Die Schatten indem weissen Theil der Decke sind mit weichem aber sicherem Pinselbis ins tiefe Schwarz getrieben. Das Gemälde rührt jedenfalls voneinem ausgezeichneten Meister her, es fragt sich aber, ob das Mono-gramm seinen Namen andeute, da es fast in der Mitte des Gemäldesangebracht ist. Der junge todte Mann gehört den höheren Ständen an,und somit hätte der Maler wohl eine weniger auffallende Stelle fürsein Monogramm gewählt. Letzteros deutet daher eher den Namender dargestellten Person an. Man wollte das Bild dem Leonardoda Vinci anschreiben, allein gegen ihn spricht das Costüm und dermoderner geordnete Bart der Figur. Berliner Kunstkenner verfielenauf Lukas Vorsterman, allein sie konnten den Vergleich mit authenti-schen Bildern dieses Meisters nicht anstellen. Wie wir aus der vor-liegenden Photographie ersehen, wird der Maler des Bildes mit demalten L. Vorsterman gleichzeitig seyn. So lange der Namo des vor-nehmen Todten nicht ermittelt ist, wird man auch Mühe haben, jenendes Malers zu entdecken.

1397. Unbekannter Formschneider, welcher um i!J5i> in Paris

„, gelebt zu haben scheint. Sein Zeichen findet man auf derVer-°" lagsvignette des Carolus Stephanus. Dieses Signet stellt einenalten Manu vor, welcher die Hand gegen den Wipfel des Baumesemporhält, unter dem er stellt. In der Krone schlingt sich eine Band-rolle mit den Worten : Noli Allum Sapere. Diese Vignette findenwir auf dem Titel zu Ciceronis Opera. Parisiis, Carolus Stephanus11505, fol,

1398. Lorenzo da Viterbo hinterliess in der Kirche St. Maria

/1CCCCLXVIIII della Veritä vor dem Thore zu Viterb0

L-_ T ' am Gewölbe Malereien auf Gypsgrund,\ / welche Scenen aus dem Leben der hl. Jung-V \/a frau, der Kirchenväter und anderer HeiligenV vorstellen. Der Künstler fügte die Buch-staben L. V. und die Jahrzahl 14(19 bei. Brulliot II. No. 1926 gibtirrig I4Ö!) an.

1399. Leonardo da Udine, Architekt, kam in Rom mit FrancescoIf'ög Marchi, dem berühmten Ingenieur, in Berührung, und

half ihm 1880 bei der Vermessung der ewigen Stadt.Er stach den Plan auch in Kupfer, wie wir aus F. Marchi'sseltenem Werke: Architetlura mililareLib.lt Cap. 32,und in den Memorie intorno alla mla ed alle operedel Capitano F. Marchi, dal Cat. G. B. Venluri. Milano 10t6,ersehen. Früher zeichnete Leonardo in Rom antike Vasen, welcheebenfalls in Kupfer gestochen, und mit der Folge von Enea Vico,B. No. 420—433, verbunden sind. Auf solchen Blättern kommen dieBuchstaben L V im Täfelchcn vor, und wir lesen Leonardus Vtinensis,kl. fol.